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Fundstücke im Hotel: Von der Riesen-Kartoffel bis zu Handschellen

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Vergessen im Hotel  

Fundstücke im Hotel: Von der Riesen-Kartoffel bis zu Handschellen

06.01.2011, 17:20 Uhr | srt, dpa

Fundstücke im Hotel: Von der Riesen-Kartoffel bis zu Handschellen. Fundstücke im Hotel: Von Handschellen bis zur Riesen-Kartoffel. (Foto: imgao)

Fundstücke im Hotel: Von Handschellen bis zur Riesen-Kartoffel. (Foto: imgao)

Beim Auspacken des Urlaubskoffers fehlt etwas - es ist im Hotel liegen geblieben. Kein Grund zur Sorge: Wer auf seine liegen gebliebenen Handschellen wartet, kann auf Diskretion vertrauen. Die allermeisten Hotels heben die Hinterlassenschaften ihrer vergesslichen Gäste monatelang auf und senden sie auch zurück - auf Anfrage. Es gibt aber auch Utensilien, die nie von Gästen abgeholt wurden, darunter auch eine Diamantuhr oder eine goldene Zahnprothese. Eine große Hotelkette in Großbritannien spendet nun seine kuriosesten Fundstücke. Sehen Sie sich in unserer Foto-Show an, was Hotelgäste so alles im Zimmer vergessen.

Hotel spendet skurrile Fundstücke

Die Hotelkette Travelodge hat jetzt die kuriosesten Fundstücke aus ihren Häusern in Großbritannien aufgelistet und will sie an einen guten Zweck spenden. Zu den Highlights der Kollektion gehören die lebensgroße Nachbildung eines Außerirdischen Dalek aus der Fernseh-Serie "Doctor Who", Goldzahn-Prothesen im Wert von umgerechnet mehr als 7600 Euro, eine fast eineinhalb Meter große Süßkartoffel und ein kleines Kätzchen mit Namen Tiger. Das berichtete der Sender BBC.

75.000 Kuscheltiere mit Besitzern wieder vereint

Auch eine diamantbesetzte Uhr im Wert von 59.000 Euro sowie 10.000 Pfund (11.800 Euro) in Bar, die in einem Mülleimer lagen, wurden von ihren Besitzern nicht abgeholt. Manchmal allerdings finden wertvolle Stücke und ihre Besitzer wieder zusammen: Allein im Jahr 2010 konnten 75.000 Kuscheltiere zurück nach Hause geschickt werden. Von 20.000 vergessenen Büchern ließen Gäste am häufigsten die Autobiografie von "X-Factor"-Erfinder Simon Cowell.

Was Hotelgäste alles vergessen: vom Holzbein bis zum Ehevertrag

So manches Fundstück könnte unter dem Hammer zu einem wahren Zufallsgewinn werden, oder aber Sammler mit einem sehr eigenwilligen Geschmack begeistern. Die Zimmermädchen finden nach der Abreise der Gäste oftmals wahre Schätze. So entdeckte die Hausdame eines Fünfsternehauses neben diversen Pässen und Flugtickets schon einmal ein Collier im Safe. In einem Novotel vergaß ein Gast sein Holzbein. In einer Wiener Hochzeits-Suite blieb der Ehevertrag eines frisch vermählten Paares liegen. Und in einem New Yorker Hotel blieb der geheime Wahlkampf-Schlachtplan von Rudolph Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York, für seine Kandidatur bei der US-Präsidentschaftswahl zurück.

Nicht alle Fundsachen werden vermisst

Manchmal brauchen Zimmermädchen Gummihandschuhe. Nicht, weil das Hotelzimmer besonders schmutzig wäre, sondern, weil ein Gast sein Gebiss im Bad vergessen hat. Dann wird das gute Stück sauber und diskret verpackt ins Fundbüro des Hotels gebracht. Dort wird es mit einer Nummer versehen, ins Fundbuch eingetragen und in ein Regal gestellt, bis der Gast sich meldet. Das geht manchmal schnell, wenn es sich beispielsweise um das liebste Kuscheltier oder den einzig akzeptierten Einschlafnuckel handelt. Manchmal dauert es länger, oft melden sich die Eigentümer nie. Etwa 95 Prozent der Fundstücke werden nicht zurück verlangt, schätzt ein Sprecher bei der Hotelgruppe InterContinental. Trotzdem muss alles sorgfältig archiviert werden. Die meisten Häuser führen ein Fundbuch und verwahren Fundsachen in einem abschließbaren Raum. Schmuck kommt in den Tresor, größere Dinge wie Fahrräder werden ins örtliche Fundbüro gebracht.

Selbst Haustiere bleiben zurück

Ein Mitarbeiter von InterContinental kam ungewollt zu einer Katze, die mit ihrem eigenen Katzenklo reiste. Beides blieb in einem Zimmer zurück. Er nahm das Tier zunächst nur in Pflege und versuchte den Besitzer zu ermitteln. Die auf dem Meldeformular angegebene Adresse des Gastes gab es nicht. Auf ähnlichem Weg kam bei Maritim ein Hamster zu neuen Pflegeeltern. Es gibt nichts, was nicht vergessen wird. Angeführt wird die Hitliste der Fundstücke von Handy-Ladegeräten, gefolgt von weißen T-Shirts, Unterwäsche, Socken und Pyjamas. Auch Schlüssel, Handy, Führerschein und Kreditkarte sind keine Seltenheit. In den Stadthotels bleiben vor allem Handy- oder Laptop-Kabel zurück. In den Ferienhotels sind es in erster Linie T-Shirts, Zahnbürsten, Wecker und Unterwäsche. Erstaunlich oft vergessen Gäste Eheringe im Zimmer - selten zwei, meistens nur einen.

