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125 Jahre Kreuzfahrten: Auf diesem Schiff fing alles an

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125 Jahre Urlaub zur See  

Auf diesem Schiff fand die erste Kreuzfahrt statt

04.01.2016, 13:34 Uhr | Michael Zehender, dpa-tmn

125 Jahre Kreuzfahrten: Auf diesem Schiff fing alles an. Mit ihr begann alles: Auf der "Augusta Victoria" fand 1891 die erste Kreuzfahrt statt. (Quelle: dpa/tmn/Hapag-Lloyd AG)

Mit ihr begann alles: Auf der "Augusta Victoria" fand 1891 die erste Kreuzfahrt statt. (Quelle: Hapag-Lloyd AG/dpa/tmn)

Jedes Jahr taufen die Reedereien neue Kreuzfahrtschiffe, die Branche boomt seit Jahren. Dabei fing alles wesentlich beschaulicher an: Vor 125 Jahren startete die "Augusta Victoria" zu der - nach heutigem Verständnis - ersten Kreuzfahrt der Welt. Seitdem hat sich an Bord der Schiffe einiges verändert. Sehen Sie die Anfänge des Hochsee-Urlaubs auch in unserer Foto-Show.

Es war eine betuchte Gesellschaft, die am 22. Januar 1891 in Cuxhaven an Bord der "Augusta Victoria" ging: Rittergutsbesitzer, Kommerzienräte, Konsuln, Bankiers. Kein Wunder: Der Preis für die bevorstehende Fahrt überstieg mit bis zu 2400 Goldmark (heute wären das knapp 23.500 Euro) das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Arbeiterhaushalts um das Dreifache. Dafür wurden die 174 Passagiere auch Zeugen der ersten Kreuzfahrt der Welt.

Simple Idee: Zum Vergnügen zur See fahren

Bis dato war der Zweck von Schiffen, Passagiere und Fracht schnell von A nach B zu bringen. So war das auch bei der "Augusta Victoria" von Hapag, die sonst auf der Route von Hamburg nach New York fuhr. Doch in den Wintermonaten wagte sich kaum jemand auf die stürmische Reise. So hatte Reeder Albert Ballin eine Idee: Warum nicht mit dem Schiff im Winter zum Vergnügen in wärmere Gewässer fahren?

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"Mit dieser Idee stand er damals ganz alleine da", erzählt Karl J. Pojer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten und damit so etwas wie der Nachfolger von Ballin. "Zur See fuhr man damals einfach nicht freiwillig." Als 57-tägige "Exkursion" war die Fahrt mit der "Augusta Victoria" ausgeschrieben. Von Cuxhaven ging es unter anderem nach Alexandria, Beirut und Konstantinopel.

Die ersten Tage an Bord waren wenig angenehm: In Cuxhaven gab es schon beim Auslaufen Probleme, das Meer war rau. An den ersten Abenden war der Speisesaal wohl ziemlich leer. Als Entschädigung ließ Ballin zum Frühstück Austern servieren. Doch bald wurde es besser - und die Reise zu einem vollen Erfolg mit einigen Abenteuern.

Hapag gehörte das erste reine Kreuzfahrtschiff

Nach dem Erfolg der "Augusta-Victoria"-Fahrt stellte Hapag 1900 das erste reine Kreuzfahrtschiff der Welt in Dienst: die "Prinzessin Victoria Luise".

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunächst einmal keine Kreuzfahrten mehr. Erst Ende der 1950er Jahre fand auf der "Ariadne" wieder eine Kreuzfahrtstatt, in der DDR waren Kuba-Fahrten mit der MS "Völkerfreundschaft" beliebt. Doch im Grunde blieb lange Zeit vieles den alten Traditionen verhaftet.

Aida macht Kreuzfahrten in den 1990ern lockerer

Bei Kreuzfahrt dachte man damals an Kapitäns-Dinner, Abendgarderobe und Shuffle-Board - so, wie man es eben jahrelang vom "Traumschiff" gewohnt war. "Viele Vorurteile gegenüber der damaligen Kreuzfahrt waren da nicht ganz unberechtigt", sagt Helge Grammerstorf, heute National Director des Branchenverbandes Clia Deutschland.

Das änderte sich erst Mitte der 1990er Jahre, als Horst Rahe mit Aida an das Konzept der amerikanischen Spaßschiffe und des Cluburlaubs anknüpfte. "Das Clubschiff" lautete der Beiname. Letztlich setzte sich das neue Konzept durch. "Wer hat das schon, dass das Hotel jeden Tag an einem anderen Ort ist", so Grammerstorf.

Die Rostocker Reederei ist knapp 20 Jahre später Marktführer in Deutschland, die neue "Aida Prima" (Taufe im Frühjahr 2016) wird das elfte Schiff der Flotte, drei weitere sind bereits bestellt. Daneben sind heute in Deutschland Tui Cruises, Hapag-Lloyd Kreuzfahrten und Phoenix weitere große Mitspieler auf dem Hochseekreuzfahrtmarkt. Und es gibt Konkurrenz aus dem Ausland: MSC oder Costa aus Italien und US-Reedereien wie Norwegian Cruise Line oder Royal Caribbean.

Statt 174 Passagieren finden heute auf den größten Ozeanriesen wie der "Harmony of the Seas", die 2016 in Dienst gestellt wird, weit mehr als 6000 Menschen Platz. Wasserrutschen über zehn Decks, Fallschirmspringen, Wellenreiten, Kletterwand, Autoscooter, Schlittschuhbahn: All das gibt es heute an Bord. Für eine Kreuzfahrt muss niemand mehr ein Vielfaches seines Jahreseinkommens ausgeben.

Einige Elemente bleiben über die Jahre gleich

Bei allen Unterschieden zwischen der "Augusta Victoria" und modernen Kreuzfahrtschiffen sieht Pojer doch viele Gemeinsamkeiten: "Die Kreuzfahrt ist ein ganzheitliches Erlebnis, die Passagiere bekommen exklusive Reiseerlebnisse. Wir haben im Grunde vieles von Ballin und der 'Augusta Victoria' weiterentwickelt." Landausflüge gab es früher wie heute, Ballin erfand daneben die Bordzeitung, auf den Tischen standen Blumenbouquets, Essen war und ist sehr wichtig.

Und die Deutschen lieben die Kreuzfahrt. 2014 verbrachten nach Angaben von Clia 1,77 Millionen Menschen ihren Urlaub auf dem Schiff. Innerhalb von zehn Jahren hat sich diese Zahl verdreifacht. Mit der steigenden Zahl an Passagieren ist auch die Vielfalt der Schiffe gestiegen. Für fast jeden Geschmack ist etwas dabei: vom kleinen Expeditionsschiff, das in die Antarktis fährt, über das klassische Kreuzfahrtschiff bis hin zu den Massenschiffen.

Das Wachstum der Kreuzfahrtbranche hat auch ihre Schattenseiten offenbart. Zum einen sind viele Häfen heute schon überlastet. Zum anderen ist die Umweltverschmutzung ein Problem. Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren laut Umweltschutzbund Nabu mit billigem Schweröl. Erst langsam rüsten die Reedereien ihre Schiffe nach. Entweder setzen sie Abgasfilter ein oder gleich Motoren, die mit umweltfreundlicheren Kraftstoffen fahren.

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