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Im Rhythmus der Wellen: Surfer-Traum an der Algarve

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Urlaub Portugal  

Surfertraum an der Algarve

21.06.2011, 08:43 Uhr | Jonas Brunnert, dpa, dpa-tmn

Im Rhythmus der Wellen: Surfer-Traum an der Algarve. Die Wellen an den Stränden im Süden Portugals locken viele Surfer an. (Foto: dpa)

Die Wellen an den Stränden im Süden Portugals locken viele Surfer an. (Foto: dpa)

So sieht der Traum aller Surfer aus: Den Sonnenaufgang schon am Strand genießen, dann mit dem Surfbrett ab ins Wasser, zum Frühstück einen Milchkaffee und ein Croissant, mittags ein Nickerchen im VW-Bus, den Nachmittag über in Cafés und am Strand relaxen, sich gegen Abend wieder im Neoprenanzug in die Wellen stürzen und bis zum Sonnenuntergang surfen. Im Süden Portugals, nahe des kleinen Ortes Carrapateira, verwirklichen viele Surfer ihre sehnlichsten Wünsche. Wir zeigen Ihnen das Surferleben in unserer Foto-Show.

Sonnenaufgang am Strand

Es ist 5.45 Uhr, über der Steilküste von Carrapateira kriecht langsam die Sonne empor. Auf dem Wasser spiegeln sich schon die ersten Sonnenstrahlen, der Strand liegt noch völlig im Dunkeln. Man hört, wie sich nach und nach die Reißverschlüsse einiger Zelte öffnen. Weiter weg schlägt die Tür eines VW-Busses zu. Immer mehr dunkle Gestalten mit schwarzen Ganzkörperanzügen tauchen vor der Brandung auf. Minuten später gleiten fünf Wellenreiter auf ihren Brettern liegend ins Meer hinaus. Im Süden der portugiesischen Atlantikküste beginnt ein weiterer Tag im Rhythmus des Surfens.

Ehemaliges Walfänger-Städtchen

Das Städtchen Carrapateira wurde im 12. Jahrhundert an der Algarve im Südwesten Portugals gegründet. Etwas weiter südlich liegt Sagres, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Von Carrapateira aus jagten Walfänger früher ihre Beute. Die Surfer interessiert das eher weniger. Sie sind allein wegen der Wellen hier.

Perfekte Bedingungen

Die Bedingungen an diesem Morgen sind perfekt. Es ist Ebbe, und der Wind weht leicht aufs Meer hinaus, "Offshore" nennen Surfer das. Immer wieder vollführen sie das gleiche Prozedere: Die Welle anpaddeln, sich auf den Brett aufrichten, um dann die Welle entlang zu gleiten - im Idealfall mehr als 100 Meter weit. Einige der Surfer schneiden Kurven ins Meer wie Snowboarder in den Schnee oder springen über den Kamm der Welle hinaus wie Skateboarder in der Halfpipe.

Surfer gehen, Badegäste kommen

Nach etwa zwei Stunden gleiten sie erschöpft wieder aus dem Wasser. Am Strand von Carrapateira haben es sich derweil die ersten Badeurlauber gemütlich gemacht. Die Surfer dagegen machen jetzt erst mal Frühstück. Sie packen die Zelte ein, lassen die Motoren an und fahren in ihren Autos weg. Erst gegen Abend werden sie wiederkommen. In Sagres treffen sich die Wellenreiter in den kleinen Cafés zu "galão", Milchkaffee, und portugiesischen Croissants. Nach dem Frühstück gönnen sich viele einen Vormittagsschlaf - frühmorgendlich surfen macht müde.

Viele Faktoren beeinflussen das Surfen

Dillan hockt sich zuvor in ein Internetcafé und sieht sich die Wellenvorhersage für die nächsten Tage an. Beim Surfen spielen viele Faktoren eine Rolle. Der Wind muss richtig stehen, Ebbe und Flut können je nach Strand verschiedene Wellen erzeugen. Und der "Swell" darf nicht zu groß und nicht zu klein sein - das ist die Welle, die weit draußen auf dem Meer durch starken Wind entsteht, um sich später vor dem Strand zu brechen.