Frauen sind vergesslicher

Nach einer Umfrage des Online-Portals Hotels.com haben 65 Prozent aller Befragten schon einmal etwas im Hotel liegen gelassen. Frauen sind danach eindeutig vergesslicher als Männer. Jede zweite hat schon einmal Kosmetika im Hotelbad zurückgelassen, jede dritte ließ bereits Bücher auf dem Nachttisch liegen. 17 Prozent der befragten Frauen haben schon Schmuck und Uhren im Hotel vergessen. Keine der befragten Frauen gab dagegen an, schon einmal ein Kleidungsstück vermisst zu haben. Im Gegensatz dazu lassen Männer oft Socken, Pullover, Jacken, Badesachen und Schuhe ungewollt im Hotelzimmer zurück. Dafür sind sie weniger vergesslich, wenn es um Technik geht. Keiner der Befragten hat bislang seine Digitalkamera oder den Fotoapparat vergessen. Auch das Handyladegerät wurde häufiger von weiblichen Gästen (21 Prozent) zurückgelassen. Umgekehrt sieht es beim Handy selbst aus. Nur zwei Prozent der Frauen haben sich schon unfreiwillig von ihrem Telefon getrennt, bei den Männern waren es immerhin fünf Prozent.

Der Klassiker: Schuhe unterm Bett

Was an Schuhen und Kleidung in Hotels liegenbleibt, könnte Second-Hand-Boutiquen ausstatten. "Da kommen ganze Garderoben zusammen. Von der Unterwäsche bis zum Hut", weiß Nathalie Oberrauch, Direktionsassistentin im Sheraton-Hotel Salzburg. Manchmal werden komplette Schubladen voll Kleidung vergessen. Klassiker sind dunkle Kleidung im Schrank und Schuhe unter dem Bett. In der Regel bekommt der Gast sein Eigentum erst auf Nachfrage zurück. Der Grund: Diskretion. "Wir müssen immer mit dem klassischen Fall rechnen, dass die Ehefrau nichts vom Hotelaufenthalt ihres Mannes weiß", bestätigt Holiday-Inn-Mitarbeiterin Katja Schenk. "Deshalb schicken wir die gefundenen Gegenstände grundsätzlich nur zurück, wenn der Gast darum bittet." Ähnlich verfahren die meisten Hotels.

Peinliche Vergesslichkeiten

Wird ein Fundstück unaufgefordert zurückgeschickt, könnte schnell der Hausfrieden schief hängen. So geschah es im Linzer Arcotel Nike: "Vor Jahren wollte ich den Besitzer einer Geldbörse verständigen, hatte aber seine Frau am Telefon und die erzählte mir, dass ihr Mann ja gar nicht in Linz in einem Hotel war. Da es sich um ein Doppelzimmer gehandelt hat und der Vergleich mit dem Meldezettel eindeutig war, habe ich wohl eine Ehe in Schwierigkeiten gebracht", schildert Servicemitarbeiter Fritz Nagl. Dankbar hingegen dürfte ein Novotel-Gast sein, dem Handschellen und ein Set Peitschen sicherheitshalber nicht an die Heimatadresse geschickt wurden.

Aufbewahrung mindestens für sechs Monate

Am unproblematischsten ist der Umgang mit Fundsachen von Stammgästen. Was liegen bleibt, wird einfach bis zum nächsten Aufenthalt aufbewahrt. So finden Stammgäste von Ritz-Carlton-Hotels ihr Eigentum beim nächsten Besuch in ihrem Zimmer vor. Wird der Verlust nicht gemeldet, oder lassen sich den Fundstücken keine Besitzer zuordnen, verfahren Hotels unterschiedlich: In einigen Häusern fallen Fundsachen nach sechs Monaten den ehrlichen Findern zu, in anderen werden die Überbleibsel vergesslicher Gäste versteigert oder für wohltätige Zwecke gestiftet. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Hotels die Fundstücke ein halbes Jahr aufbewahren müssen. In vielen Hotels liegen die vergessenen Gegenstände ein bis zwei Jahre, in Einzelfällen bis fünf Jahre bereit. Bei InterContinental muss sich der Eigentümer binnen eines Jahres gemeldet haben. Danach werden zum Beispiel Kleidungsstücke auf Kosten des Hauses gereinigt und an die Zimmermädchen verteilt.

Überbleibsel werden versteigert oder verschenkt

Im Münchner Hotel Vier Jahreszeiten werden Fundstücke, die sich keinem Gast zuordnen lassen, nach einem Jahr dem Finder überlassen. "Was nicht mehr zu gebrauchen ist, wie zerschlissene Kleidung oder stark zerlesene Bücher, wird von uns entsorgt", erklärt Direktionsassistentin Silke Beyer. Im Sheraton Frankfurt gibt es nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist eine Versteigerung unter den Mitarbeitern. Der Erlös wird karitativen Einrichtungen gespendet. Viele Hotels geben Kleidung auch direkt an soziale Einrichtungen. Einiges lassen Hotelgäste auch bewusst liegen, wie beispielsweise die Tennisstars, die alljährlich am Hamburger Rothenbaum-Turnier teilnehmen. Dann dürfen sich die Interconti-Mitarbeiter freuen. Die gebrauchten Schläger, Bälle und T-Shirts werden absichtlich zurückgelassen - als Souvenir fürs Personal.

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