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Kunst und Fjorde  

Norwegens spektakuläre Landschaftsrouten

08.07.2014, 17:13 Uhr | Bernd F. Meier, dpa

Norwegens spektakuläre Landschaftsrouten. Weltberühmtes Panorama: Ein Kreuzfahrtschiff passiert den Geirangerfjord. (Quelle: www.visitnorway.com)

Weltberühmtes Panorama: Ein Kreuzfahrtschiff passiert den Geirangerfjord. (Quelle: www.visitnorway.com)

Ganz gleich, ob lange oder kurze Entfernungen, nah am Meer oder vorbei an eisblauen Gletschern: Die 18 norwegischen Landschaftsrouten verführen stets zum Stehenbleiben und Staunen. Denn auf den "Nasjonale turistveger" gehört auch die Kunst zur Rast. Ein paar Eindrücke von den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten entlang der norwegischen Landschaftsrouten präsentieren wir Ihnen auch in unserer Foto-Show.

Von 18 Routen sind sechs samt Aussichtsplattformen, Kunstwerken an den gestalteten Rastplätzen und erläuternden Hinweisschildern bereits komplett fertiggestellt, im Jahr 2023 soll das Projekt abgeschlossen sein. "Alle Strecken bieten spektakuläre Architektur und Kunst an den Rastplätzen und führen durch faszinierende Landschaften. Darüber hinaus sind Hotels und Gasthäuser entlang der Routen prägend für die jeweilige Region", so Ritzler. Durch mehr Reisende auf den Straßen soll Leben in abgelegene Landstriche kommen.

Zu den Höhepunkten zählt der Geirangerfjord

Bei der Landschaftsroute Geiranger-Trollstigen scheint das jedoch kaum notwendig - sie ist schon seit vielen Jahren so etwas wie ein Aushängeschild Norwegens. "1910 kamen bereits 120 Kreuzfahrtdampfer in den Geirangerfjord", so Karl Mjelva, der in dritter Generation das "Union-Hotel" in Geiranger führt. Rund 800.000 Touristen reisen heute nach Schätzungen des örtlichen Tourismusbüros pro Jahr nach Geiranger, dessen imposante Fjordlandschaft mit den steil abfallenden Berghängen seit 2005 zum Unesco-Weltnaturerbe zählt. Im Sommer kommen Tag für Tag riesige Kreuzfahrtschiffe in den 15 Kilometer langen Meeresarm hinein, der an einigen Stellen nur 600 Meter breit ist.

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Oberhalb von Geiranger ist der Rastplatz Ørnesvingen eines der Beispiele für das gelungene Zusammenspiel moderner Architektur und Natur: Innerhalb der Aussichtskanzel rauscht ein Wasserfall über ein Glasquadrat in die Tiefe. Atemberaubend ist das Panorama - links das Dorf Geiranger mit ankernden Kreuzfahrtriesen, in der Mitte steil abfallende Felswände, zur rechten Seite die Wasserfälle De syv søstre (Die sieben Schwestern) und tief unten, dunkelgrün schimmernd der Fjord.

Auf Aussichtsplattformen über der Passstraße schweben

"Die Strecke von Geiranger nach Trollstigen ist die beliebteste unter den 18 Landschaftsrouten", bestätigt Per Ritzler von der Straßenbauverwaltung. Während der Hochsaison im Juli und August sind pro Tag mehrere tausend Fahrzeuge auf der 106 Kilometer langen Straße unterwegs, die in manchen Abschnitten einspurig verläuft. Für die Fahrer großer Wohnmobile kann das mitunter zur Herausforderung werden. Am Trollstigen führt die Strecke in elf Haarnadelkurven und mit zwölf Prozent Gefälle hinab ins Isterdal. Hier an Engstellen zurückzusetzen, um den Gegenverkehr passieren zu lassen - nicht jedermanns Sache. Dafür lädt der Rastplatz auf dem Trollstigenplateau zur Pause ein: Die Aussichtsplattformen dort scheinen über der Passstraße zu schweben, gleich nebenan rauscht der Wasserfall Stigfossen über mehr als 200 Meter in den felsigen Abgrund.

Im westnorwegischen Fjordland lassen sich mit etwas Planung mehrere Landschaftsrouten zu einer abwechslungsreichen Urlaubstour kombinieren: Von Oslo auf der E 16 in Richtung Fagernes über die Valdresflyaroute, Straße 51, bis Lom und von dort über die 108 Kilometer lange Sognefjell-Landschaftsroute, die Straße 55. Im Winterhalbjahr ist die historische Handelsroute in Richtung Sogndal gesperrt, nicht selten türmen sich selbst noch im Frühsommer meterhohe Schneewände links und rechts der kurvenreichen Piste auf.

Ebenfalls sehenswert- die weniger bekannte Rondane-Route

Nahe der Passhöhe am Rastplatz Mefjellet entdecken Reisende im Schnee eine mächtige Skulptur: Das 42 Tonnen schwere Tor aus Stein des Künstlers Knut Wold steht wie ein Ausrufezeichen inmitten der Bergriesen im Nationalpark Jotunheimen. Wolds Steintor ist eines der vier Kunstwerke, die bereits an den Routen aufgestellt sind. Die Installation "DEN" des Amerikaners Mark Dion am Rastplatz Vedahaugane auf der Aurlandsfjellroute zeigt das Präparat eines Bären inmitten von Wohlstandsmüll - deutliche Mahnung an die Reisenden, ihren Abfall nicht in der freien Natur zu entsorgen.

Hoch im Norden, in der Ostfinnmark an der Varangerroute, hat der Schweizer Stararchitekt Peter Zumthor mit der französischen Bildhauerin Louise Bourgeois die Gedenkstätte Steilneset geschaffen. Das Mahnmal erinnert an ein düsteres Kapitel in der Geschichte des Landstrichs am Rand der Arktis: Während der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert wurden hier 91 Menschen der Hexerei angeklagt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

Weniger bekannt als die Strecken im Fjordland ist die Rondane-Route, die über 75 Kilometer ab Folldal östlich des Nationalparks Rondane verläuft. Wanderer brechen von den Rastplätzen zu Gebirgstouren in das älteste, 1962 geschaffene Naturreservat Norwegens auf. Am Aussichtspunkt Sohlbergplassen wird die Verbindung zwischen Natur und Architektur besonders deutlich: Eigentlich stand dort eine einzelne Kiefer dem geplanten Beton-Bauwerk im Weg. Doch die Architekten fanden eine Lösung und errichteten die Aussichtskanzel um den Baum herum.

Weitere Informationen

Anreise: Mit dem Flugzeug von mehreren deutschen Flughäfen nach Oslo. Von dort mit dem Leihwagen bis ins Fjordland, wo einige der Touristenstraßen liegen. Mit dem Auto von Oslo auf dem RV 7 über Hønefoss, Gol, Hemsedal, Læerdal und Sogndal ins Fjordland. Fahrtzeit: rund sechs Stunden, 400 Kilometer.
Beste Reisezeit: Mai bis Ende September. Hauptsaison ist Juli/August.
Sprache: Norwegisch, die Zweitsprache ist Englisch, dahinter rangiert Deutsch.
Noch mehr Infos: Norwegisches Fremdenverkehrsamt/Innovation Norway, Postfach 11 33 17, 20433 Hamburg (Tel.: 0180/500 15 48, E-Mail: hamburg@innovationnorway.no , www.visitnorway.com/de, www.nasjonaleturistveger.no/de).


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