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Durch die Straße der Eisberge: Expeditionskreuzfahrt Antarktis

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Durch die Straße der Eisberge  

Expeditionskreuzfahrt in der Antarktis

03.01.2014, 13:08 Uhr | Christian Nowak, srt

Durch die Straße der Eisberge: Expeditionskreuzfahrt Antarktis. Deception Island ist eine hufeisenförmigen Vulkaninsel mit gut zehn Kilometer Durchmesser. (Quelle: imago/Alimdi)

Deception Island ist eine hufeisenförmigen Vulkaninsel mit gut zehn Kilometer Durchmesser. (Quelle: Alimdi/imago)

Eine der beliebtesten Routen in die Antarktis führt von der kleinen argentinischen Stadt Ushuaia durch den Beagle-Kanal und die Drake-Passage zur Antarktischen Halbinsel. So können auch Kreuzfahrtschiffe im antarktischen Sommer in den weitgehend eisfreien Gewässern weit nach Süden vordringen. Spektakuläre Ausblicke auf Gletscher und Eisberge sind ebenso garantiert wie hautnaher Kontakt mit Pinguinen. Sehen Sie diese auch in unserer Foto-Show.

Beim Ablegen der "MS Fram" lässt Kapitän Andreassen die sonore Schiffssirene erklingen und bald werden die bunten Häuser von Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, kleiner. Auf dem spiegelglatten Wasser des Beagle-Kanals nimmt das Schiff Kurs in Richtung Süden. Nur von spärlichem Grün sind die Berge der Cordillera Darwin überzogen, doch es sind die letzten Spuren von Vegetation, die die Gäste an Bord in den nächsten Tagen zu sehen bekommen, denn es geht in die Antarktis, genauer gesagt zur Antarktischen Halbinsel.

Pinguine haben immer Vorfahrt

Dazwischen liegt noch die Drake-Passage, ein für seine Stürme berüchtigtes Seegebiet zwischen der Südspitze Südamerikas und der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel. Doch die Passagiere haben Glück: In den Gewässern vor Kap Hoorn weht nur eine leichte Brise. So steht statt Seekrankheit Sonnenbaden an Deck auf dem Programm. Leider lässt sich kein Albatros blicken; normalerweise folgen sie dem Schiff, doch sie benötigen viel Wind, um ohne Anstrengung segeln zu können. Rund 1000 Kilometer südlich von Ushuaia kündigen dann kleine Eisberge, Landfetzen und Seevögel, die von nun an das Schiff begleiten, die Antarktische Halbinsel an.

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Bevor das Schiff Half Moon Island erreicht, erläutert Expeditionsleiterin Anja Erdmann die Spielregeln: "Fragt nicht, wann der nächste Landgang ist, fragt nicht, wie lange ihr an Land bleiben dürft. Wir können nicht einmal garantieren, ob der nächste Landausflug überhaupt stattfinden kann." Erdmann ist Perfektionistin und organisiert alles bis ins kleinste Detail. Mit ihrem Team geht sie vor den Passagieren an Land. Sie erkunden, ob eine Anlandung problemlos möglich ist, deponieren eine Sicherheitsausrüstung, damit die Gäste - falls eine planmäßige Rückkehr zum Schiff nicht möglich sein sollte - auch einen Wettersturz heil überstehen. Wege werden markiert, nur auf diesen können die Kreuzfahrer an Land umherstreifen, zu ihrer Sicherheit und um die Tiere nicht unnötig zu stören. Die ganze Prozedur ist extrem aufwändig, deshalb dauert ein Landgang für die rund 200 Passagiere der "MS Fram" vier bis fünf Stunden, auch, weil immer nur 100 Menschen gleichzeitig an Land dürfen. "Pinguine haben immer Vorfahrt!", gibt sie den Gästen noch als wichtigste Regel mit auf den Weg.

Die Straße der Eisberge

Wegen der halbmondförmigen Bucht, in der die "MS Fram" ankert, könnte der Inselname Half Moon Island nicht passender sein. Bizarre Felstürme und das nahe Livingston Island mit seinen Gletschern und den roten Häusern der argentinischen Sommerstation Teniente Camara bilden eine spektakuläre Kulisse. Die kleinen Boote landen mitten in einer Pinguinkolonie an. Dutzende Zügelpinguine stehen wie ein Begrüßungskomitee am Strand. Hin und wieder springen einige aus dem Wasser und watscheln über den Kiesstrand zwischen den faul herumliegenden Pelzrobben hindurch. Von den Menschen, die in ihr Revier eindringen, nehmen weder Pinguine noch Robben Notiz, bis auf wenige Meter können die Besucher sich ihnen nähern.

