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Wellness mit Stil  

Europas historische Kurorte

22.02.2007, 13:45 Uhr | srt

Wer seinem Körper Gutes tun und gleichzeitig eine Zeitreise durch die glanzvollsten Epochen europäischer Geschichte wagen möchte, der ist in den berühmtesten Kurorten des Kontinents richtig. Auch zu Zeiten, da es weder den Begriff Wellness noch entsprechende Pauschalen gab, wurden Wohlfühlerlebnisse hoch geschätzt. Die Römer und die Türken legten den Grundstein der europäischen Badekultur. Später taten es Adel und wohlhabendes Bürgertum den Feldherren und Sultanen gleich. Überall, wo in Badeanstalten wohltuende Quellen sprudelten, schossen in deren Nachbarschaft auch Kurgärten, Promenaden, Rennbahnen, Casinos und Luxushotels aus dem Boden. Manches davon verlor seinen Glanz, aber nicht wenige Kurorte behielten ihn oder gewannen ihn zurück - zur Freude heutiger Wellness-Urlauber.

Foto-Serie Europas Kurorte mit Flair
Entspannen im Urlaub Wellness-Hotels weltweit
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Wellness schon bei den Römern
In den Thermalwässern von Baden-Baden entspannten sich schon Rösser und Reiter der römischen Legionen. Einst war die Stadt am Rande des Schwarzwalds mit ihren prachtvollen Belle-Époque-Villen und ihren heilkräftigen Quellen die "Sommerhauptstadt Europas". Zaren, Fürsten und Literaten flanierten durch den weitläufigen Park. Meist zogen sie begeistert wieder von dannen, wie Nikolai Gogol, der schwärmte: "Die Lage der Stadt ist herrlich. Alles liegt in einem Garten". Das müsste er heutzutage nicht zurücknehmen. Die Noblesse blieb, die Moderne kam dazu. Und noch immer werden die Gaskandelaber vor dem klassizistischen Kurhaus jeden Abend von Hand angezündet. Der Kurgast hat heute die Wahl zwischen zwei traumhaften Badetempeln: dem Friedrichsbad, 1869 im schönsten Renaissancestil erbaut, und der modernen Caracalla-Therme mit Badespaß auf mehr als 900 Quadratmetern.

Hotels im Test
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Wellnessparadies in Osteuropa
Budapest, das "Paris des Ostens" bietet nicht nur hauptstädtische Gewimmel, sondern an manchen Stellen auch die Beschaulichkeit eines Kurortes. Immerhin  kann es mit 120 Thermal- und Heilquellen aufwarten. Die ersten repräsentativen Bäder bauten - wie fast überall in Europa - die Römer, später machten es sich die Osmanen gemütlich. Zu den ältesten Wellness-Tempeln Budapest zählt das Rudas-Bad mit seinem achteckigen Schwimmbecken und einer zehn Meter hohen Kuppel. Nach einer ausgiebigen Sanierung hat das altehrwürdige Thermalbad aus dem Jahre 1550 im vergangenen Jahr seine Pforten wieder geöffnet. Aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammt auch das Király-Bad, das Königsbad von Pascha Arslan, dessen Kuppeln architektonische Meisterwerke sind. Manche der alten Quellen wurden im Lauf der Jahrhunderte auch dem Zeitgeschmack entsprechend neu gefasst. So steht heute an der Stelle des 1615 erstmals erwähnten Sáros-Bades Budapests wohl berühmteste Badeanstalt: das im Jugendstil errichtete Gellért-Bad.

Weitere Erholungsoasen Wellness-Tempel in Osteuropa
Foto-Serie Budapest

Erstklassige Spas in Spa
Zu den ersten Städten, die Europas neue Badekultur zu Blüte brachten, gehört das belgische Spa, dessen Name die verschiedensten Assoziationen auslöst. Motorsportfans denken an die berühmte Formel-1-Rennstrecke. Literaturfreunde zitieren Bölls "Wanderer, kommst du nach Spa ...". Für Englischsprachige gilt Spa als Gattungsbezeichnung für Kurort oder Heilwasser schlechthin. In der Stadt in den Ardennen haben sich schon Zar Peter der Große und viele weitere berühmte Gäste amüsiert. Vieles aus der Glanzzeit prägt die Stadt noch heute: Die Thermalbäder am Place Royale und der Pouhon Pierre le Grand - der Brunnen, der nach Zar Peter dem Großen benannt ist. Noch immer kann man abends durch die belebten Straßen bummeln, die Cafés besuchen. Und noch immer sprudeln die kohlensäurehaltigen Heilquellen. Wie überall in Europas Bädern verbinden sich die klassischen Kuranwendungen mit modernen Therapien asiatischer Herkunft.

