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Reisemedizin: Gefährliche bis tödliche Infektionskrankheiten

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Reisekrankheiten  

Vorsicht Krankheit: Von gefährlich bis tödlich

22.07.2009, 16:05 Uhr

Reisekrankheiten: Mückenschutz hilft vor unliebsamen Stichen (Foto: srt/nd.edu)Reisekrankheiten: Mückenschutz hilft vor unliebsamen Stichen (Foto: srt/nd.edu)

Schweinegrippe in Mexiko, Dengue-Fieber in Australien und der allseits bekannte Reisedurchfall, der Urlauber überall erwischen kann: Immer mehr Urlauber tragen bei ihrer Abreise nicht nur Souvenirs im Gepäck, sondern auch Krankheiten. Besonders Hepatitis A ist weit verbreitet: Schätzungen gehen davon aus, dass sich jedes Jahr zehn Millionen Menschen weltweit mit dem Virus anstecken. Wir sagen Ihnen, welche Krankheiten besonders häufig auftreten und wie Sie sich davor schützen können.



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Schweinegrippe

Die Schweinegrippe ist der Sammelbegriff für Erkrankungen durch Influenza-Viren bei Schweinen. Die weltweit auftretende Tierseuche wurde bereits 1930 in Schweinen nachgewiesen, anders ist, dass sich die neuen Erreger von Mensch zu Mensch übertragen, wie auch bei den aktuellen Erkrankungen die in Mexiko und den USA seit Ende April 2009 auftreten. Dort wurden vermehrt Grippe-Erkrankungen gemeldet, die durch Influenza A (H1N1) verursacht wurden. Der Verzehr von Schweinefleisch ist unbedenklich, wenn dieses durchgegart ist. Eine Impfung mit handelsüblichen Grippe-Impfstoffen schützt vor dieser Erkrankung wahrscheinlich nur unvollständig oder überhaupt nicht.

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Montezumas Rache kann jeden erwischen

Die häufigste aller Reisekrankheiten ist die Reisediarrhö. Im Jahr 1520 wurde der Aztekenkönig Montezuma II. von den Spaniern ermordet. Heute muss sein Name als Synonym für die Reisediarrhö herhalten. Drei bis vier von zehn Urlaubern mit Reiseziel Tropen oder Subtropen leiden unter der Durchfallerkrankung. In den Körper gelangen die Erreger per Getränk oder Nahrung, manchmal auch durch schmutzige Hände. Bei tropischen Temperaturen fühlen sie sich besonders wohl, mangelnde Hygiene in fernen Ländern verschafft ihnen zusätzlich ideale Lebensbedingungen. Doch Fernreisende können sich schützen. Es gilt der bekannte Merkspruch "Peel it, cook it or forget it", sagt der Hamburger Apotheker Eckhard Grunau. Geschältes Obst wie Bananen, Orangen oder Ananas können Urlauber ohne Bedenken essen. Das gilt auch für frisch geschälte Äpfel. Frisch zubereitete gekochte oder durchgebratene Speisen wie Suppen, Gemüse und Fleisch sind ebenfalls sicher. Vorsicht ist dagegen bei halbgarem Fleisch, Muscheln, Austern und sonstigen Meeresfrüchten sowie allen rohen Speisen geboten, rät der Experte.


Bei Durchfall Cola und Salzgebäck?

