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Karibik: Unbekanntes Inselparadies Roatán

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Karibik: Unbekanntes Inselparadies Roatán

11.04.2011, 10:55 Uhr | dpa-tmn

Karibik: Unbekanntes Inselparadies Roatán. Traumhafte Strände auf Roatán (Foto: dpa-tmn)

Traumhafte Strände auf Roatán (Foto: dpa-tmn)

Schon beim Anflug auf Coxen Hole, den Hauptort von Roatán, wird dem Besucher klar, worum es auf und rund um die Insel in der Westkaribik hauptsächlich geht: Ums Tauchen, Schnorcheln, Baden. Das Flugzeug nähert sich der Wasseroberfläche so sehr, dass die Passagiere den Eindruck haben, die Maschine werde gleich in das türkisfarbene Wasser eintauchen. Honduras ist nicht als ein herausragendes Touristenziel bekannt. Doch das mittelamerikanische Land bemüht sich, das zu ändern. Seine Antwort heißt Roatán, das Inselparadies in der Westkaribik. Sehen Sie die Eindrücke der Insel auch in unserer Foto-Show.

Gute Bedingungen für Taucher

Roatán ist eine rund 60 Kilometer lange Insel mit drei dicht bewaldeten, bis zu 230 Meter ansteigenden Höhen. Sie liegt rund 50 Kilometer vor der Küste von Honduras, im Zentrum der sogenannten Islas de la Bahia. Zu diesen zählen neben Roatán die Inseln Útila westlich und Guanaja im Osten, aber auch zahlreiche kleine Cayos, die diesen vorgelagert sind. Und dann gibt es noch die Cayos Cochinos näher am Festland. Noch ist Roatán ein Paradies, insbesondere für alle, die schnorchelnd oder tauchend die Unterwasserwelt erkunden wollen. "Vor allem für Anfänger", bestätigt Dirk, ein erfahrener Taucher aus der Schweiz. Er ist enttäuscht, keinem Walhai begegnet zu sein, mit dem Honduras Taucher und Schnorchler anzulocken versucht. Die Insel wird umzogen von einem der größten Riffe der Welt. Rund um die Inseln gibt es die besten Bedingungen fürs Tauchen und Schnorcheln. Wer nicht nass werden und auch nicht die Luft anhalten will, kann die Unterwasserwelt von Booten mit Glasboden aus bestaunen. Oder er lässt sich mit einem Mini-U-Boot in West Bay auf die Nordseite des Riffs fahren, um dort rund 365 Meter hinabzutauchen.

Das historischen Inselparadies

Touristisch wurde Roatán bekannt, nachdem Hurrikan "Mitch" die Region 1998 heimgesucht hatte. Um Honduras zu helfen, förderte die Weltbank den Ausbau der Landebahn des Flughafens. Größere Maschinen sollten als Impuls für den Tourismus die Möglichkeit zum Landen auf Roatán bekommen. Damals kamen auch viele Amerikaner, Kanadier und Engländer hierher, investierten in kleine Hotels, Restaurants und Tauchschulen. Das führte auch zu einer weiteren "Anglifizierung" Roatáns, wo Englisch immer noch die wichtigste Sprache ist. Ureinwohner gibt es nicht, da sie nach der Ankunft der Spanier im 15. Jahrhundert an eingeschleppten Krankheiten zugrunde gingen. In den folgenden Jahrhunderten war die Insel stets zwischen Spanien und England umkämpft und ein wichtiger Schlupfwinkel englischer Piraten. Nach einem von ihnen, John Coxen, ist der Hauptort Coxen Hole benannt.Die älteste Siedung ist Punta Gorda im Nordosten Roatáns. Hier leben die Nachfahren der schwarzen Kariben, die die Engländer am Ende des 18. Jahrhunderts von der Antilleninsel Saint Vincent hierher verfrachteten. Die Sklaven hatten sich dort mit Hilfe der Franzosen gegen die englischen Kolonialherren aufgelehnt. Die meisten zogen weiter an die Nordküste von Honduras, wo sie die eigenständige Kultur der Garífunas schufen..

Roatán soll mehr Touristen aufs Festland bringen

Honduras will von Roatán aus Touristen zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Festland bringen. "Unser Ziel ist es, die Zahl der europäischen Touristen und insbesondere der Deutschen zu erhöhen", sagt Tourismusministerin Nelly Jérez. 2010 kamen rund 900.000 Besucher, darunter nur 10.000 Deutsche. Vor allem werde der Andrang der Kreuzfahrtschiffe größer werden. Auf Roatán sind die Musik und die Tänze der Garífunas inzwischen ein fester Bestandteil des bunten Programms geworden, das den Tausenden von Besuchern geboten wird, die mit den großen Kreuzfahrtschiffen aus Miami in Roatán anlegen. So tritt die Gruppe von Rolando Hill an drei Tagen in der Woche auf der Terrasse des auf Pfählen über dem Meer in der Half Moon Bay errichteten Restaurants "Eagles Rays" auf. Dann werden Hunderte, wenn nicht Tausende von Schiffspassagieren mit Kleinbussen und Taxis zu den Buchten, Stränden und Sehenswürdigkeiten der Insel geschafft.

1500 Fremdenzimmer auf der Trauminsel

Am Abend fahren die Garífunas wieder zurück nach Punta Gorda, dem man noch heute ansieht, dass der Wirbelsturm "Mitch" das Dorf vor mehr als einem Jahrzehnt schwer zerstört hat. Einige Hütten wurden wiederaufgebaut, an einigen wird noch gearbeitet. Am Strand stehen zwei Einbaumboote, die Garifunas leben vom Anbau von Bohnen und Mais und haben als einzige das Recht, in dem Gebiet vor dem Riff zu fischen. Mit ihren Einbaumbooten hätten sie auf der See draußen wohl auch keine Chancen. Die meisten Gebäude auf Roatán sind aus Holz, auch die Hotels mit ihren Balkonen und Veranden unter weit vorstehenden Dächern, die sich oft unter Bäumen und in der bunten tropischen Vegetation verstecken, als suchten sie Schutz vor Stürmen und Wasser. Ohne die kleinen Herbergen zu zählen, verfügt die Insel derzeit über 1500 Zimmer.

Honduras möchte mehr europäische Touristen anlocken

Der Flug aus Houston in Texas dauert zweieinhalb Stunden, aus Miami kaum mehr als eine Stunde. Auch aus Kanada wird die Insel angeflogen. Und einmal in der Woche kommt eine Maschine aus Mailand. Von La Ceiba auf dem Festland fahren täglich Fähren. Dabei wird es aber nicht bleiben. Es soll vor allem mehr Flüge aus Europa geben, wie der Parlamentsabgeordnete und Tourismusunternehmer Romeo Silvestri der Zeitung "La Prensa" sagte: "Wir haben es auf den Touristen aus Mitteleuropa abgesehen, der die Natur, extreme Sportarten und unsere lebendige Kulturen liebt."

Weitere Informationen:

Tourismusseite Zentralamerika: www.visitcentroamerica.de

Englische Tourismusseite Honduras: www.letsgohonduras.com

Tourismusseite Roatán: www.roatantouristinfo.com 

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