Zwischen der Antarktischen Halbinsel und den vorgelagerten Inseln verläuft der Antarctic Sound, der auch als Straße der Eisberge bekannt ist. Die Antarktis-Fahrer müssen auch nicht lange warten, bis zu beiden Seiten des Schiffes immer mehr Eisberge auftauchen. Haushoch und viele hundert Meter lang sind die Tafeleinsberge, an denen das Schiff so langsam und nah vorbei gleitet, dass jede noch so feine Struktur im Eis zu erkennen ist.

Der Weg in den Vulkankrater führt durch Neptuns Blasebalg

Die Straße der Eisberge führt schließlich nach Deception Island, einer hufeisenförmigen Vulkaninsel mit gut zehn Kilometer Durchmesser. Es ist eine mit Wasser gefüllte Caldera. Die Fahrt in den Krater ist spektakulär, denn Kapitän Andreassen muss das Schiff durch eine nur 200 Meter breite Öffnung manövrieren. Dieser schmale Durchlass ist der einzige Weg in den Vulkankrater und wird Neptuns Blasebalg genannt.

Auch wenn um das Schiff herum nur Eis ist - Deception Island ist ein aktiver Vulkan, der im 20. Jahrhundert mehrere Male ausgebrochen ist. Hier treffen Vulkanismus und Eis unmittelbar aufeinander. Als Erstes geht es an der Telefon Bay im Norden des Kraters an Land. Bedeckter Himmel und leichter Schneefall machen die Landschaft zu einem monochromen Schwarz-Weiß-Gemälde. Über lose Vulkanasche marschieren die Besucher auf ein kleines Plateau und über einen Grat weiter bergauf, bis der Blick über eine Landschaft mit vielfältigen geometrischen Mustern schweifen kann.

Hier befand sich die südlichste Trankocherei der Welt

Am Nachmittag beim Landgang in Whalers Bay scheint dann wieder die Sonne und die Landschaft hat ihre Farbe zurück. In der Bucht befinden sich die Reste einer Walfang- und Forschungsstation, von 1912 bis 1931 arbeitete hier die südlichste Trankocherei der Welt. Das harte antarktische Klima setzt den Resten der Station mächtig zu. Die Holzgebäude sind mittlerweile verfallen, die Maschinen, Öfen und riesigen Tanks, in denen Walöl und Treibstoff gelagert wurden, rosten still vor sich hin. Auf dem Strand liegen noch einige Boote, deren Holz von Wind und Wetter ausgeblichen ist. Eselspinguine und Pelzrobben am Strand stört das ebenso wenig wie die großen, braunen Raubmöwen Skua.

Nach einigen weiteren Landgängen und Hunderten Pinguinfotos erreicht die "MS Fram" im Lemaire Channel mit 65° 04' ihre südlichste Position. Bis zum antarktischen Polarkreis wäre es zwar nicht mehr weit, aber Eis macht die Weiterfahrt unmöglich. Die Wasserstraße ist nur rund eineinhalb Kilometer breit und von Gletschern und Felswänden umgeben. Ab jetzt hält das Schiff Kurs in Richtung Norden.

Keine Monsterwellen auf der Rückfahrt

Auf der Rückfahrt nach Ushuaia gibt es wieder keine Monsterwellen, deshalb entschließt sich der Kapitän zu einem kleinen Umweg und fährt dicht am Kap Hoorn vorbei. Vor allem für die großen Frachtsegler im 19. Jahrhundert war dies eine der weltweit gefährlichsten Passagen und unzählige Schiffe sanken vor der felsigen Küste. Nach genau 1826 nautischen Meilen legt die MS Fram wieder in Ushuaia an und lässt dabei natürlich wieder ihr sonores Horn erklingen.

Weitere Informationen:

Die "MS Fram" von Hurtigruten (Baujahr 2007, 128 Kabinen) ist von November bis März in antarktischen Gewässern unterwegs. Die Reisen dauern 10 bis 19 Tage, An- und Abreise via Buenos Aires und Ushuaia. Es gibt immer Anlandungen auf der Antarktischen Halbinsel sowie den vorgelagerten Inseln, auf den längeren Kreuzfahrten werden zusätzlich die Falklandinseln, Südgeorgien und die Süd-Orkney-Inseln besucht. Die Preise beginnen bei 6228 Euro (Doppelbelegung einer Innenkabine, Frühbucherrabatt). Kontakt: Tel. 040/37693282, www.hurtigruten.de.

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