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Gamle Strynefjellsvegen  

Auf einer spektakulären Passstraße Norwegen entdecken

22.02.2011, 11:08 Uhr | Daniela Di Maggio-Opdahl/srt, srt

Auf einer spektakulären Passstraße Norwegen entdecken . Norwegen bietet faszinierende Passstraßen. (Foto: Jarle Waehler/Statens vegvesen/srt)

Norwegen bietet faszinierende Passstraßen. (Foto: Jarle Waehler/Statens vegvesen/srt)

Gerade noch auf Meereshöhe und schon im Hochgebirge! Nicht weit vom innersten Zipfel des Nordfjords haben vor über hundert Jahren mutige Straßenbaukünstler die Serpentinen des Gamle Strynefjellsvegen in die steilaufragenden Berge gefräst, um ihre Waren von West nach Ost zu transportieren. Heute ist der alte Handelsweg von Frühsommer bis Herbst zur Durchfahrt geöffnet. Bewundern Sie die Passstraße auch in unserer Foto-Show.

Norwegen von seiner schönsten Seite

Wer in Stryn am Nordfjord startet und in rund drei Stunden über die Passstraße das Gudbrandsdalen erreicht, erlebt Norwegen von seiner schönsten Seite: An den tiefdunklen Fjord grenzt Europas größter Festlandgletscher, smaragdgrüne Seen leuchten zwischen blühenden Obstwiesen, tosende Wasserfälle stürzen von scharfkantigen Gipfelkämmen und über moosbedeckten Gerölllandschaften ruhen in Jahrmillionen rundgeschliffene Felsen.

Eine kleine Kommune

Die kleine Kommune Stryn liegt am innersten Ausläufer des Nordfjords. Das dunkel und geheimnisvoll schimmernde Meerwasser lässt nur vermuten, wie weit es in die Tiefe hinabreicht. Direkt über dem Fjordende thront der mit 487 Quadratkilometern größte Gletscher des europäischen Festlandes Jostedalsbreen. Reisende aus aller Welt erkunden die Wanderrouten seiner berühmten Ausläufer Briksdalsbreen, Bødalsbreen oder Kjenndalsbreen. Weitere charakteristische Naturschönheiten erlebt, wer über rund 100 Kilometer das Gebirge nach Ostnorwegen passiert - über den Gamle Strynefjellsvegen.

Die einzige Verbindung

Von 1894 bis 1978 war die alte Passstraße die einzige Verbindung zwischen den Gemeinden Stryn in West- und Skjåk in Ostnorwegen. Heute ist sie nur von Juni bis September befahrbar. Von Stryn aus folgt man zunächst der Bundes-straße 15. Grüne Wiesen, kleine Gutshöfe mit Obstbäumen und bunte Häuser säumen die Straße. Bald passiert man den langgezogenen, smaragdfarbenen See Strynsvatn, der vor vielen tausend Jahren Teil des Nordfjords war. Wer einen wunderschönen Ausblick mit einer charmanten Rast kombinieren will, zweigt vor dem Tunnel am Ende des Sees nach Hjelle ab.

Ein Hotel aus vergangenen Zeiten

Das kleine Dorf hat ein Hotel, das - ebenso wie das dazugehörende Ladencafé Gamlebutikken pa Hjelle - seit 1896 von der gleichen Familie geführt wird. Im Hotel fühlt man sich in vergangene Zeiten versetzt. Das alte Mobiliar ist wunderbar erhalten und lädt zum gemütlichen Verweilen ein. Noch charmanter ist das kleine Ladencafé mit seinem offenen Kamin, das vor dem Hotel direkt am Ufer klebt. Liebevoll zubereitete kleine Mahlzeiten, lokale Spezialitäten und Gestricktes, aber auch antikes Geschirr und Reiselektüre gibt es hier zu kaufen.

Zähne aus der Erde

Hinter Hjelle geht es zurück auf die Bundesstraße 15 in erst mäßigen, dann immer enger werdenden Kurven. An der Abzweigung auf den Gamle Strynefjellsvegen mit der Nr. 258 beginnt die 27 Kilometer lange Kernstrecke der alten Handelsstraße. In immer enger werdenden Serpentinen geht's nach oben. Viele Höhenmeter gilt es zu bewältigen, bisweilen mühsam, wenn vor einem mehrere Wohnwagen emporschnaufen. Am Straßenrand ragen kleine Felsbrocken wie Zähne aus der Erde. Die sogenannten Kantsteine markieren wie vor hundert Jahren die alte Passstraße. Kaum zu glauben, dass man eben noch auf Meereshöhe war und nun hoch über dieser eindrucksvollen Bergschneise thront, mit Blick auf das Hjelletal und den See Strynsvatn.

Fauna, Flora und Geschichte

Am Straßenrand erklären Hinweistafeln Fauna, Flora und Geschichte, linker Hand ruft ein Schild zum Stopp am tosenden Wasserfall Videfossen auf. Auf etwa halber Strecke der holprigen Passstraße kommt man vorbei am Stryn Sommerskicenter, Norwegens begehrtestes Gletscherskigebiet. Zwischen Juni und August surren am Tystigengletscher die Lifte bis auf 1600 Meter Höhe. Hinter der Skistation, am türkisblauen und fast milchig glänzenden See Langvatnet, beginnt Ostnorwegen. Kleine Fischerhütten, ein paar Boote, aber auch einige größere Hütten ducken sich hier und da einsam ans Ufer. Die Straße windet sich noch immer in Kurven um kleine Wasserbecken oder Felsen. Dazwischen liegen moosbewachsene Inseln, auf denen magere Wollblumen keck und unerschrocken ihr Haupt dem Wind entgegenhalten. Während sich linkerhand das Strynefjellmassiv erhebt, beginnt rechts der Passstraße das riesige Bergareal Breheimen, man passiert die Wasserscheide zwischen West und Ost. Waren die Gipfel zuvor spitz und steil, sind sie nun flach und die Kuppen von der Eiszeit rund geschliffen.

Rauschendes Gewässer

Kurz nach dem See Heillstuguvatnet trifft in Grötli der Gamle Strynefjellsvegen wieder in die Straße 15. Dort verstecken sich neuere Hütten und auch das traditionsreiche Grötli Höyfjellshotell im Dickicht aus knorrigen Birken und Sträuchern. Das Tal Ottadalen ist erreicht. Rechts und links der Route mehren sich Hütten, Chalets und kleine Gutshöfe. Parallel zur Straße verläuft ein Gewässer. Mal hört man es rauschen, mal als Rinnsal leise vor sich hin plätschern, mal mit gewaltigem Getöse brodeln wie beim Wasserfall Pollfoss und danach wieder leises murmeln, aber breit und unendlich verzweigt wie beim See Poyllvatnet.

Rafting und ein Wasserfall

Manche der Flüsse eignen sich auch fürs Rafting, angeln kann man auf über 200 Kilometer Flusslänge. Beim Pollfoss Wasserfall steht seit mehr als hundert Jahren das gleichnamige Hotel. Weitere Unterkünfte findet man spätestens in Bismo, dem Herz der Kommune Skjåk. Dort, in der Anlage Skjåk Turistheim, gibt es Campinghütten, Zimmer und Apartments sowie ein Restaurant mit guter Hausmannskost. Wer gerne noch länger in diesem nordischen Paradies bleiben möchte, der findet hier einen sehr guten Ausgangspunkt für Aktivitäten wie Rafting, Angeln und Wandern.

Weitere Informationen:
Auskünfte: Stryn Touristeninformation, Tinggt. 3, N-6782 Stryn, Tel. 0047/57874054, Fax 57874041, t-info@nordfjord.no, www.nordfjord.no.
Übernachtung/Restaurants:
Hjelle Hotel, N-6798 Hjelledalen, Tel. 0047/57872750, Fax 57872751, hotel@hjelle.com, www.hjelle.com, Gamlebutikken Laden und Café: emma@hjelle.com, www.gamlebutikken.no;
Grötli Höyfjellshotell, N-2695 Grotli,Tel. 0047/61217474, Fax 61217475, post@grotli.no, www.grotli.no; Pollfoss Hotell, N-2690 Skjåk, Tel. 0047/61214700, Fax 61214846,
pollfoss@online.no, www.pollfoss.com;
Skjåk Turistheim, Bismo, 2690 Skjåk, Tel. 0047/61214024, Fax 61214434, post@skeidkro.no, www.skeidkro.com.
Anreise: Mit der Fähre und dem Flugzeug bis Oslo oder Bergen, mit dem Auto und über kurze Fährverbindungen bis nach Stryn. Die Strecke eignet sich für geübte Radfahrer. Die berühmten Sehenswürdigkeiten Innvikfjord, Geirangerfjord und Trollstigen sowie Europas tiefster Binnensee Hornindalsvatn sind ab Stryn in rund einer Stunde erreichbar.
Beste Reisezeit: Der Gamle Strynsfjellvegen ist in der Regel ab Ende Mai/Anfang Juni bis ca. Ende September geöffnet. Wer nach Mitte August anreist, trifft deutlich weniger Wohnwagen und Busse auf der kurvigen Strecke an. Ab Ende August leuchten die Moose, Gräser und Blätter in den schönsten Herbstfarben. Das Gletschergebiet Stryn Sommerskicenter ist je nach Schneelage von Ende Mai/Anfang Juni bis Juli/Mitte August geöffnet. Der Gamle Strynefjellsvegen ist eine von Norwegens 18 besonders sehenswerten Touristenstraßen (www.turistveg.no).

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