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Mehr Schutz für geprellte Verbraucher?

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Neues Time-Sharing-Gesetz  

Mehr Schutz für geprellte Verbraucher?

04.02.2008, 11:45 Uhr | AFP

Eine Ferienwohnung oder Pauschalurlaub ist meist günstiger als Time Sharing. (Symbolbild: imago)Eine Ferienwohnung oder Pauschalurlaub ist meist günstiger als Time Sharing. (Symbolbild: imago) Sie haben vielversprechende Namen wie "Diamond Resorts", "Global Vacation" oder "Beach Holiday Club" und locken mit angeblich supergünstigen Angeboten für den Traumurlaub in Ferienparadiesen rund um die Welt. Über eine Million Europäer, unter ihnen mehr als hunderttausend Deutsche, ließen sich so zum Kauf von Teilzeitrechten in Ferienanlagen überreden. Nicht wenige von ihnen verloren dabei viel Geld. Und viele stecken heute in der Falle, weil Time-Sharing-Wochen entgegen den Versprechen windiger Vermittler nur schwer wieder zu verkaufen sind. Angesichts der zahlreichen Beschwerden hat die EU-Kommission nun einen Entwurf für ein neues Time-Sharing-Gesetz vorgelegt, der in Kürze im Europaparlament beraten wird. Die Neuregelung soll eine Richtlinie aus dem Jahre 1994 ersetzen, die heute nicht mehr zeitgemäß ist. Den Vorschlägen zufolge soll beispielsweise das Widerrufsrecht der Käufer gestärkt werden. Wer im Urlaub "in einer besonderen Gemütsverfassung" einen Vertrag unterschrieben habe, müsse genügend Zeit haben, seine Entscheidung zu Hause zu überprüfen, betont der CDU-Europaabgeordnete Andreas Schwab. Vorgesehen sei ferner ein Verbot von Anzahlungen vor dem tatsächlichen Verkauf.

Zum Durchklicken Tipps des EU-Verbraucherzentrums zum Time-Sharing
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Neuregelung betrifft nicht nur Ferienwohnungen und Apartments

Außerdem soll die Neuregelung auch für neue Produkte gelten, etwa Time-Sharing-Anteile auf Hausboote, Wohnmobile oder Kreuzfahrtschiffe. Auch sogenannte "Holiday Discount Clubs", die gegen ein oft hohes "Eintrittsgeld" fälschlicherweise billigen Urlaub versprechen, sollen einbezogen werden. Im Gegensatz zur bisherigen Regelung soll die neue Richtlinie auch für Verträge mit einer Laufzeit von unter drei Jahren gelten. Diese Frist nützen unseriöse Unternehmen derzeit oft aus, indem sie Verträge etwa für 35 Monate anbieten.

Urlauber mit aggressiven Methoden in die Falle gelockt

Verbraucherschützer begrüßen den Vorstoß, fordern aber einige Nachbesserungen - etwa hinsichtlich der oft unlauteren Geschäftspraktiken. Urlauber würden oft mit aggressiven Methoden in die Falle gelockt, etwa am Strand oder bei Kaffeefahrten, berichtet die Leiterin des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland in Kehl am Rhein, Jutta Gurkmann. Solche Praktiken hätten die ganze Branche in Verruf gebracht, auch seriöse Anbieter. Die EU-Kommission habe in einem entscheidenden Punkt gekniffen, kritisiert Hajo Gekeler, Vorsitzender der Schutzvereinigung für Time-Sharing und Ferienwohnungsrechtsinhaber. So sei nicht verankert worden, dass ein Verbraucher zu Hause vor Gericht ziehen kann, auch wenn sein Time-Sharing-Vertrag im Ausland abgeschlossen wurde. Dies habe vor allem der Lobby-Verband der europäischen Time-Sharing-Industrie (OTE) durchgesetzt. "In diesem Verband sitzen einige ganz schwarze Schafe".

Undurchsichtiger Markt der Tauschbörsen

Ungeklärt ist derzeit noch, ob die Neuregelung auch den undurchsichtigen Markt der so genannten Tauschbörsen transparenter machen soll. Mit diesen Börsen werben viele Anbieter: Sie stellen potenziellen Kunden in Aussicht, ihre Nutzungswoche weltweit mit Besitzern anderer Time-Sharing-Wochen tauschen zu können. Doch aus Versprechen wie "kostenlose Urlaubswoche auf Hawaii" werde oft nichts, warnt Gekeler. Und wenn es Probleme gebe, seien die Tauschbörsen außen vor, weil sie kein direkter Vertragspartner seien. Der Schutzverein fordert seit Jahren vergeblich eine Haftungspflicht für solche Tauschbörsen. Der Vorschlag der Kommission gehe nicht weit genug, meint auch der Europaabgeordnete Schwab. Wie er wollen andere EU-Volksvertreter versuchen, den Entwurf nachzubessern. Ob ihnen dies gelingt, ist freilich nicht sicher. Denn vor allem in den südlichen EU-Staaten, wo sich die meisten Time-Sharing-Anlagen befinden, regt sich bereits Widerstand. Die Beratungen werden Schwab zufolge in wenigen Wochen beginnen. Bis die Neuregelung in Kraft tritt, können allerdings noch gut zwei Jahre vergehen.

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