Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele >

Unterwassermuseum Mexiko: Neue Skulpturen von Jason de Caires Taylor

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Unterwassermuseum Mexiko: Versenkte Frau schwenkt die Flügel

03.08.2012, 09:25 Uhr | Markus Roman, mro, t-online.de, aja

Unterwassermuseum Mexiko: Neue Skulpturen von Jason de Caires Taylor. Ein Engel unter Wasser (Quelle: www.jasondecairestaylor.com)

Ein Engel unter Wasser (Quelle: www.jasondecairestaylor.com)

Eine menschliche Silhouette aus Ohren, ein Abendessen mit Handgranaten und eine Frau mit wehenden Flügeln. Drei neue Installationen versenkte der Künstler Jason de Caires Taylor seit Anfang des Jahres für sein Unterwassermuseum vor der Küste Mexikos. Mit dabei ist auch erstmals eine bewegliche Skulptur. Sehen Sie die faszinierenden Figuren des Unterwassermuseums vor Cancun auch in unserer Foto-Show.

Phönix auf dem Meeresgrund

Zum ersten Mal integrierte Künstler und Tauchlehrer Jason de Caires Taylor bewegliche Elemente in eine seiner Betonskulpturen. Die "Phönix" genannte Statue zeigt eine kniende Frau mit in den Himmel gereckten Armen. An der Seite finden sich flexible Metallteile, an denen Fächerkorallen als "Flügel" angesiedelt wurden und sich in der Strömung wiegen. Die Korallen vom Typ Venusfächer (Gorgonia Ventalina) bewegen sich, um Nahrung aus dem Wasser zu filtern. Die für die Statue verwendeten Korallen wurden an naheliegenden Sandbänken gesammelt, wohin sie Sturm oder Strömung getrieben hatten.

Silhouette aus menschlichen Ohren

Die zweite Skulptur wirkt fast etwas unheimlich, trägt aber einen sehr passenden Namen. Der "Listener" (dt. "Zuhörer") zeigt eine menschliche Silhouette, die komplett aus Nachbildungen menschlicher Ohren besteht. Die Ohren wurden von Schülern der örtlichen Schule in einem Workshop gegossen. Im Inneren der Skulptur nimmt ein Unterwasser-Mikrofon die Laute des Meeres zu Forschungszwecken auf. Die dritte neue Skulptur heißt übersetzt "Das letzte Abendmahl" (engl. "The last supper") und zeigt einen gedeckten Esstisch. Im Obstkorb in der Mitte finden sich neben Äpfeln allerdings auch Handgranaten. Wie schon in seiner Skulpturen-Serie "Time Bomb" will Taylor damit auf Probleme der Meere durch Überfischung und Umweltverschmutzung hinweisen. Die neuen Skulpturen stehen in etwa vier Metern Tiefe.

Quiz & Spiele

Wie gut kennen Sie Deutschland?

Erholung in Bad Wörishofen

Testen Sie Ihr Wissen mit unserem Dart-Spiel und vielleicht lernen Sie auch noch etwas dazu.
zum Deutschland-Dart-Spiel

Bomben und VW-Käfer unter Wasser

Viele seiner Skulpturen sollen nach eigenen Angaben ironisch auf soziale Missstände hinweisen und zum Nachdenken anregen. So versenkte Taylor in der Vergangenheit unter anderem schon einen zementenen VW Käfer, einen adipösen Mann auf dem Sofa vor dem Fernseher oder Nachbildungen von Bomben. Die Skulpturen dienen dabei zugleich immer als künstliches Riff, auf dem sich Korallen und andere Meereslebewesen ansiedeln. Die Tierwelt wird so zum Teil der Kunstwerke. Das Unterwassermuseum zwischen der mexikanischen Isla Mujeres und Cancun soll zudem zum nachhaltigen Tourismus beitragen. Außerdem soll das Unterwassermuseum die natürlichen Riffe der Gegend entlasten, indem es die Besucherströme umlenkt. Eintritt kostet das Museum nicht, viele der Skulpturen sind für Schnorchler gut zu erkennen. Die tieferen Monumente betrachtet man aber am besten als Taucher.

"The Silent Evolution": Neue Figuren für die größte Installation

Mit der Groß-Installation "The Silent Evolution" (dt.: "die stumme Evolution") machte Taylor schon im November 2010 Schlagzeilen für sein Unterwassermuseum. 403 lebensgroße Figuren stellen Menschen aus verschiedensten Kultur- und Berufskreisen dar. Bald werden weitere hinzu kommen, der Künstler arbeitet an 50 weiteren Modellen. Die Installation erstreckt sich bereits jetzt auf einer Fläche von 420 Quadratmetern und wiegt insgesamt mehr als 180 Tonnen. Ein weiteres Projekt Taylors ist eine Straßenszene namens "Urban Reef" (dt. "Städtisches Riff"), für die ein erstes Betonhaus bereits fertig ist. Die "Häuser" wurden nach Angaben des Künstlers zusammen mit Meeresbiologen entwickelt. Sie sollen ideale Lebensbedingungen für junge Fische, Krustentiere, Seeigel und bestimmte Algenarten bieten.

Grenada: 26 Statuen sogar über Wasser zu erkennen

Auch in Grenada war Taylor schon aktiv: Der "Lost Correspondent" ("der verlorene Korrespondent"), ein einsamer Mann an einem Tisch mit Schreibmaschine, empfängt hier kunstbegeisterte Taucher. Aus diversen Riffs beobachten vermooste Köpfe die neugierigen Besucher. Besonders beeindruckend ist das, was Taylor aus 30 Säcken Zement und einer LKW-Ladung Sand erschaffen hat: Einen Kreis aus 26 Statuen mit einem Durchmesser von fünf Metern, die ein Gesamtgewicht von fünf Tonnen auf die Waage bringen. Sogar von der Oberfläche ist diese Installation gut zu erkennen.

Weitere Informationen:

Unterwassermuseum: www.asociadosnauticoscancun.com, Tel.: +52 998 / 8831210, E-mail: info@asociadosnauticoscancun.com. Die Skulpturen befinden sich direkt im Meer, ein spezieller Eintritt wird nicht verlangt.
Jason de Caires Taylor: www.underwatersculpture.com, www.jasondecairestaylor.com,

Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie ein Fan von t-online.de Reisen!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal