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Ostsee Urlaub in Polen

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Reise in die Vergangenheit  

Die polnische Ostseeküste

15.08.2013, 13:55 Uhr | Bärbel Schwertfeger, srt

Ostsee Urlaub in Polen. Endloser Strand an der polnischen Ostseeküste. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Endloser Strand an der polnischen Ostseeküste. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Urlaub an der polnischen Ostseeküste ist wie eine Reise in die Vergangenheit: Quirlige Urlaubsorte, endlose Strände und alte Pommernstädte - die polnische Ostseeküste hat viel zu bieten. Bisher kaum erschlossen ist das seenreiche Hinterland. Sehen Sie Polens Osteseeküste auch in unserer Foto-Show.

Der größte See der der Pommerschen Seenplatte

Auf dem tiefblauen Wasser kreuzen Segelboote. Dichte Wälder und Schilfgürtel säumen das Ufer, und am Himmel türmen sich ein paar weiße Wolken. Am langgestreckten Drawsko-See ist die Idylle noch ungestört. Der größte und landschaftlich schönste See der Pommerschen Seenplatte ist ein Paradies für Kanufahrer und Angler. Doch noch schlummert das Hinterland der polnischen Ostseeküste im touristischen Dornröschenschlaf.

Jahrhundertelang gehörte die Region zu Deutschland

Riesige Getreidefelder und ausgedehnte Wälder prägen das dünn besiedelte Gebiet. Die kleinen Dörfer mit ihren geduckten und grauen Häusern wirken verlassen. Nur überdimensionale Backsteinkirchen zeugen manchmal noch vom einstigen Wohlstand. Auf hohen Masten thronen Storchennester, neugierig schauen die Jungtiere von ihrem Hochsitz herunter. Wer hierher reist, freut sich am Anblick der Störche und genießt die Stille. Für so manchen älteren Besucher aus Deutschland ist es auch eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit und zu den Stätten der Kindheit. Jahrhundertelang gehörte Westpommern zu Deutschland und auf manchen Landkarten findet man auch heute noch die deutschen Namen: Tempelburg, Neustettin, Deutsch Krone und das einst berühmte Bad Polzin.

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Bröckelnder Putz und lockerer Käsekuchen

Schon im 18. Jahrhundert entwickelte sich das idyllisch zwischen Hügeln gelegene Städtchen dank seines stark salzhaltigen Mineralwassers zum beliebten Kurbad. 1938 sollen hier knapp 130.000 Gäste gekurt haben. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs musste die Stadt den Kurbetrieb einstellen. Im heutigen Polczyn-Zdrój wurden zwar die alten Sanatorien im weitläufigen Kurpark renoviert, doch der alte Glanz ist längst verblasst. Im gepflegten Kurpark mit Blumenrabatten und Rosengärten wirbt die Tafel eines Cafés auf Deutsch mit "Kuchen, Eisdessert, Pharisäer", und der lauwarme, lockere Käsekuchen ist ein Gedicht. Eher enttäuschend ist dagegen der Bummel durch den Stadtkern: An den Häusern bröckelt der Putz, und statt schicker Boutiquen gibt es billigen Ramsch.

Das größte Seebad der polnischen Ostseeküste

Herausgeputzt hat sich dagegen das 60 Kilometer entfernte Sole- und Kurbad Kolobrzeg, das ehemalige Kolberg. Mehr als 1,5 Millionen Gäste im Jahr zählt das größte Seebad der polnischen Ostseeküste. Das Salz machte die Stadt einst zur mächtigen Hansestadt, aber auch zum Spielball fremder Mächte. Russen, Schweden und Franzosen belagerten die Stadt. Im 19. Jahrhunderte zählte sie zur Provinz Pommern, war preußische Garnisonsstadt und avancierte zu einem der größten und bekanntesten deutschen Ostseebäder. Nach den heftigen Kämpfen im Zweiten Weltkrieg war Kolberg zu 90 Prozent zerstört. Nur das nach einem Entwurf des Architekten Karl Friedrich erbaute Rathaus aus rotem Backstein blieb erhalten.

Beliebter Urlaubsort bei den Deutschen

Erst in den 80er- Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Altstadt wieder mit den typischen schmalen Häusern bebaut, die an das einstige mittelalterliche Stadtbild erinnern. Im Kurviertel, das durch einen schmalen Waldgürtel von der Ostsee getrennt ist, entstanden neue Kurhotels, und inzwischen ist Kolobrzeg mit seinem fünf Kilometer langen Sandstrand auch bei Deutschen wieder ein beliebter Urlaubsort.

Panzer, Militärfahrzeuge und Haubitzen

Ein befremdliches Schauspiel bietet sich ein paar Kilometer außerhalb der Stadt: Dort stehen Panzer, Militärfahrzeuge und Haubitzen sorgfältig aufgereiht und bereit für den Verkauf. In einem großen Zelt kann man Militaria aller Art kaufen, vom Stahlhelm bis zur Rotkreuz-Binde für Verletzte aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Andrang ist groß. Schulklassen drängen sich um die Haubitzen, Touristen fotografieren sich vor den Panzern und begutachten alte Militäruniformen.

Ein Ritterschloss aus längst vergangener Zeit

Über Koszalin, das alte Köslin, führt die Straße durch kilometerlange Alleen, deren zusammengewachsene Baumkronen längst ein dichtes Dach bilden, in das Dörfchen Krag und zum Schloss Podewils, dessen Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen und das heute ein Dreisternehotel mit eigenem See beherbergt. Vier Jahrhunderte lang gehörte das Schloss dem Ritterstamm von Podewils, in den Speiseräumen fühlte man sich noch immer in vergangene Zeiten zurückversetzt.

Die "Königin der Ostseestädte"

Von hier erreicht man in rund drei Stunden Gdansk. Die über tausend Jahre alte Stadt mit ihren prächtigen Kaufmannshäusern wurde nach dem Krieg Stein für Stein neu aufgebaut. Beim Spaziergang durch die Prachtmeile Lange Gasse bis zum Langen Markt mit dem Rechtstädtischen Rathaus und dem von flämischen Künstlern geschaffenen Neptunbrunnen fühlt man sich wie in einer Filmkulisse. Von hier sind es nur ein paar Schritte zum Fluss Mottlau und zum Wahrzeichen Danzigs, dem Krantor mit seinen riesigen Treträdern, die im Mittelalter den weltweit größten Hafenkran bewegten. Kurz davor gelangt man durch das Frauentor zur Frauengasse mit ihren terrassenartig erhöhten Vorbauten, den für alte Ostseestädte typischen Beischlägen, die ursprünglich als Schutz vor Überschwemmungen gedacht war. Heute sind in den Häusern kleine Galerien und Läden mit Bernsteinschmuck untergebracht. Am Ende der Gasse erhebt sich die Marienkirche, angeblich die größte Backsteinkirche der Welt. Wer die mehr als 400 Stufen auf den Turm erklimmt, dem liegt die "Königin der Ostseestädte" - wie Danzig gern genannt wird - in ihrer ganzen Pracht zu Füßen.

Weitere Informationen:

Polnisches Fremdverkehrsamt: Kürfürstendamm 71, 10709 Berlin, 03/2100920, www.polen.travel/de;
Anreise: Danzig wird von zahlreichen Fluglinien angeflogen. Mit dem Auto sind es knapp 500 Kilometer von Berlin. Einen Mietwagen gibt es bei Billiger Mietwagen ab 22 Euro pro Tag (www.billiger-mietwagen.de);
Reiseführer: Marco Polo, Polnische Ostseeküste, 2013, 11,99 Euro.

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