Radon als Heilmittel
Heilmittel Nummer eins im österreichischen Bad Gastein ist Radon, ein radioaktives Edelgas, das dem Radium entweicht. Im Ortszentrum entspringen 18 radonhaltige Quellen, deren Thermalwasser für Unterwassertherapien geeignet ist. Als einer der effektivsten Wege zur Gesundheit hat sich der Gasteiner Heilstollen bewährt. In ihm schwitzt der Gast bei Temperaturen von 37 bis 41,5 Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 bis nahezu 100 Prozent. Zusammen mit dem erhöhten Radongehalt birgt diese "Sauna" ein weltweit einzigartiges Heilklima. Als weitere Anwendungen werden das Gasteiner Bitterwasser und Thermalwasser als Trinkkur, Inhalation, Mundduschen und Thermal-Fango verordnet.

Foto-Serie Österreich

Casanovas Lieblingstherme?
Ein Synonym für Fango ist das italienische Abano, natürlich ebenfalls mit römischer Badegeschichte und mit berühmten Persönlichkeiten auf der Gästeliste, unter ihnen vermutlich Casanova. Zu jeder Behandlung gehört seit eh und je die eigentliche Packung mit Reinigungsdusche, das Thermalbad, das Schwitzen und die Massage. Wer zur Abwechslung dem heißen Schlamm entfliehen möchte, dem bieten sich reizvolle Ziele: Nach Padua sind es zehn Kilometer, nach Venedig vierzig. Aber venezianische Villen sind auch in und um Abano Terme selbst zu finden, wenngleich das Ortsbild nicht von ihnen, auch nicht von einer idyllischen Altstadt mit Piazza, sondern von den Hotels geprägt wird.

Kaiserliches Karlsbad
Im böhmischen Bäderdreieck liegt Karlovy Vary (Karlsbad). Hier spricht die Legende ausnahmsweise mal nicht von den Römern als Ur-Badegästen, sondern beginnt erst mit Kaiser Karl IV. Einer seiner Hunde soll sich bei der Hirschjagd an heißem Wasser verbrannt und schrecklich gejault haben. Daraufhin gründete Karl anno 1358 Karlsbad - und verordnete sich selbst gleich die ersten Behandlungen. Lange Zeit wurden die Mineralquellen zum Baden verwendet, erst später wurde das Wasser zur Trinkkur genutzt. Gebrauch davon machten schon Berühmtheiten wie Goethe, Schiller und Mozart. Karlsbad, dessen zwölf Quellen vor allem bei Verdauungsbeschwerden und Krankheiten des Bewegungsapparates Heilung versprechen, besticht durch seine langen Kolonnaden und zahlreiche Gebäude aus der Epoche des Historismus und des Jugendstils, das meiste mittlerweile zu alter Pracht saniert. Und nicht vergessen: Oblaten kaufen!

 

Weitere Informationen:

  • Baden-Baden Kur & Tourismus, Solmsstr. 1, 76530 Baden-Baden, Tel. 07221/275200, Fax 275202, E-Mail: info@baden-baden.com, Internet www.baden-baden.com;

  • Budapest und Mittlere Donauregion: Tourinform Budapest, Süto utca 2. (bei Deák tér), H-1052 Budapest, Tel. 0036/1/322-4098, E-Mail: suto@tourinform.hu, Internet: www.budapestinfo.hu;

  • Tourist Office Spa; 41 rue Royale; 4900 Spa, Tel. 0032/87/795353. E-Mail: tourisme@spa-info.be, Internet: www.spa-info.be;

  • Kur- und Tourismusverband Bad Hofgastein, Tauernplatz 1, A-5630 Bad Hofgastein, Tel. 0043/6432/3393-260, Fax 3393-232, E-Mail: info@badhofgastein.com, Internet: www.badhofgastein.com;

  • Consorzio Terme Euganee, Largo Marconi 8, I-35031 Abano Terme, 0800/1825119 (kostenlose Info-Hotline), Fax 0039/049/8666613, E-Mail: consorzio@abanomontegrotto.it, Internet: www.abanomontegrotto.it;

  • Infocentrum Karlovy Vary, Lázenská 1, CZ-36001 Karlovy Vary, Tel. 00420/35/5321176, Fax 5321175, E-Mail: infocentrum@karlovyvary.cz, Internet: www.karlovyvary.cz

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