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Ritz Restaurant

11.04.2009, 14:07 Uhr | Top Hotel, Anonymer Tester

Der Empfang durch die junge Dame am Eingang ist – gelinde gesagt – eher spröde. Ich werde zu meinem Tisch geführt und habe kaum Platz genommen, da fährt schon ein Kellner mit einem Champagner-Trolley vor. Er bietet mir allerdings so gelangweilt eine Auswahl nicht weiter benannter Sorten an, dass ich mich kaum angesprochen fühle und ablehne. Sodann erscheint ein ebenso junger Kellner, dessen merkwürdiger Auftritt nur als Gehampel bezeichnet werden kann. Zugleich wirkt sein ständiges Bedanken manieriert und albern. Die livrierten Kellner hasten durch das Restaurant und geben dem Begriff Fracksausen eine völlig neue Bedeutung. Vielleicht hat Charlie Chaplin, einer der ersten berühmten Gäste dieses Hotels, für solche Auftritte Pate gestanden – das Einschenken des Champagners in einer über dem Kopf befindlichen Höhe sieht jedenfalls einfach nur komisch aus. Viele der ausschließlich männlichen Kellner sind von verkrampfter Freundlichkeit und gespielter Akkuratesse. Die vielen Leergänge, das unschöne Gehetze mit Beinahezusammenstößen untereinander, die oft unverständlich herunter geratterten Annoncen – all das und noch mehr erwecken bei mir das Gefühl einer eher flüchtigen Begleitung, nicht aber von einem zuvorkommenden Service. Das offenbar begehrte Arrangement "Dinner Dance", das freitags und samstags angeboten wird, ist über Wochen im Voraus ausgebucht. Vier-Gänge-Menüs werden für 85 £, Sechs-Gänge-Menüs für 90 £ offeriert. Für sechs Gänge inklusive ausgesuchter offener Weine fallen 150 £ an. Wer à la carte drei Gänge bestellt, muss mit wenigstens 100 £ rechnen. Die Gäste entscheiden sich so fast automatisch für ein Menü und bestellen entsprechend. Die rasch servierten Amuses-Bouches fallen nicht spektakulär aus. Umso mehr überraschen die darauffolgenden Gerichte durch ausgezeichnete Grundprodukte, handwerkliche Präzision, attraktive Präsentation, Harmonie und Geschmacks­sicherheit. Der Salat aus Krebsfleisch, dezenter Avocadocreme, Ingwergelee-Würfeln und feinem Rosenschaum ist bestens ausbalanciert und sehr apart in seiner Kombination. Wie man klassische Elemente modern variieren sowie durch Finesse und Leichtigkeit neu beleben kann, zeigen sehr schön die Wasserkresse-Ravioli mit Wachtelei, Käsecreme, Walnuss und Sellerie. Das zarte Käsekuchen­dessert mit Mandarinengelee, leicht scharfem Ananas-Salat, Bananenchip und angenehm würzigen Koriandersorbet ist ausdrucksvoll und ohne jegliche Schwere. Ausgezeichnet ist auch die Champagnerauswahl. Andere Länder – inklusive Deutschland – spielen so gut wie keine Rolle. Die Preise sind nichts für arme Schlucker, unter 100 £ bekommt man keinen wirklich guten Wein. Eine Hürde gilt es auch bei den glasweise offerierten Weinen zu überwinden. Die Preise liegen hier pro Glas zwischen zwölf und 23 £. Ein von mir beanstandeter Wein wird umgehend ausgetauscht.

Wertung: gut

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