Der Verzicht auf Mayonnaise und andere Produkte, die rohe Milch oder Eier enthalten, trägt zusätzlich zu einem unbeschwerten Verlauf des Urlaubs bei. Bei Getränken sollten Reisende möglichst zu industriell hergestelltem Mineralwasser, Säften und Erfrischungsgetränken aus Flaschen oder Dosen greifen. Tipp: Die Behältnisse sollten original verschlossen am Tisch serviert werden. Wasser muss vor dem Trinken oder Zähne putzen abgekocht oder entkeimt werden. Auf Eiswürfel sollte man besser ganz verzichten, so der Hamburger Apotheker. Wenn "Montezumas Rache" trotz aller Vorsicht zuschlägt, müssen vor allem Kinder und ältere Menschen den Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen schnell ausgleichen. Dabei helfen viel Flüssigkeit und Elektrolytlösungen aus der Reiseapotheke. Ob Cola und Salzstangen wirklich hilfreich sind, ist umstritten, da Cola den Magen zusätzlich angreift und es sich beim Salz nicht um das wichtige Kalium handelt. Tipp: Eine Lösung aus acht Teelöffeln Zucker und einem gestrichenen Teelöffel Kochsalz auf einen Liter abgekochtes Wasser gleicht Flüssigkeitsverlust und Mineralstoffmangel aus.

Hepatitis-Infektionen nehmen zu

Die sogenannte Reisegelbsucht (Hepatitis A) belastet besonders Erwachsene und endet in ein bis zwei Prozent aller Fälle sogar tödlich. Vor Reisen nach Ost- und Südeuropa, in Mittelmeerländer wie Griechenland, Ägypten oder Tunesien sowie in alle tropischen Regionen empfiehlt das Robert-Koch-Institut in Berlin dringend eine Impfung. Denn 40 bis 50 Prozent aller Betroffenen infizieren sich im Urlaub. Besonders wichtig ist die Impfung für Rucksacktouristen, Muschelliebhaber oder Zelturlauber. Normalerweise kostet sie rund 100 Euro, für Erzieher, Lehrer oder Menschen mit Leberschäden ist sie laut Anton Gillessen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Herz-Jesu-Krankenhaus in Münster, sogar kostenlos. Das Virus breitet sich über kontaminiertes Wasser, Körperkontakt und verunreinigtes Essen aus. Im Mittelmeer soll bereits jede zweite Muschel Hepatitis-A-Viren tragen. "Die Muscheln filtern das mit Abwasser verunreinigte Meerwasser und landen später auf dem Teller", erklärt Gillessen. Auch hier gilt die Regel: "schälen, abkochen oder lieber nicht essen".

Impfung schützen vor Gelbsucht

Wer sich mit dem Virus angesteckt hat, spürt die Symptome meist erst lange nach der Rückkehr. "Zwischen Ansteckung und Ausbruch vergeht in der Regel knapp ein Monat, im besten Fall ist der Urlaub dann schon vorbei", sagt Gillessen. Bei Kindern heilt die Erkrankung meist ohne auffällige Beschwerden aus. Bei Erwachsenen sind die Anzeichen zunächst unspezifisch: Am Anfang steht ein allgemeines Unwohlsein mit Magen-Darm-Beschwerden oder einer erhöhten Temperatur. "Später wird der Urin dunkel, der Stuhl hell und die Haut gelb", erklärt Gillessen. Dazu kommt die Müdigkeit. "Betroffene sind kraftlos, antriebsarm und extrem schlafbedürftig." Betroffene sollten so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, denn Hepatitis ist hochgradig ansteckend.


Dengue-Fieber - Wenn die Tigermücke zusticht

Nein, es muss nicht unbedingt die Schweinegrippe sein. Wer nach der Rückkehr vor allem aus Südamerika unter Kopfschmerzen und Fieber leidet, der hat sich nicht unbedingt mit der Infektionskrankheit angesteckt, die derzeit die Schlagzeilen beherrscht. Was nach einer Grippe aussieht, stellt sich beim Arztbesuch nicht selten als Dengue-Fieber heraus. In Argentinien, Brasilien, Bolivien und Paraguay breitet sich das Fieber so schnell aus wie seit fünf Jahren nicht mehr. Experten gehen von etwa 2000 Flugurlaubern aus, die sich jedes Jahr unterwegs anstecken. Die gute Nachricht: In aller Regel klingen die Beschwerden nach etwa einer Woche wieder ab, wobei Betroffene sich noch längere Zeit erschöpft und matt fühlen. Eine ärztliche Behandlung erstreckt sich dabei nur auf die Symptome, "eine gegen den Erreger gerichtete spezifische Medikation gibt es nicht", wie der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes mitteilt. Eine vorbeugende Behandlung - etwa durch Impfen oder die Einnahme von Tabletten - ist nicht möglich. Reisende sollten allerdings unbedingt Kleidung tragen, die auch Arme und Beine weitgehend bedeckt. Auf hellem Stoff sind die Mücken besser zu erkennen und können früh abgewehrt werden. Zudem raten Experten, unbedingt Abwehrmittel, sogenannte "Repellents", aufzutragen. Schlafräume sollten durch Mückengitter vor den Fenstern geschützt sein, auch ein Moskitonetz über dem Bett leistet gute Dienste.

