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All-Inclusive und Last Minute-Angebote beliebt

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Reisetrends 2009  

All-Inclusive und Last Minute-Angebote beliebt

18.05.2009, 12:00 Uhr | dpa-tmn

Reisetrend 2009: Last Minute (Foto: Imago)Reisetrend 2009: Last Minute (Foto: Imago)

Die Wirtschaft schrumpft, die Arbeitslosigkeit wächst: 2009 ist eigentlich kein Jahr, um entspannt in den Urlaub zu fahren. Die Lust am Kofferpacken haben die meisten Deutschen aber nicht verloren: Ende April lag der Reisebüroumsatz für den Sommer zwar unter dem guten Vorjahreswert - aber nur um 5,4 Prozent, wie die GfK-Marktforschung für den Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin ermittelt hat. "Auch in Krisenzeiten ist Urlaub ein Thema", macht sich Volker Böttcher, Chef der TUI Deutschland in Hannover, Mut für den Rest der Saison. Am Haupturlaub werde nicht gespart, Juli und August seien sogar "hervorragend gebucht". Ohne Wirkung bleibt die Krise aber nicht: Das Interesse an All-Inclusive-Ferien ist weiter gestiegen - und gebucht wird vielfach später im Jahr als sonst.

    

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Jede zweite Reise ist All-inclusive

"Urlaub ohne Nebenkosten" werden All-Inclusive-Ferien genannt. Gerade Familien entscheiden sich derzeit verstärkt für Hotels, in denen nicht für jede Cola an der Bar extra bezahlt werden muss, sagt Matthias Brandes vom Reisekonzern Thomas Cook in Oberursel (Hessen): "Budgetsicherheit ist ein großes Thema." Die TUI sieht das genauso: Beim Branchenprimus führt jede zweite Pauschalreise ans Mittelmeer inzwischen in eine All-Inclusive-Anlage, erklärt Böttcher. Doch auch abseits solcher Hotels sei zu beobachten, dass Touristen in diesem Jahr noch stärker auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achten, sagt DRV-Sprecher Torsten Schäfer: Es gehe nicht darum, billig zu verreisen, "aber darum, das Maximum aus dem Urlaub herauszuholen".


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Viele buchen spät

Viele haben aber noch gar nicht entschieden, wohin die Reise geht. "Alleinreisende und Paare haben fleißiger gebucht als Familien", sagt Schäfer. Schon im Winter habe es einen Trend zu eher kurzfristigen Buchungen gegeben, sagt Brandes. Dies setze sich nun fort, und das habe "sicher damit zu tun, dass Leute erst einmal abwarten, wie sich ihre persönliche Lage entwickelt". Böttcher beziffert die Zahl der Deutschen, die reisen wollen, aber noch unentschlossen sind, sogar auf 20 Millionen. Und für sie alle gebe es weiter genug buchbare Angebote - obwohl zum Beispiel die TUI die in Deutschland angebotenen Hotel- und Flugkapazitäten im Frühjahr um 14 Prozent reduziert hat: "Jeder findet noch, was er möchte."

Last Minute boomt in Wirtschaftskrise

Wie groß die Welle der Kurzfrist- und Last-Minute-Buchungen wird, lässt sich schwer abschätzen. Das Marktforschungsinstitut Ulysses aus München kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass die Reiseform Last Minute dem Urlauberverhalten in der Wirtschaftskrise besonders gut entspreche: Es werde "spontan reagiert und lieber spät gebucht". Darauf sind auch die Veranstalter eingestellt, die flexibler als früher Hotelzimmer und Flüge vom Markt nehmen und bei Bedarf wieder anbieten. Alltours in Duisburg zum Beispiel, wo im Februar wegen der Wirtschaftskrise die Zahl der Flüge in der Sommersaison reduziert worden war, hat jetzt "Sondermaschinen" geordert, die von Juli bis Oktober vor allem von Düsseldorf aus Urlauber in die Ferien bringen.

Schnäppchenjäger aufgepasst

Wer gut aufpasst und zum richtigen Zeitpunkt bucht, kann manches Schnäppchen machen. Singapore Airlines zum Beispiel bot Mitte Mai New-York-Flüge von Frankfurt/Main aus zum Einstiegspreis von 279 Euro an - und zwar hin und zurück. Auch in Richtung Asien haben mehrere Fluggesellschaften derzeit Spezialpreise am Markt. Urlaubsländer wie Schweden und Großbritannien betonen gleichzeitig in Kampagnen wie "britainforless.de", um wie viel günstiger der Urlaub bei ihnen aufgrund des günstigen Euro-Wechselkurses inzwischen geworden sei. Bei den Reiseveranstaltern auf einen Preissturz in letzter Minute zu hoffen, sei aber umsonst, heißt es bei den Konzernen und beim DRV. Es werde zwar "weiterhin zeitlich und mengenmäßig begrenzte Preisaktionen" der Unternehmen geben, meint Schäfer - grundsätzlich aber blieben die Preise in der Sommersaison stabil. "Einen großen Preisrutsch wird es nicht geben", erklärt auch TUI-Manager Böttcher. Eher gebe man Marktanteile ab, als Reisen zu günstig zu verkaufen.

Deutschland-Urlaub liegt im Trend

Und wohin geht die Reise nun? Klar ist, dass wegen des Trends zum all-inclusive-Urlaub vor allem Länder wie die Türkei, Ägypten, die Dominikanische Republik und Tunesien mit viel Besuch aus Deutschland rechnen dürfen. Ansonsten bleiben sich "die Deutschen relativ treu in der Auswahl ihrer Reiseziele", sagt Thomas-Cook-Sprecher Brandes. Wegen des günstigen Dollars zieht es viele Deutsche auch in die USA. Außerdem spielen Reiseziele vor der Haustür eine immer größere Rolle: Deutschland-Urlaub liege im Trend, sagt DRV-Sprecher Schäfer, und der Veranstalter FTI in München erlebt Österreich als "neues Trendziel". "Extrem gut nachgefragt" seien auch Kreuzfahrten, so Schäfer. Bei den Städtereisen geht das Interesse nach TUI-Angaben dagegen eher zurück.


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Viele Stau-Wochenenden im Juli

Der Trend zum Deutschland-Urlaub lässt sich unter Umständen auch an den Verkehrshinweisen im Radio messen. Der ADAC in München rechnet mit Stau-Wochenenden vor allem im Juli. An allen Freitagen vom 3. bis 31. Juli sowie an allen Samstagen vom 4. Juli bis 8. August müsse mit sehr starkem Verkehr auf den Fernstraßen in Deutschland gerechnet werden. Der Automobilclub rät deshalb, den Start in den Urlaub nach Möglichkeit erst für den Sonntag einzuplanen. Montags bis donnerstags erwartet der ADAC auch im Juli und August jeweils "normalen Verkehr".

Die Sommerferien-Termine der 16 Bundesländer

Die ersten fangen im Juni an, die letzten hören im September auf: Über fast drei Monate erstrecken sich die Sommerferien in den 16 deutschen Ländern. Laut der Kultusministerkonferenz in Bonn beginnen sie in dieser Reihenfolge: Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (25. Juni bis 5. August), Sachsen (29. Juni bis 7. August), Nordrhein-Westfalen (2. Juli bis 14. August), Rheinland-Pfalz und Hessen (13. Juli bis 21. August), Saarland (13. Juli bis 22. August), Berlin (15. Juli bis 28. August), Hamburg (16. Juli bis 26. August), Brandenburg (16. Juli bis 29. August), Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (20. Juli bis 29. August), Baden-Württemberg (30. Juli bis 12. September) und Bayern (3. August bis 14. September).

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