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Kenia  

Erste deutsche Veranstalter sagen Reisen ab

04.01.2008, 17:02 Uhr | dpa-tmn, dpa

Erste deutsche Veranstalter haben wegen der blutigen Unruhen in Kenia jetzt Reisen in das afrikanische Land von sich aus abgesagt. Der Studienreisen-Anbieter Gebeco in Kiel sagte alle Touren bis zum 31. Januar ab, Studiosus in München schickt bis zum 6. Februar keine Urlauber mehr nach Kenia. Beide Unternehmen betonten am Freitag aber, es seien nur wenige Gäste von den Absagen betroffen. Ob die im Februar geplanten Gruppenreisen stattfinden, will Gebeco bis zum 16. Januar entscheiden, Studiosus wird sich jeweils vier Wochen vor dem Reisetermin festlegen.


Unruhen in Kenia Opposition will keine Gespräche mit Kibaki

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Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amtes verschärft

Die größten deutschen Veranstalter bleiben dagegen bei ihrer am Mittwoch beschlossenen Linie, Kenia-Gästen wegen der Ausschreitungen im Land zwar kostenlos Umbuchungen und Stornierungen zu ermöglichen, grundsätzlich an den Reisen aber festzuhalten. Die Safariregionen und Badestrände Kenias seien weit entfernt von den Unruhegebieten, sagte Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin. Die Veranstalter orientierten sich damit an den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes in Berlin. Das Ministerium rät seit Mittwochnachmittag von "nicht notwendigen Reisen" nach Kenia "bis auf weiteres dringend" ab. Dies sei noch keine Reisewarnung, so Schäfer.

Niederländer werden ausgeflogen

In anderen europäischen Ländern wie Großbritannien und Frankreich haben in den vergangenen Tagen zahlreichen Veranstalter ihre Reisen nach Kenia vorerst aus dem Programm genommen. Die Routenpläne von Reisenden aus diesen Ländern seien zum Teil aber auch anders als die von deutschen Urlaubern, sagte Schäfer. So sei der Flughafen Nairobi ein wichtiges Ziel für British Airways und Air France/KLM, während Touristen aus Deutschland überwiegend über Mombasa einreisen. Etwa 200 niederländische Touristen in Kenia sollen in der Nacht zu diesem Samstag nach Hause geholt werden. Das teilte der Reiseveranstalter TUI am Freitag in den Niederlanden mit. Auch niederländische Touristen, die bei anderen Reiseveranstaltern gebucht haben, könnten sich für den Charterflug anmelden. Am Flughafen von Mombasa traf bereits ein Flugzeug ein, das Urlauber zur vorzeitigen Rückkehr nach Frankreich an Bord nahm. Britische Reiseveranstalter schickten ebenfalls Maschinen in das Land, um Urlauber auszufliegen. Reisen nach Kenia wurden bis zum kommenden Montag ausgesetzt. Linienflüge von British Airways, Virgin Atlantic und Kenya Airways wurden aber nicht abgesagt.

Viele deutsche Touristen nutzten Möglichkeit zu stornieren

Auf das Angebot, bevorstehende Kenia-Reisen zu stornieren oder auf andere Ziele auszuweichen, sind in den vergangenen Tagen viele deutsche Touristen eingegangen - wie leergefegt sind die Maschinen von LTU und Condor nach Mombasa aber nicht. Bei der TUI Deutschland, wo Kenia-Touren mit Abreise bis einschließlich 13. Januar abgesagt oder umgebucht werden können, "haben bisher etwa 100 Kunden diesen Wunsch geäußert", sagte Sprecherin Alexa Hüner in Hannover. Dies sei etwa die Hälfte der Gäste, die Buchungen für diesen Zeitraum hatten. Bei der Thomas-Cook-Gruppe "ist es nicht die Mehrheit der Gäste, die Storno- und Umbuchungsabgebot nutzt", sagte Sprecher Mathias Brandes in Oberursel (Hessen). Und von den 173 Gästen, die bis zum 11. Januar mit Meier's Weltreisen und Dertour nach Kenia reisen wollten, hatten bis Freitagmittag etwa ein Drittel storniert oder umgebucht, sagte Sprecherin Angela de Sando in Frankfurt/Main.

Kenianische Tourismusindustrie besorgt

Die Tourismusindustrie in dem ostafrikanischen Land ist zunehmend besorgt über langfristige Folgen des politischen Konflikts. "Die nächsten 24 Stunden werden entscheidend sein, ob wir den Touristikbereich retten können", betonte in Kenia Khalid Shapi, Geschäftsführer eines Veranstalters von Safarireisen, in einem am Freitag in der Zeitung "Daily Nation" veröffentlichten Bericht. "Touristen, die bereits im Land sind, verlassen Kenia vorzeitig", klagte Kuldip Sondhi, Vorsitzender des Touristikverbands an der Küste und selbst Besitzer einer Hotelgruppe. "Wenn das Chaos in der nächsten Woche anhält, können wir dem Tourismus Lebewohl sagen." Hotelbetreiber berichteten von zahlreichen Stornierungen. Sollten sich die Herkunftsländer der Urlauber entschließen, alle Touristen auszufliegen, wäre das ein harter Schlag für eine der wichtigen wirtschaftlichen Säulen des Entwicklungslandes.
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