Malaria kann tödlich enden

Immer wieder unterschätzen Urlauber das Malaria-Risiko, das in einigen Ländern Afrikas herrscht. Während in einigen Regionen Afrikas das Malaria-Risiko saisonal deutlich schwankt, ist es in Gambia zu jeder Reisezeit hoch", erklärt Dr. Tomas Jelinek vom CRM (Centrum für Reisemedizin). Fachleute empfehlen vor Reisen nach Afrika eine reisemedizinische Beratung, um die Gesundheitsvorsorge individuell auf aktuelle Infektionsrisiken abzustimmen. Wer nach der Reise Fieber bekommt, sollte unverzüglich zum Arzt gehen, um eine Malariainfektion ausschließen zu lassen. Die gefährlichste Form der Malaria, die "Malaria tropica" hat eine Inkubationszeit von mindestens sieben Tagen. Diese Form der Malaria kann lebensbedrohlich sein. Schützen kann man sich am besten mit Mückenschutz in der Dämmerung und nachts, durch helle, geschlossene Kleidung und Moskitonetz.

Tollwut - Vorsicht auch bei zahmen Tieren

Die Gefahr tarnt sich: Zutrauliche Hunde, Katzen oder andere Säugetiere in südlichen Urlaubsländern tragen oft das Tollwutvirus in sich. Das betreffe nicht nur Asien und Südamerika, sondern teilweise auch Regionen am südlichen und östlichen Mittelmeer. Schon beim Streicheln kann der Speichel der infizierten Tiere an offene Stellen der menschlichen Haut gelangen - ein Kratzer genügt. Gefährdet sind vor allem Kinder unter 16 Jahren, deren Immunsystem relativ anfällig ist. Weltweit sterben jährlich rund 60.000 bis 70.000 Menschen an der gefährlichen Krankheit. Tückisch: Tollwut ist schon dann ansteckend, wenn die typischen Symptome wie Unruhe, Schaum vor dem Maul oder Angriffslust noch nicht auftreten. Deshalb rät das CRM: Finger weg von zahmen, freilaufenden Tieren! Wer gebissen wurde oder mit Speichel in Berührung gekommen ist, sollte die betroffene Stelle rasch mit Wasser und Seife reinigen und desinfizieren. Danach muss so schnell wie möglich - in der Regel noch im Urlaubsland - ein Arzt aufgesucht werden. Dann bekämpft eine nachträgliche Impfung die Erreger. Reiselustige müssen sich jedoch den Trip in ferne Länder nicht vermiesen lassen. Die Immunisierung über einen Pieks in den Oberarm ist unproblematisch und nahezu schmerzfrei. Und: Mit fremden Haustieren sollte man in Asien, Afrika oder Osteuropa ohnehin nicht kuscheln. Sie sind oft Wirtstiere für Parasiten, die Krankheiten übertragen, etwa Typhus, Borreliose oder Enzephalitis.



Weitere Informationen Hinweise zur Behandlung und für die Zusammenstellung der Reiseapotheke geben Hausärzte und Apotheker. Informationen gibt es auch in Internet-Gesundheitsportalen wie www.travelmed.de, www.crm.de oder www.gesundes-reisen.de.

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