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Stewart Island, Neuseeland: Die Kiwi-Insel ist fast ganz unbekannt

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Ein fast vergessenes Eiland: die Kiwi-Insel

21.02.2012, 16:12 Uhr | Andreas Lesti, SRT, srt

Stewart Island, Neuseeland: Die Kiwi-Insel ist fast ganz unbekannt. Unbekannt aber nicht unbedeutend: Auf Stewart Island leben nur 400 Menschen - dafür aber 25.000 Kiwis. (Quelle: J. Pierce / Southland New Zealand)

Unbekannt aber nicht unbedeutend: Auf Stewart Island leben nur 400 Menschen - dafür aber 25.000 Kiwis. (Quelle: J. Pierce / Southland New Zealand)

Viele denken, Neuseeland bestünde lediglich aus Nord- und Südinsel. Doch noch weiter im Süden liegt Stewart Island, ein beinahe unbekanntes Eiland, auf dem gerade mal 400 Einwohner leben - dafür aber 25.000 Kiwis. Jene flugunfähige und kugelförmige Vögel derentwegen jährlich tausende Touristen Stewart Island anpeilen. Die Chance, das nachtaktive Tier hier während einer Kiwi-Tour zu sehen, sind überragend gut. Sehen Sie Stewart Island auch in unserer Foto-Show.

Kiwi: Tier, Mensch, Frucht - was denn nun?

Den Kiwi hat man nach seinem Schrei benannt, der sich anhört wie ein "kieeww, kieeww". Denn Kiwis, und damit kommen wir schon zu den speziellen Nicht-Eigenschaften dieses Tieres, können nicht nur nicht fliegen, sie können auch nicht singen. Zudem sieht er gar nicht aus wie ein Vogel, sondern wie ein kniehohes Wollknäuel, aus dem drei Stricknadeln herausstechen. Auch die Neuseeländer behaupten "I`m a Kiwi", wenn sie die Welt bereisen. Und das tun sie, weil sie einen Vogel haben - und ihn lieben. Schon um 1900 erhoben die Neuseeländer den Kiwi zu ihrem Nationalsymbol, versahen fast alles mit einem Kiwi-Emblem und nannten sich schließlich selbst voller Stolz Kiwis. Und das sagt ja schon einiges aus, über Mensch und Tier. Dann gibt es da noch die Frucht, die einstmals als "chinesische Stachelbeere" bekannt war. Als sie in den 1950er Jahren in Neuseeland im großen Stil angebaut wurde, erkannten die Kiwis, also die Menschen, in der runden, braunen, felligen Frucht schnell die Ähnlichkeit zum Kiwi, dem Vogel, und benannten sie nach ihm.

Fast vergessenes Eiland

Um Mensch und Vogel näherzukommen, muss man nach Stewart Island, der drittgrößten Insel Neuseelands, die südlich der Südinsel liegt. Von Norden nach Süden nimmt die Bevölkerung Neuseelands stetig ab. Stewart Island ist so groß wie das Saarland, und es leben dort nur 400 Menschen. Es gibt ein Dorf namens Oban, ein paar Hotels und Pensionen, 15 deutsche Auswanderer, ein Pferd und einen Polizisten. Und wenn der Polizist einmal nicht da ist, dann weiß das die ganze Insel.

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Kiwi-Spotting

Auf Stewart Island leben auch 25.000 Kiwis, und das wiederum ist einer der Gründe, warum jährlich etwa 35.000 Touristen anreisen, in der Hoffnung, einem dieser nachtaktiven Laufvögel, dem Symboltier Neuseelands, zu begegnen. Damit ihre Chancen etwas steigen, bieten Phil und Zane Smith Kiwi-Touren an. Und weil "Kiwi" eben nicht nur Vögel und Früchte, sondern auch die Einwohner Neuseelands bezeichnet, kann man beim sogenannten Kiwi-Spotting eine ganze Menge über dieses Ende der bewohnten Welt lernen.

Die Kiwi-Tour hat 98 Prozent Erfolgsquote

Phil und sein Sohn Zane fahren seit 22 Jahren in der Abenddämmerung von der Halfmoon Bay hinüber zum Ocean Beach. Der Dieselmotor des Schiffes namens "Wildfire" dröhnt im Zwielicht, und Zane erzählt etwas Unverständliches. Erst später, wenn der Motor des Schiffes aus ist, wird einem klar, dass man auch ohne den Lärm kein Wort von Zanes Kauderwelsch versteht. Nach mehrmaligem Nachfragen findet man heraus, dass es "keine Kiwi-Garantie" gebe, aber sie in 22 Jahren nur sieben Mal keine gesehen hätten. Das entspreche einer Erfolgsquote von 98 Prozent, was die zehn Touristen an Bord zuversichtlich stimmt: Backpacker aus Deutschland und Hobbyornithologen aus Amerika, Vogelnerds mit Ferngläsern, Schlapphüten und Riesenkameras, die vermutlich teurer waren als die Reise hierher.

