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"Menschenzoo": Ausflugsziel in Thailand sorgt für Skandal

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Fragwürdige Touristenattraktion  

Thailand eröffnet neuen "Menschenzoo"

19.05.2008, 09:47 Uhr

Zember (links) und Sarah, die vor der Armee aus Birma geflüchtet sind, wollten nach Neuseeland auswandern (Foto: dpa)Zember (links) und Sarah, die vor der Armee aus Birma geflüchtet sind, wollten nach Neuseeland auswandern (Foto: dpa)Zynisch und menschenverachtend - anders lässt sich die neueste Attraktion Thailands kaum beschreiben. Trotz internationaler Kritik eröffneten thailändische Behörden erneut ein Dorf, in dem Besucher gegen Geld Menschen begaffen können, berichtet die Bangkoker Zeitung "Daily Xpress". In dem Dorf leben vor allem Flüchtlings-Frauen vom Volk der Karen, die traditionell schwere Messingringe um den Hals tragen und dadurch besonders lange Hälse bekommen haben. Sie werden daher auch "Giraffenhalsfrauen" genannt. In Thailand gibt es bereits sieben ähnliche Dörfer, die das UN-Flüchtlingshilfswerk als "Menschenzoos" verurteilt.
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Eintritt für fünf Euro

Der Eintritt in die Dörfer kostet für Touristen umgerechnet etwa 5 Euro, Einheimische zahlen gerade ein Zehntel des Preises. Nach dem Bericht bekommen die Karen-Frauen, die ihr Volk lieber als Kayan bezeichnen, pro Monat umgerechnet etwa 60 Euro - für die ganze Familie. Trotz internationaler Kritik verteidigen die lokalen Behörden die Schau-Dörfer, die es seit den Achtziger Jahren gibt. Der für die Region verantwortliche Leiter Narong Thirachantarangkoon wehrt sich gegen den Begriff "Menschenzoo". Schließlich seien die Karen freiwillig in dem Dorf und bekämen zudem noch mehr Geld als beispielsweise in der Region Chiang Mai. Außerdem könnten sie sich in der Region frei bewegen.

Zweifel am "freiwilligen Aufenthalt"

Ob die Karen freiwillig in den Dörfern leben, muss zumindest bezweifelt werden. Nach einem Bericht der "Bangkok Post" sagten Bewohner eines anderen Karen-Dorfs, sie würden verhaftet, wenn man sie außerhalb ihres Dorfes aufgreife. Einige der jüngeren Frauen nähmen zudem ihre Halsringe ab - aus Scham. Als Flüchtlinge dürften sie sich keine Arbeit außerhalb des Dorfes suchen. Auch ein Zwischenfall aus dem Jahre 2005 macht stutzig: Damals verweigerten die thailändischen Behörden einer Gruppe Karen die Ausreisevisa nach Neuseeland - obwohl sich das Land zur Aufnahme bereit erklärte.

Metallringe als alte Tradition

Die Karen sind meist Flüchtlinge aus Birma. Die Metallringe um den Hals sind eine alte Tradition und repräsentieren das Schönheitsideal des Volkes: Frauen gelten umso schöner, je länger der Hals ist. Zu diesem Zweck bekommen bereits junge Frauen die bis zu zehn Kilogramm schweren Metallringe umgelegt. Im Laufe der Jahre drückt das Gewicht Schlüsselbein und Schultern nach unten und lässt so den Hals länger erscheinen.

Ein Augenzeuge berichtet

Thailand-Reisender Markus Fischer: "Im Rahmen eines organisierten Tages-Ausflugs in der wundervollen Natur Nord-Thailands kamen wir auch in das Dorf Hua Sua Tao, wo wir auf die 'Giraffenhalsfrauen' trafen. Es war kein wirklich schönes, eher ein voyeuristisches und nachdenklich stimmendes Erlebnis. 50 Meter zu beiden Seiten eines kleinen Weges waren einfache Holzhütten aufgebaut, in denen die Bewohner arbeiten - in bunten Trachten werden bunte Trachten gestrickt. Für die Touristenaugen ist aber auch ein Mann beim Stricken zu sehen. Die Schilder vor dem Dorf zeigten den Namen des Stammes auf - wie in einem Museum. Der Hingucker sind natürlich die Giraffenhalsfrauen mit ihren Spiralen um den Hals. Mädchen ab fünf Jahren tragen diesen mehrere Kilogramm schweren 'Schmuck'. Es gleicht eher einem Deformitäten-Kabinett. Die Nackenmuskulatur der Frauen ist nach ein paar Monaten so schwach, dass sie ohne diese Stützen den Kopf nicht mehr aufrecht halten können. Männer haben sich das vor langer Zeit einfallen lassen, damit die Frauen während ihrer Abwesenheit nicht 'gestohlen' werden. Es gibt rühmlichere Taten des männlichen Geschlechts."

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