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Unterwassermuseum Mexiko: Zementene Bomben im Meer

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Explosives auf dem Meeresboden?

06.12.2011, 09:24 Uhr | mro, t-online.de, aja

Unterwassermuseum Mexiko: Zementene Bomben im Meer. Explosives auf dem Meeresgrund? (Quelle: Jason deCaires Taylor)

Explosives auf dem Meeresgrund? (Quelle: Jason deCaires Taylor)

Explosiver Zugang für das Unterwassermuseum des Künstlers Jason de Caires Taylor vor der Küste Mexikos. In der neuesten Installation finden sich in vier Meter Tiefe zementene Nachbildungen von Wasserbomben- und Minen. Eine weitere Skulptur, der "Holy Man" ist dagegen eine Nachbildung eines männlichen Körpers, der von einer besonderen Korallenkolonie bevölkert wird. Sehen Sie die faszinierenden Skulpturen des Unterwassermuseums vor Cancun auch in unserer Foto-Show.

Unterwasserbomben als Symbol für Zerbrechlichkeit der Unterwasserwelt

Mit den neuen Skulpturen will Künstler und Tauchlehrer Jason de Caires Taylor nach eigenen Angaben auf die ungewisse Zukunft der Lebensräume maritimer Riffe hinweisen. Die Skulpturen sollen außerdem ironisch wirken, da in der Form von Waffen sich neues Leben sammelt und ansiedelt. Denn wie bei anderen Skulpturen des Künstlers bieten die zementenen Oberflächen verschiedenen Meereslebewesen Unterschlupf. Die Skulptur "Holy Man" hat dagegen einen direkten Bezug zu einem von de Caires früheren Werke. An mehr als 150 Stellen wurden dem "Holy Man" so genannte Hirschgeweihkorallen eingesetzt, die zuvor auf einer anderen Skulptur gewachsen waren - dem "Gardener of Hope".

Meeres-Käfer: Hummer leben im Kofferraum

Ein weiterer Clou de Caires ist ein VW Käfer: Die originalgroße und acht Tonnen schwere Skulptur ist ein weiteres Ausstellungsstück in dem Unterwassermuseum zwischen der mexikanischen Isla Mujeres und Cancun. Still und verlassen steht sie auf dem sandigen Meeresboden - zumindest auf den ersten Blick, denn in den Fenstern des Zement-Autos befinden sich Löcher, durch die kleine Fische in das Wageninnere gelangen können. Und neben den Stellen, an denen sich bei einem echten VW Käfer die Räder befinden, hat der Künstler größere Löcher in den Zement gearbeitet, um auch Hummern den Eintritt zu ermöglichen. Im hinteren Teil sollen spezielle Kisten den Meereslebewesen einen neuen Lebensraum schaffen. Der VW Käfer soll künftig als künstliches Riff dienen. Wie schon bei seinen früheren Installationen in Cancun und Grenada will der Künstler einen Beitrag zum nachhaltigen Tourismus leisten: Das Dach des Wagens ist texturiert und pH-neutral, damit sich Korallen dort ansiedeln können - die Skulptur soll nämlich Meereslebewesen ein Mini-Reservat bieten. Außerdem soll das Unterwassermuseum die natürlichen Riffe der Gegend entlasten, indem es die Besucherströme zum Unterwassermuseum umlenkt.

Sozialkritische Skulpturen im Unterwassermuseum

Taylors zuvor auf dem Meeresboden veröffentlichte Arbeit zeigte einen bierbäuchigen Mann mit Burger und Pommes auf dem Schoß, der den Blick starr auf den Fernseher richtet. Er ist Teil der sozialkritischen Skulpturenreihe "What have we done" (dt.: "Was haben wir getan?"). Der Prachtkerl trägt den passenden Namen "Inertia" (dt.: "Trägheit"). Zu der Reihe gehören zwei weitere Figuren: Eine hochgeschossene Frauengestalt, die den Titel "Void" (dt.: die Leere) trägt, sowie eine Kindergestalt, die den Blick über einen Haufen Müll und Unrat schweifen lässt. Ihr hat Taylor den Namen "Inheritance" (dt. das Erbe) gegeben. Die Skulpturenreihe findet sich vor dem Landvorsprung Punta Nizuc in vier Metern Tiefe.

"The Silent Evolution": Größte Installation des Unterwassermuseums

Mit der Groß-Installation "The Silent Evolution" (dt.: die stumme Evolution) machte Taylor schon im November 2010 Schlagzeilen für sein Unterwassermuseum. 403 lebensgroße Figuren stellen Menschen aus verschiedensten Kultur- und Berufskreisen dar. "The Silent Evolution" im Cancun Marine Park in Mexiko ist die bislang größte Installation von Taylor. Es dauerte gut ein Jahr, die Figuren zu fertigen und in neun Metern Tiefe zu versenken. Modell standen dem Künstler vor allem Einheimische, nach deren Vorbild er die 403 Einzelstücke schuf. Die Installation erstreckt sich auf einer Fläche von 420 Quadratmetern und wiegt insgesamt mehr als 180 Tonnen. Bis zu vier Meter große Figuren in drei Installationen gehören ebenfalls zum Unterwassermuseum. Eine Skulptur mit dem Namen "Das Archiv der verlorenen Träume" stellt ein Unterwasserarchiv samt Archivar dar, der über hunderte Flaschenpost wacht. Bestückt wurden die Flaschen mit Nachrichten von Menschen verschiedener kultureller und religiöser Hintergründe. Sie sollen aktuelle Werte und Situationen für spätere Generationen festhalten. Die beiden weiteren Installationen heißen übersetzt "Der Gärtner der Hoffnung" und "Brennender Mann". Von der ersten Skulptur stammen die Korallen für den neuen "Holy Man".

Grenada: 26 Statuen sogar über Wasser zu erkennen

Auch in Grenada war Taylor schon aktiv: Der "Lost Correspondent" ("der verlorene Korrespondent"), ein einsamer Mann an einem Tisch mit Schreibmaschine, empfängt hier kunstbegeisterte Taucher. Aus diversen Riffs beobachten vermooste Köpfe die neugierigen Besucher. Besonders beeindruckend ist das, was Taylor aus 30 Säcken Zement und einer LKW-Ladung Sand erschaffen hat: Einen Kreis aus 26 Statuen mit einem Durchmesser von fünf Metern, die ein Gesamtgewicht von fünf Tonnen auf die Waage bringen. Sogar von der Oberfläche ist diese Installation gut zu erkennen.

Weitere Informationen:

Unterwassermuseum: www.asociadosnauticoscancun.com, Tel.:: +52 998 / 8831210, E-mail: info@asociadosnauticoscancun.com. Die Skulpturen befinden sich direkt im Meer, ein spezieller Eintritt wird nicht verlangt.
Jason de Caires Taylor: www.underwatersculpture.com, info@underwatersculpture.com, +44 (0)7762 829173

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