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Urlaub Spanien: Dunkle Wolken über Spaniens Tourismusbranche

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Dunkle Wolken über Spaniens Tourismusbranche

01.07.2009, 13:49 Uhr

Spanien gehen die Urlauber aus (Symbolbild: Imago)Spanien gehen die Urlauber aus (Symbolbild: Imago)

In den spanischen Ferienorten hat die Hochsaison begonnen. An den Badestränden der Costa Brava, auf Mallorca und an der Costa del Sol tummeln sich Tausende von Urlaubern und genießen das sonnige Wetter. Zugleich brauen sich jedoch über der spanischen Tourismusbranche dunkle Wolken zusammen. Hoteliers und Reiseveranstalter erwarten ein schwarzes Jahr und einen dramatischen Rückgang der Urlauberzahlen.

Wie sieht es mit Ihrer Urlaubsplanung aus? Werden Sie trotz Krise verreisen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion am Ende des Artikels.

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Spanien verliert so viele Urlaubsgäste wie nie zuvor

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen 11,8 Prozent weniger ausländische Touristen nach Spanien als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr 2009 erwartet die Regierung ein Minus von zehn Prozent. Dies wäre der schärfste Einbruch, den der spanische Tourismus jemals erlebt hat. Die Spanier waren es bislang gewohnt, dass die Urlauberzahlen Jahr für Jahr auf immer neue Rekordwerte steigen. Mit zuletzt fast 60 Millionen Touristen im Jahr war Spanien nach Frankreich das zweitwichtigste Reiseland der Welt. Mittlerweile jedoch mussten die Spanier den zweiten Platz an die USA abtreten.

Wirtschaftskrise schuld an der Touristenflaute

Nach der Bauwirtschaft ist mit dem Tourismus nun auch der zweite Schlüsselsektor der spanischen Wirtschaft ins Stocken geraten. "Wenn bei einem Flugzeug ein Triebwerk ausfällt, kann die Maschine noch weiterfliegen. Wenn aber beide Triebwerke aussetzen, wird die Lage hochgefährlich", schreibt die Zeitung "El Mundo". Der Tourismus steuert elf Prozent zum Bruttosozialprodukt bei und gibt 1,5 Millionen Menschen Arbeit. Dass in diesem Jahr mehrere Millionen Urlauber wegbleiben, hat zu einem großen Teil mit der Wirtschaftskrise in den Herkunftsländern zu tun. Viele Briten, Deutsche und Franzosen verkürzen ihre Urlaubsreisen, gehen seltener essen, geben weniger Geld in spanischen Geschäften aus oder verzichten ganz auf die Ferien in Spanien. "Wenn wir uns die Lage in Großbritannien oder Deutschland vor Augen halten, müssen wir froh sein, dass überhaupt noch so viele Touristen nach Spanien kommen", meint José Manuel Maciñeiras, Präsident des Dachverbands der Reisebüros.


Probleme aber auch hausgemacht

Die Probleme des Tourismus in Spanien sind jedoch nicht nur konjunktureller Natur, sondern auch grundsätzlicher Art. Die meisten Urlauber werden von Sonne und Strand ins Land gelockt. Die Formel "sol y playa" (Sonne und Stand) gilt jedoch als überholt. Andere Länder wie die Türkei, Kroatien, Tunesien oder die Dominikanische Republik bieten Badeferien zu Preisen an, mit denen Spanien kaum konkurrieren kann.


Spanien muss Umdenken

Seit Jahren fordern die Experten, dass Spanien seinen touristischen Auftritt auf mehrere Beine stellen soll. Statt nur Badefreuden bei gutem Wetter, sollten auch die anderen touristischen Attraktionen herausgestellt werden. "Wir sollten uns nicht an Billiganbietern in Osteuropa oder anderen Gegenden orientieren", sagt der Ökonom Josep Oliver. "Spanien sollte sich an bestimmten Regionen in Italien und Frankreich ein Beispiel nehmen. Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Besucher ins Land zu locken, sondern darauf, was die Urlauber bei uns ausgeben."

Nicht nur Sonne und Strand

Bei der Überwindung der "Monokultur" des Badetourismus kamen die Spanier bislang jedoch nur langsam voran. Noch immer macht der Bereich "sol y playa" zwei Drittel der Reisebranche aus. Einige Fortschritte gab es aber doch. Barcelona entwickelte sich mit seinem Angebot an Kultur und Kongressen zu einem beliebten Ziel von Städtereisen und erzielt mittlerweile höhere Einnahmen aus dem Tourismus als die Costa Brava. Die Industriestadt Bilbao wurde durch den Bau des Guggenheim-Museums für den Tourismus neu entdeckt. Auch auf Mallorca beginnen die Zeiten sich zu ändern. Die Bucht von Palma soll von Grund auf umgestaltet werden und bis 2020 in neuem Glanz erstrahlen. Dazu soll die Hälfte der 40.000 Hotelbetten verschwinden.

Auch Malle fehlen Urlauber

Schon im März spürten die Hoteliers auf Mallorca den Einbruch: Die Wirtschaftskrise und ein verregneter Saisonstart machen dem Tourismus auf Mallorca schwer zu schaffen. Nach Zahlen des Touristikamtes, die dem Online-Magazin stern.de vorliegen, sank die Zahl der Fluggäste auf der Insel im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 22 Prozent auf nur noch rund 405.000. Die Deutschen hielten ihrer Lieblingsferieninsel stärker die Treue als Gäste aus anderen Ländern: Der Rückgang betrug nur 13,4 Prozent. Das berichtete das Magazin im Mai diesen Jahres.

Urlauberschwund auf Mallorca

Besonders stark ist Mallorca laut stern.de vom innerspanischen Tourismus betroffen: Im Vergleich zum Vorjahr blieben mehr als ein Viertel der Spanier auf dem Festland, bei den Briten blieb jeder dritte Brite auf der Insel - allerdings der falschen. Trotz eines Rückgangs der deutschen Besucher von 13,4 Prozent, blieben die Deutschen mehr als alle anderen Besuchergruppen ihrem 17. Bundesland am treusten. Immerhin machten 204.000 Deutsche im März Urlaub auf der Baleareninsel, insgesamt wurden im März 405.000 Touristen gezählt. Wie das Online-Magazin berichtet, zeichnete sich die Krise bereits in den Osterferien ab, wo laut der mallorquinischen Hotelvereinigung FEHM über die Hälfte der Hotel geschlossen blieben. Angesichts der schwachen Buchungslage werden einige Hotels wohl 2009 geschlossen bleiben. Um Kosten zu sparen, schichten Hotelketten mit mehreren Standpunkten ihre Gäste auf einige wenige Hotels um. "Wir erleben schwierige Zeiten", sagte Miquel Nadal, der Tourismusminister der Balearen, dem Online-Magazin.

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