Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele >

Kroatien: Unterwegs in der Höhle Jama Baredine

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Kroatiens Untergrund: Höhle Jama Baredine

07.09.2010, 12:43 Uhr | srt, Rainer Krause , t-online.de

Kroatien: Unterwegs in der Höhle Jama Baredine. Kroatiens Untergrund: Höhle Jama Baredine (Foto: ART Redaktionsteam)

Kroatiens Untergrund: Höhle Jama Baredine (Foto: ART Redaktionsteam)

Ein lauschiges Freiluftcafé mit Bänken und Tischen unter schattenspendenden Bäumen empfängt Urlauber nach der kurzen Fahrt vom kroatischen Küstenstädtchen Porec hinauf zum Dorf Nova Vas. Flatternd kündigt eine weiße Fahne die Tropfsteinhöhle Baredine in Kroatien an. Doch wo ist die Höhle? Zu sehen sind nur ein flaches Feld mit roter Erde, das umrahmt wird von Weingärten, und ein kleiner Hügel, auf dem ein Dutzend Leute vor einem Zaun Schlange steht. Ein Führer mit Taschenlampe öffnet ihnen eine Tür - und einer nach dem anderem verschwindet vom Erdboden - Sehen Sie selbst in unserer Foto-Serie.

Einfach ein großes Loch in der Erde?

Die Jama Baredine ist keine klassische Höhle mit einem horizontalen Gang wie die meisten anderen Schauhöhlen, sondern eine Schachthöhle. Und für Kinder ist sie erst einmal nur ein großes Loch in der Erde. Doch schon 15 Meter tiefer stehen sie staunend in der Eingangshalle: Zehn Meter ist sie hoch und gut 15 Meter lang. Weiter geht es, tiefer hinunter zum Roten Saal. Die Tropfsteine über uns und an den Wänden werden immer länger. Versteckte Lampen lassen sie rot schimmern, andere sind schneeweiß und scheinen von innen heraus zu leuchten.

Dünne Röhrchen im Spaghettisaal

Geduckt geht es an einem Felsbrocken vorbei und in einen Wald aus von der Decke hängenden Stalaktiten und vom Boden wachsenden Stalagmiten. Im Spaghettisaal hängen sie als dünne Röhrchen von der Decke, dann baut sich der weiße Turm von Pisa auf. Im vierten Saal bilden einhunderttausend Jahre alte dünne Tropfsteinfahnen einen weißen Vorhang mit zehn Metern Länge. Steil führt die Eisentreppe weiter hinab. Fast 60 Meter befinden sich die Besucher hier unter dem Erdboden, erzählt der Höhlenführer. Die Kinder schauen ungläubig und misstrauisch nach oben, als ein Gast erzählt, dass das so tief ist, wie zehn Häuser aufeinander gestellt hoch sind. Doch bald sind die Kinder wieder bei der Sache. Denn der Figurensaal, der letzte und tiefste Höhlenraum, setzt den Höhepunkt.

Schneemann und Madonna im Figurensaal

Zweieinhalb Meter hoch ragt der "Schneemann" auf, ein mächtiger weißer Tropfstein. Daneben steht, noch weißer, die "Madonna". Durch den kleinen See um sie herum wirkt das Bild noch märchenhafter. In einer kleinen Schale davor liegt regungslos ein weißes längliches Tier, ein Grottenolm. Er lebe ausschließlich in der Dunkelheit von Karsthöhlen, erklärt der Führer, kann nicht sehen und hundert Jahre alt werden. Erst als er weiter erzählt, dass früher die Menschen glaubten, Grottenolme seien Drachenbabys, nehmen die Kinder ihn genauer in Augenschein.

"Speleoclimbing" für Furchtlose

Nach knapp einer Stunde ist die Tour zu Ende. Die Kinder schwärmen aus zum Eselreiten und zum Klettern auf den Traktoren der kleinen Ausstellung mit Ackergeräten. Das ist die Gelegenheit für ein Glas Rotwein in aller Ruhe. Die dauert allerdings nicht lange. Aufgeregt kommen die Kinder vom Spielplatz zurück: "Da hinten kann man an einem Seil in eine Höhle klettern. Das wollen wir auch." An den Wänden eines tiefen Lochs baumeln bereits Wagemutige mit Helm und Klettergurt an einem Seil. Wie die Höhlenforscher lassen sie sich mit der so genannten Single-Rope-Technik die senkrechte Wand hinunter, während sie sich mit den Füßen an ihr abstützen. Mit einem flauen Gefühl im Magen steht man das erste Mal am Abgrund, gesichert mit einem Karabinerhaken. Mit dem Rücken zum Höhlenschacht und den Füßen zur Wand geht es los, hoch über dem Höhlengrund. Das Seil hält. Hoffentlich funktioniert auch die Klemme, mit der man kontrolliert das Seil nachlassen kann, wird sich mancher im ersten Moment denken. Nach ein paar Metern ist die Angst weg und man "läuft" zügig die Wand hinunter. Wieder hinauf kostet es ein paar Schweißtropfen.

Weitere Informationen:

Die Höhle Baredine liegt etwa sieben Kilometer östlich von Porec beim Dorf Nova Vas und ist von April bis Oktober täglich geöffnet. Über rund 230 Stufen geht es etwa 66 Meter tief in den Karst, die einfache Wegstrecke beträgt 150 Meter. Der Höhlenbesuch mit Führung dauert etwa 45 Minuten und kostet für Erwachsene 40 Kuna (5,50 Euro), für Kinder 25 Kuna (3,45 Euro). Das "Speleoclimbing", die Klettertour am Seil, kostet 40 Kuna (5,50 Euro), die Ausrüstung ist im Preis enthalten. Angeboten werden auch Höhlenexkursionen. Die Mitglieder des Höhlenvereins Proteus steigen dabei nach einer Einführung in die Klettertechnik mit einer Gruppe in eine noch unerschlossene Höhle hinab. Die Exkursionen dauern etwa fünf Stunden und kosten 350 Kuna (48 Euro) für Erwachsene und 250 Kuna (34,50 Euro) für Kinder inklusive Ausrüstung und Teilnahmezeugnis.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal