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Unterwassermuseum Mexiko: Stubenhocker auf dem Meeresgrund

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Unterwassermuseum: Stubenhocker auf dem Meeresgrund

14.03.2011, 15:11 Uhr | Markus Roman, mro, t-online.de

Unterwassermuseum Mexiko: Stubenhocker auf dem Meeresgrund. Mexiko: Die neue Skulptur des Unterwassermuseums heißt "Trägheit". (Foto: www.underwatersculpture.com) (Quelle: www.jasondecairestaylor.com)

Mexiko: Die neue Skulptur des Unterwassermuseums heißt "Trägheit". (Foto: www.underwatersculpture.com) (Quelle: www.jasondecairestaylor.com)

Auf dem Schoß ein Teller mit Burger und Pommes, der nackte Bierbauch quellt hervor, den Blick starr auf den Fernseher gerichtet. Dieses Bild von einem Mann findet sich vor der Küste Mexikos in vier Metern Tiefe und ist eine von drei neuen Skulpturen im Unterwassermuseum des Künstlers und Tauchlehrers Jason deCaires Taylor. Sehen Sie das Unterwassermuseum in unserer Foto-Show.

Sozialkritische Skulpturen im Unterwassermuseum

In seinem neuesten Werk gibt sich Taylor sozialkritisch: "What have we done" (dt.: "Was haben wir getan?") heißt die neue Skulpturen-Reihe, zu der auch der zementene Stubenhocker gehört. Der Prachtkerl trägt den passenden Namen "Inertia" (dt.: "Trägheit"). Zu der Reihe gehören zwei weitere Figuren. Eine davon zeigt eine hochgeschossene Frauengestalt und trägt den Titel "Void" (dt.: die Leere). Einer Kindergestalt, die den Blick über einen Haufen Müll und Unrat schweifen lässt, gibt Taylor den Namen "Inheritance" (dt. das Erbe). Die Skulpturenreihe findet sich vor dem Landvorsprung Punta Nizuc in vier Metern Tiefe.

"The Silent Evolution": Größte Installation des Unterwassermuseums

Mit der Groß-Installation "The Silent Evolution" (dt.: die stumme Evolution) machte Taylor zuletzt im November 2010 Schlagzeilen für sein Unterwassermuseum vor der mexikanischen Küste. Die 403 lebensgroßen Figuren stellen die Menschen aus verschiedensten Kultur- und Berufskreisen dar. "The Silent Evolution" im Cancun Marine Park in Mexiko ist die bislang größte Installation von Taylor. Es dauerte gut ein Jahr, die Figuren zu fertigen und in neun Metern Tiefe zu versenken. Modell standen dem Künstler vor allem Einheimische, nach deren Vorbild er die 403 Einzelstücke schuf. Die Installation erstreckt sich auf einer Fläche von 420 Quadratmetern und wiegt insgesamt mehr als 180 Tonnen. Wie schon bei seinen früheren Installationen in Cancun und Grenada will der Künstler einen Beitrag zum nachhaltigen Tourismus leisten. So dienen seine Skulpturen der Tier- und Pflanzenwelt als künstliches Riff und werden mit der Zeit von Korallen und anderen Lebewesen besiedelt. Zudem soll das Unterwassermuseum die natürlichen Riffe der Gegend entlasten, indem es die Besucherströme zum steinernen Menschenauflauf umlenkt. Taylors Skulpturen stehen in der Regel an Stellen, an denen etwa Stürme die Korallen vernichteten.

Cancuns Unterwassermuseum und seine Attraktionen

Bis zu vier Meter große Figuren in drei Installationen gehören neben "What have we done" und "The Silent Evolution" zum Unterwassermuseum. Eine Skulptur mit dem Namen "Das Archiv der verlorenen Träume" stellt ein Unterwasserarchiv samt Archivar dar, der über hunderte Flaschenpost wacht. Bestückt wurden die Flaschen mit Nachrichten von Menschen verschiedener kultureller und religiöser Hintergründe. Sie sollen aktuelle Werte und Situationen für spätere Generationen festhalten. Die beiden weiteren Installationen heißen übersetzt "Der Garten der Hoffnung" und "Brennender Mann". Taylor und sein Team haben für das Unterwassermuseum für das Jahr 2011 weitere Pläne: Lokal ansässige aber auch internationale Künstler sollen weitere Skulpturen beisteuern und bei speziellen Unterwasserveranstaltungen Kunst und Wissenschaft feiern.

Grenada: Steinerne Schriftsteller und Radfahrer

Auch in Grenada war Taylor schon aktiv: Der "Lost Correspondent" ("der verlorene Korrespondent"), ein einsamer Mann an einem Tisch mit Schreibmaschine, empfängt hier kunstbegeisterte Taucher. Eine andere Figur kniet im Sand und im verrosteten Gestänge reflektieren sich die Sonnenstrahlen geheimnisvoll. Fischschwärme umrunden einen Radfahrer, der sich stetig um Bewegung bemüht, aber still an einem Felsen verharrt und aus diversen Riffs beobachten vermooste Köpfe die neugierigen Besucher. Besonders beeindruckend ist das, was Taylor aus 30 Säcken Zement und einer LKW-Ladung Sand erschaffen hat: Einen Kreis aus 26 Statuen mit einem Durchmesser von fünf Metern, die ein Gesamtgewicht von fünf Tonnen auf die Waage bringen. Sogar von der Oberfläche ist diese Installation gut zu erkennen.

Mehrdimensionale Kunst

Taylors Kunst spielt mit Widersprüchen und funktioniert auf mehreren Ebenen: Die Installationen befinden sich in einem freien Raum und in keiner Galerie, dennoch lassen die Wassermassen sie wie in einem geschlossenen System erscheinen. Unter Wasser wirken die Werke bis zu einem Drittel größer. Durch die Spiegelungen der Sonne auf und unter dem Wasser scheinen die Figuren sich leicht zu bewegen, während sie sich unbeeindruckt von den Fischen kitzeln lassen.

Weitere Informationen

www.underwatersculpture.com, info@underwatersculpture.com, +44 (0)7762 829173. Die Skulpturen finden sich direkt im Meer, ein spezieller Eintritt wird nicht verlangt.

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