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Westfjorde Island: Kreuzfahrt zu den abgelegensten Nord-Regionen

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Islands Westfjorden  

Kreuzfahrt zu den abgelegensten Regionen des Nordens

03.02.2015, 14:59 Uhr | Bernd F. Meier, dpa

Westfjorde Island: Kreuzfahrt zu den abgelegensten Nord-Regionen. Idyllisch, aber auch abgeschieden liegen die Häuser von Siglufjördur am Wasser. (Quelle: dpa/Ragnar Th. Sigurdsson)

Idyllisch, aber auch abgeschieden liegen die Häuser von Siglufjördur am Wasser. (Quelle: Ragnar Th. Sigurdsson/dpa)

Immer mehr Reiselustige wollen nicht mehr durch das Mittelmeer schippern oder ihre Bäuche unter der karibischen Sonne bräunen. Stattdessen liegen jetzt Erkundungstouren in den hohen Norden im Trend. Die "Fram" bietet eine Kreuzfahrt zu den Westfjorden Islands, die zu den abgelegensten Regionen der Insel zählen. Die Kreuzfahrer auf dem Expeditionsschiff lassen sich von der vulkanischen Landschaft beeindrucken und tauchen in die Geschichte der Menschen ein. Entdecken Sie die Westfjorde auch in unserer Foto-Show.

"Ich bin ein Fan der Westfjorde", bekennt Claudia Matzdorf-Brenner. Aus der Millionenmetropole Guatemala-City hat es die junge Frau an die Universität von Isafjördur mit seinen 2700 Einwohnern verschlagen. In der tropisch-warmen Großstadt kannte die Studentin ihre Nachbarn nicht - im Land der Westfjorde hat sie erfahren, wie man Tür an Tür mit ihnen zusammenlebt.

Nur ein schmales Stück verbindet die Halbinsel mit dem Festland

Hier im Nordwesten Islands halten die Menschen zusammen. Rau ist die Natur, die harten Winter sind lang - da rückt man zusammen. Wie die Finger einer Hand ragen Fjorde und felsige Bergketten über viele Kilometer in das Nordmeer hinein. Nur durch die schmale Landbrücke des Eyrarfjalls ist die Halbinsel mit dem übrigen Island verbunden.

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An den Westfjorden Islands mit dem Hauptort Isafjördur leben nur 7000 Menschen - ein Mensch pro Quadratkilometer. Das Expeditionsschiff "Fram" steuert bei seiner elftägigen Umrundung Islands winzige Orte wie Flateyri, Bolungarvik und Siglufjördur an. Die Orte sind eng verbunden mit der Fischerei, die im 19. Jahrhundert wirtschaftlichen Aufschwung brachte: Haie, Hering, Kabeljau und Wale wurden gefangen. Fischfabriken boten den Bewohnern der Küste Arbeit. Doch mit dem Aufkommen der Fabriktrawler, auf denen der fangfrische Fisch bereits an Bord verarbeitet wird, machte eine nach der anderen Fabrik dicht.

Eine Katastrophe jagte die nächste

In Siglufjördur sind Aufstieg und Fall der Fischerei im Heringsmuseum erlebbar: Ab 1903 wird die nördlichste Stadt Islands zum Zentrum des Heringsfangs. Zur Saison im Frühjahr stapeln sich am Hafen tausende Holzfässer mit Salzheringen. Frauen arbeiten im Akkord, nehmen die Fische aus und salzen sie - Siglufjördur ist im Herings-Rausch. Doch im Sommer 1964 kommt es zum Herings-Crash: Die Schwarmfische bleiben aus, die Bestände sind überfischt.

Geschichte und schicksalhafte Geschichten bietet der Landgang in Flateyri am Fjord Önundarfjördur. 200 Menschen leben in dem verschlafenen Dorf, das nach dem Niedergang der Fischerei eine weitere Katastrophe erlebte: Am 26. Oktober 1995 rauschte eine gewaltige Lawine zu Tal und begrub 29 Häuser unter sich.

Trend: Kreuzfahrten in den Norden

Riesige Erddämme und ein ausgeklügeltes Warnsystem sollen Flateyri heute schützen - aber die Abwanderung junger Leute hat das Bauwerk nicht stoppen können. "Flateyri und die anderen Orte der Westfjorde setzen heute auf den Tourismus", erzählt Claudia. Nur sechs Stunden liegt die "Fram" am kurzen Kai von Flateyri. Und doch keimt mit der Anlandung des Expeditionsschiffes im Dorf Hoffnung auf mehr Touristen auf. "Denn in den letzten zehn Jahren legte hier planmäßig kein einziges Kreuzfahrtschiff an", sagt Claudia.

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Während die "Fram" der Reederei Hurtigruten 2014 als erstes Kreuzfahrtschiff überhaupt Island komplett umrundete, werden in diesem Jahr mehr und auch größere Schiffe die Vulkaninsel ansteuern - der Trend geht zu Kreuzfahrten auf Nordkurs.

An der Kontinentalplatte

Links Amerika, rechts Europa: Auf Island driften die beiden kontinentalen Erdplatten pro Jahr etwa zwei Zentimeter auseinander. "Wir erleben die Erddynamik auf unserer Reise: Vulkane, Lava, heiße Quellen und Geysire", sagt der Geologe Steffen Biersack. Von den weltweit 1500 aktiven Vulkanen liegen etwa 30 auf Island.

Weitere Informationen:

Anreise: Mit dem Flugzeug von mehreren deutschen Flughäfen mit Air Berlin, Iceland Air, Lufthansa oder Wow Air in drei bis vier Stunden zum internationalen Flughafen Keflavik, von dort in rund 50 Minuten mit dem Bus weiter nach Reykjavik. Die Inlandsflüge starten ab Reykjavik. Von den Airports mit dem Leihwagen über die Insel.
Einreise: Deutsche Staatsangehörige brauchen lediglich ihren Personalausweis oder Reisepass.
Reisezeit: Von Juni bis August ist Hauptsaison. Die Temperaturen schwanken im Sommer zwischen 7 und 15 Grad Celsius. Regen und Wind sind häufig. Von Mitte Mai bis Mitte Juli ist es im Norden Islands rund um die Uhr hell. Warme und wetterfeste Bekleidung mit Anorak, Mütze und Handschuhen gehört ins Reisegepäck.
Währung: Ein Euro sind etwa 153 Isländische Kronen (Stand: Januar 2015). Kreditkarten und Geldautomaten sind weit verbreitet.

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