Backgammon im VW-Bus

Dillan macht kein glückliches Gesicht. Der Swell ist in den nächsten Tagen zwar groß genug, der Wind spielt aber leider nicht mit - die Wellen werden nicht zu surfen sein. Ein Risiko, das jeder Surfer kennt und fürchtet. Dann sieht man tagelang alte VW-Busse vor verregneten und windigen Stränden stehen. Davor liegen leere Weinflaschen, die Insassen der Busse spielen Backgammon, aus den offenen Fenstern quellen dichte Rauchwolken. Vereinzelt sitzen Surfer dick eingepackt am Strand, schauen sich die Wellen an und versinken in Melancholie.

Viele Surfcamps nördlich von Sagres

Für Anfänger spielen schlechte Verhältnisse jedoch keine große Rolle. Denn viele Surfschulen bieten auch Kurse an Tagen an, die nicht perfekt sind. Anfangs ist man ohnehin damit beschäftigt, paddeln zu lernen und sich auf dem Brett aufzurichten. Das kann schon mal ein paar Tage dauern. Auch rund um Sagres gibt es viele Surfschulen und Surfcamps, denn nördlich der Stadt eignen sich zahlreiche Strände zum Surfen.

Anpaddeln, aufspringen, die Welle abreiten

Heute steht der Wind noch gut. Es ist später Nachmittag, die Gestalten in den engen, schwarzen Neoprenanzügen gleiten zurück ins Wasser. Die Anzüge schützen sie vor dem kalten Meer - der Golfstrom wirkt hier nicht so stark wie zum Beispiel in Frankreich. Draußen auf dem Meer beginnt das Ringen mit den Wellen von Neuem. Anpaddeln, aufspringen, die Welle abreiten.

Frei von jeglichen Sorgen

Am Strand steht Afri, ein Surfer aus Deutschland. Er reibt sein Board mit Wachs ein, um später beim Aufstehen nicht abzurutschen. Er sagt, für ihn bedeute Surfen, komplett abschalten zu können. Er werde frei von jeglichen Sorgen und versinke im Augenblick. Afri läuft ins Wasser. Nach einigen Paddelzügen auf dem Brett ist er bei den anderen Surfern hinter dem Wellenkamm angelangt. Nacheinander surft jeder seine Welle. Es sieht beeindruckend aus, wie leicht die Männer und Frauen sich mit dem Brett drehen.

Kampf mit der Welle

Ab und an verliert einer den Kampf mit der Welle und wird unter ihr begraben - "gewaschen", wie die Surfer sagen. Nach wenigen Sekunden taucht er wieder auf, klettert auf sein Brett und paddelt wieder hinaus zu den anderen, um schnell die nächste Welle zu erwischen.

Sonnenuntergang vor der Steilküste

Von der Steilküste aus bestaunen ein paar Zuschauer die Surfer. Sie trinken portugiesischen Wein und Bier, das direkt in Sagres gebraut wird. Vor ihnen geht im Meer langsam die Sonne unter. Die Surfer werden im Wasser bleiben, bis es dunkel ist. Denn schon Morgen werden die Wellen nicht mehr gut sein. Dann heißt es wieder Wein trinken, Backgammon spielen, in Melancholie versinken - und vor allem warten. 

Weitere Informationen:

Anreise: Viele Airlines bieten Flüge aus deutschen Städten nach Lissabon oder Faro an. Von Lissabon aus dauert es mit dem Auto rund drei Stunden nach Sagres. Von Faro aus sind es nur knapp 75 Minuten. Für diejenigen, die nicht so viel Zeit mitbringen, bieten auch die Strände um Lissabon gute Surfbedingungen. 
Reisezeit: Ende März bis Anfang Oktober.
Unterkunft: In Carrapateira sind Unterkünfte auch spontan leicht zu finden. Viele Portugiesen bieten in ihren Häusern ein Zimmer mit Frühstück für etwa 20 Euro an. Eine günstige Alternative ist der Campingplatz.
Surfen: Wer nicht seine eigene Ausrüstung mitschleppen will, kann an fast allen Stränden Surfboards und Neoprenanzüge mieten. Surfschulen findet man zum Beispiel unter www.surf-house.com, www.surfing-algarve.com oder unter www.internationalsurfschool.com.
Touristenbüro: Turismo de Portugal, Zimmerstraße 56, 10117 Berlin, Tel.: 030 / 2541060, E-Mail: info@visitportugal.com
Carrapateira: 8670 Aljezur, Portugal

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