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"MS Deutschland": Soli-Zuschlag für das Traumschiff

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"MS Deutschland": Soli-Zuschlag für das Traumschiff

06.08.2012, 10:44 Uhr | dapd, AFP, mro, dpa

"MS Deutschland": Soli-Zuschlag für das Traumschiff. Die "MS Deutschland" (Quelle: imago)

Die "MS Deutschland" (Quelle: imago)

Nach viel Aufregung um das ZDF-"Traumschiff" fährt die "MS Deutschland" weiter unter deutscher Flagge. Um die entstehenden Mehrkosten zu mindern, überlegt die Reederei Deilmann, die Passagiere zur Kasse zu bitten - auf freiwilliger Basis. Gäste auf der "Deutschland" könnten einen Aufschlag von drei Prozent auf den Reisepreis zahlen und so ihre Solidarität zeigen, bestätigte eine Sprecherin einen Bericht des "Spiegel". Eine endgültige Entscheidung über einen "Deutschland"-Soli steht aber noch aus. Sehen Sie die "MS Deutschland" auch in unserer Foto-Show. Würden Sie den Soli zahlen? Stimmen Sie rechts neben dem Artikel ab.

Deilmann will bessere Förderpolitik

"Wir denken darüber nach, es ist jedoch noch nicht entschieden", sagte die Sprecherin zu der freiwilligen Abgabe. Im Umweltbereich gebe es für Kunden bereits die Möglichkeit, für bestimmte Waren oder Leistungen freiwillig mehr zu zahlen. Es gehe aber auch um einen Appell an die Politik: "Wir würden uns eine Förderpolitik wünschen, die auf die Belange der Kreuzfahrtreedereien zugeschnitten ist." Die Sprecherin verwies auf den internationalen Wettbewerb der Anbieter von Kreuzfahrten und den viel höheren Personalaufwand als in der Containerschifffahrt. Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, hatte den Verzicht auf die Ausflaggung des "ZDF-Traumschiffes" begrüßt.

"MS Deutschland" als einziges Schiff unter deutscher Flagge

Die "MS Deutschland" ist das einzige Kreuzfahrtschiff, das noch unter deutscher Flagge fährt. Die Reederei wollte das Schiff aus Kostengründen eigentlich künftig unter der Flagge Maltas fahren lassen. Nach einer emotionalen Debatte, in die sich auch Bundespräsident Joachim Gauck einschaltete, verzichtete die Reederei dann aber auf die Ausflaggung. Unter einer Ausflaggung versteht man in der Schifffahrt den Wechsel von der Nationalflagge zu einer ausländischen Flagge. Dies kann entweder zeitweise oder zeitlich unbefristet geschehen und ändert nichts an den Eigentumsverhältnissen des Schiffes. Bei einem Flaggenwechsel werden die Schiffe in das Schiffsregister von sogenannten Billigflaggenländern wie etwa Panama, Bahamas, Zypern oder Singapur eingetragen. Sie unterliegen dann den gesetzlichen Bestimmungen dieser Länder.

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Ausflaggen für niedrigere Betriebskosten

Grund für das Ausflaggen ist in der Regel der Wunsch der Reedereien, Schiffsbetriebskosten einzusparen und dabei insbesondere Personalkosten. Dies ist möglich, weil durch die Ausflaggung die strenge deutsche Schiffsbesetzungsordnung sowie die Bindung an das Lohntarifsystem der deutschen Gewerkschaften nicht zum Tragen kommen. Die deutsche Schiffsbesetzungsordnung legt einen Standard für Zahl und Qualifikation der Besatzungsmitglieder fest.

Medaille "Ausflaggungsverhinderer" geht an Crew

Der Hamburger ver.di-Vorsitzende Wolfgang Abel möchte der Crew der MS "Deutschland" bei der Ankunft in Hamburg eine Medaille überreichen: "Mit dieser Medaille in der Disziplin Solidarität wollen wir das couragierte Verhalten der Crew um ihren Kapitän Andreas Jungblut in besonderer Weise würdigen." Mit ihrem Einsatz habe die Besatzung entscheidend dazu beigetragen, dass die geplante Ausflaggung vom Tisch genommen wurde. "Dieses mutige und streitbare Engagement werden wir mit der besonderen Medaille Ausflaggungsverhinderer würdigen, denn am Beispiel der MS 'Deutschland' wurde deutlich, dass Solidarität Renditegier stoppen kann", sagte Abel. Die deutschen Reeder sind Abel zufolge aufgefordert, dem Beispiel der "Deutschland" zu folgen und ihre Ausflaggungspolitik zu überprüfen. Ausflaggung höre sich verharmlosend an, sei aber nichts anderes als Lohndumping auf See. Auch bleibt laut Abel die Bundesregierung aufgefordert, "ihre maritime Politik dahingehend zu korrigieren, dass Bundeszuschüsse nur an Reeder gezahlt werden, deren Schiffe unter Deutscher Flagge fahren".

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