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Salzbergwerk Wieliczka: Polens Attraktion der Superlative

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Salzbergwerk Wieliczka  

Polens unterirdische Attraktion der Superlative

21.09.2016, 17:55 Uhr | dpa-tmn

Salzbergwerk Wieliczka : Eine Welt tief unter der Erdoberfläche

Das ehemalige Bergwerk in Südpolen gehört seit 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Salzbergwerk Wieliczka : Eine Welt tief unter der Erdoberfläche


Es ist Unesco-Weltkulturerbe und eine der beliebtesten Touristenattraktionen Polens. Das Salzberg Wieliczka bei Krakau zieht jedes Jahr eine Million Besucher in seinen Bann. Erleben Sie eines der ältesten Salzbergwerke Europas auch in unserer Foto-Show

Vor der Begegnung mit einem Stück Weltkulturerbe stehen 378 Stufen. Jedes Jahr steigen laut Betreiber mehr als eine Million Besucher die hölzerne Treppe abwärts zur Ebene eins des Salzbergwerks Wieliczka in der Nähe von Krakau.

Seit 1978 steht die Salzmine auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes, doch schon länger ist es eine der beliebtesten Touristenattraktionen Polens. Die Höhlen und Bergwerkskammern stehen für mehr als 700 Jahre Bergbaugeschichte. In den unterirdischen Kammern können Besucher unter anderem eine fast 1000 Quadratmeter große Kapelle und lebensgroße Salzfiguren bewundern.

Zur Touristenroute gehören 40 Kammern

Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und bis heute wird im Bergwerk Salz gefördert. In diesen gut 700 Jahren wurden mehr als 7,5 Millionen Kubikmeter Gestein zu Gängen abgebaut, von der 64 Meter tiefen Ebene eins bis zu Ebene neun, 327 Meter unter Tage.

Zum Bergwerk gehören 2350 Kammern, 240 Kilometer Gänge, 26 Oberflächen und 180 Verbindungsschächte. Zur 2,2 Kilometer langen Touristenroute zählen zwar "nur" 40 Kammern, doch sie ermöglichen den Besuchern eine Reise in die Vergangenheit des Salzbergbaus. Bekannt ist das Bergwerk auch für die in diesen Kammern präsentierten Salzskulpturen, fast alle von Bergleuten mit künstlerischer Ader angefertigt.

Angenehme Kühle unter der Erde

Bei Temperaturen von etwa 16 Grad finden Besucher im Sommer einen erfrischenden Kontrast zur Hitze und im Winter wohltemperierte Bedingungen. Begrüßt mit dem traditionellen Bergmannsgruß "Szczesc Boze" geht es die Treppenstufen hinab. Die erste Höhle ist dem Astronomen Nikolaus Kopernikus gewidmet, der die Mine im 15. Jahrhundert besucht haben soll.

Der Weg zur Janowice-Kammer aus dem 17. Jahrhundert führt zugleich zurück zu mittelalterlichen Legenden: Lebensgroße Salzskulpturen zeigen die auch als Heilige verehrte ungarische Königstochter Kinga mit polnischen und ungarischen Rittern.

Pferde als Bergarbeiter

Weitere Kammern stellen die Arbeit der Bergleute im Mittelalter und in der frühen Neuzeit dar. Auch der Grubenpferde wird gedacht. Mehr als 500 Jahre lang wurden unter Tage Pferde eingesetzt, im 18. Jahrhundert arbeiteten mehr als 50 im Bergwerk, nach dem Zweiten Weltkrieg waren es noch 4. Das letzte Pferd verließ das Bergwerk erst 2002.

Für viele Bergwerksbesucher ist die Kinga-Kapelle in einer 54 Meter langen, 18 Meter weiten und 12 Meter hohen Salzkammer schon allein wegen ihrer Größe und Ausstattung einer der Höhepunkte: Kristall-Lüster aus Salz hängen von der Decke, in den Nischen stehen von hinten angeleuchtete, seltsam transparent wirkende Heiligenstatuen.

Kirche und Museum in der Salzhöhle

Schilder in mehreren Sprachen, aber auch die Grubenführer machen darauf aufmerksam, dass dies nicht nur ein Museum, sondern eine unterirdische Kirche ist, in der sich die Besucher entsprechend benehmen sollten. Regelmäßig finden hier unten Gottesdienste statt. Die Bergwerksleitung hat sogar einen behindertengerechten Fahrstuhlschacht eingerichtet, damit ältere und behinderte Gottesdienstbesucher die Kapelle erreichen können.

Nicht nur bei Bergleuten ist es beliebt, in der Kinga-Kapelle zu heiraten. Schon vor dem Einsetzen des Massentourismus zog das Salzbergwerk Besucher in seinen Bann. In der mit Sprengstoff ausgehöhlten Weimar-Kammer mit einem unterirdischen See zucken Lichtblitze entlang der Felswände, während aus Lautsprechern eine Nocturne von Chopin ertönt, verwoben mit Explosionsklängen, die an den Einsatz von Dynamit im Bergbau erinnern.

Speisen in 123 Metern Tiefe

Wer bei der Grubentour hungrig oder durstig geworden ist, muss nicht auf den Fahrstuhl zur Erdoberfläche warten. In der Witold- Budrzk-Kammer, 123 Meter unter Tage, befindet sich eine urige Kneipe im südpolnisch-rustikalen Stil.

Bei Barszcz - roter Rübensuppe - oder Pierogi können neue Kräfte gesammelt werden, in der benachbarten Warschau-Kammer geht es im Grubenrestaurant deutlich eleganter zu. Salzreliefs und -kronleuchter schaffen hier eine besondere Atmosphäre.

Weitere Informationen:

Eine Führung auf Englisch oder Deutsch mit Eintritt kostet umgerechnet etwa 20 Euro. Anmeldung sowie weitere Informationen auf www.salzbergwerkwieliczka.de

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