Nachtaktive Nicht-Flieger

Kiwis sind nachtaktiv und eher gelassene, introvertierte und zurückhaltende Tiere. Dass sie nicht fliegen können, verdanken sie der Evolution, denn es gab nie Feinde und Jäger, die diese Eigenschaft notwendig gemacht hätten. Das ist nur logisch. Ein gutes Pferd, sagt man, springt nur so hoch, wie es muss. Und ein guter Vogel fliegt nur so hoch, wie er muss. Dieser hier gar nicht. Dass sich die Menschen so liebevoll um ihn kümmern, liegt also an einer Mischung aus Harmoniebedürfnis und schlechtem Gewissen. Schließlich haben sie all die Hunde, Katzen und Ratten mitgebracht, die für Kiwis zur Bedrohung wurden.

Der erste Kiwi

Am Ocean Beach beginnt es zu regnen. Zane zieht seine Militärjacke in den Nacken und geht mit langen Schritten weiter - die Gruppe hinterher. Nach etwa zwei Stunden bleibt Zane abrupt stehen, knipst die Taschenlampe an und hat - den Kiwi direkt im Lichtkegel! Nur etwa fünf Meter von der Gruppe entfernt. Er dreht Zottelkopf und Stricknadelschnabel zu uns und schaut uns an, als wären wir Teil seines Fernsehprogramms. Und wir ihn ebenso. Dann schleppt er sich langsam und unwirklich einmal quer durchs Bild. Schweigen. Andacht. Glückseligkeit. Unser erster Kiwi.

Kiwis kennen kein Fluchtverhalten

Wenn man den Kiwi am Ocean Beach sieht, dann weiß man sofort, warum ihn die Wissenschaft Straußwachtl oder Schnepfenstrauß nennt. Das Tier hat eindeutig mehr Fell als Federn. Es sieht eher aus wie ein Ameisenbär oder eine Bisamratte, und wenn es sich bewegt, zugleich wie ein Hase und ein Igel. Ihn mit irgendeinem anderen Vogel zu vergleichen wäre absurd, vielleicht mit einem Huhn, das sich ein zotteliges Kostüm übergezogen hat. Immer, wenn wir uns ihm einen Schritt nähern, bewegt, hoppelt, stakst, hüpft, kriecht, was auch immer, er auch ein Stück über den Sand. Er verhält sich wie ein ferngesteuertes Auto, das sich außerhalb der Reichweite der Fernsteuerung befindet und erst wieder reagiert, wenn man sich ihm nähert. Es ist kein Fluchtverhalten, das kennt der Kiwi ja nicht, eher ein Sichgestörtfühlen. Dann marschiert, stolziert, galoppiert, was auch immer er wieder in die Dunkelheit. Es bleiben nur seine Fußabdrücke, wie Mercedessterne im Sand.

Weitere Informationen:

Allgemeine Informationen: www.newzealand.com und www.stewartisland.co.nz;
Anreise: Neben anderen internationalen Fluglinien fliegt Air Newzealand ab Frankfurt über Hongkong oder via London und Los Angeles nach Auckland (Preise ab ca. 1100 Euro, www.airnewzealand.de). Von Auckland gehen regelmäßig Flüge nach Invercargill. Von dort aus fliegen Propellermaschinen nach Stewart Island (www.stewardislandflights.com). Ab Bluff fährt auch eine Fähre (ohne Auto) über das zum Teil sehr unruhige Meer.
Allgemeines: Stewart Island verzeichnet 210 Regentage, aber eine eher geringe Gesamtniederschlagsmenge pro Jahr. Das heißt: Es regnet fast immer ein bisschen. Die Touristensaison beginnt im Oktober und dauert bis Ostern. Davor und danach kann es sehr kalt und nass werden.
Kiwi-Touren: Kiwi-Spotting Bravo Adventures Cruising heißt das Unternehmen von Phil und Zane Smith. Während der Saison fahren sie jeden Abend zum Ocean Beach, um dort mit den Teilnehmern Kiwis zu beobachten. Die Tour dauert rund vier Stunden und kostet rund 80 Euro pro Person. Mehr unter www.kiwispotting.co.nz.
Wanderungen: Wer beim Wandern seine Ruhe haben will, der sollte nach Stewart Island. Dort verläuft der Rakiura Track, einer der Great Walks Neuseelands. Er führt über drei Tagesetappen an der Küste entlang und durch den Regenwald und ist im Vergleich zu den anderen Great Walks nicht überlaufen. Kürzere Wanderungen mit Vogelbeobachtung kann man auch auf der Stewart Island vor gelagerten Insel Ulva Island unternehmen (www.ulva.co.nz).
Übernachtung: Zum Beispiel in der schön über der Bucht gelegenen "Stewart Island Lodge" (www.stewartislandlodge.co.nz) oder im "South Sea Hotel", direkt am Strand (www.stewart-island.co.nz).
Essen: Hervorragende Fish and Chips oder Austern (Southern Glory Oyster) gibt es bei "Kai Kart", einem Wohnwagen in der Ayr Street. Der Laden wird von dem deutschen Koch Markus Bernhardt betrieben.

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