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Kritik an neuen Fahrgastrechten

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Verkehrsclub Deutschland  

Kritik an neuen Fahrgastrechten

28.07.2009, 11:24 Uhr | dapd

Fluggäste haben keine Anlaufstelle für Beschwerden mehr. (Foto: Imago)Fluggäste haben keine Anlaufstelle für Beschwerden mehr. (Foto: Imago)

Fluggäste haben für ihre Beschwerden nach Warnung von Verkehrsexperten künftig keine Anlaufstelle mehr. Grund sei eine fehlende, gleichwertige Nachfolgerin für die dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) unterstellte Schlichtungsstelle Mobilität, die aufgelöst wird, wie der VCD-Bundesvorsitzende, Michael Gehrmann, am Montag in Berlin mitteilte. Das neue Beschwerdeformular für Bahnverspätungen mit seinen 48 Fragen kritisierte der Verband als abschreckend.

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Kein Flugunternehmen will neuen Trägerverein

Ab dem 1. November soll die Schlichtungsstelle Mobilität, die bislang verkehrsträgerübergreifend die Beschwerden von Fahr- und Fluggästen bearbeitete, durch die Schlichtungsstelle öffentlicher Verkehr ersetzt werden. Diese werde aber bislang nur von Bahnverkehrsunternehmen getragen, monierte Gehrmann. Noch sei kein einziges Flugunternehmen bereit, dem Trägerverein beizutreten. Nach den Befürchtungen Gehrmanns könnten so Beschwerden von Fluggästen künftig nicht mehr bearbeitet werden. "Dies ist nicht nur ein herber Rückschlag für die Rechte von Bahn- und Fluggästen sondern auch eine enorme Verschwendung von Steuergeldern und damit ein Armutszeugnis für die Politik", kritisierte er. Der VCD arbeitete bislang mit 84 ausländischen Flugunternehmen und 14 nationalen wie internationalen Bahnunternehmen zusammen. Sollte diese Zusammenarbeit nicht weitergeführt werden, würden pro Jahr die Beschwerden von rund 900 Fluggästen ins Leere laufen.

Fluggäste benachteiligt

Der Beiratsvorsitzende der Schlichtungsstelle Mobilität, Klaus Tonner, sagte: "Fluggäste bleiben nun mit ihren Problemen entgegen geltendem europäischen Recht allein und sind drauf angewiesen, sich ihre Rechte vor Amtsgerichten zu erkämpfen." Nach dem neuen Fahrgastrechte-Gesetz, das am 29. Juli in Kraft tritt, haben Bahnreisende ab 60 Minuten Verspätung Anspruch auf Erstattung von 25 Prozent des Fahrpreises, ab 120 Minuten auf 50 Prozent. Dies gilt für die gesamte Reisekette vom Nahverkehrszug bis zum ICE. Pauschale Entschädigungen gibt es bei Streckenzeitkarten; die Mindestentschädigungssumme beträgt vier Euro. Zudem ist die außergerichtliche Schlichtung bei Streitfällen im öffentlichen Verkehr erstmals gesetzlich verankert.

Beschwerdeformular schrecke Verbraucher ab

Wie der VCD mitteilte, schrecke zudem das von der Deutschen Bahn (DB) und dem Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE) erstellte Beschwerdeformular die Verbraucher ab. Bei dem DIN A3 großen Beschwerdebogen, der ab Mittwoch beim Servicepersonal im Zug, in den Vertriebsstellen der teilnehmenden Bahnen, im Internet und bei den DB Service Points erhältlich ist, müssen die Reisenden 48 Fragen ausfüllen. Der VCD wies darauf hin, dass Beschwerden im Falle einer Zugverspätung auch ohne das Formular möglich seien. Der Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Jan Mücke, äußerte sich kritisch zu dem neuen Gesetz. So seien die neuen Ausgleichsregelungen für Bahnkunden ungenügend. "Die neuen Vorschriften geben der Bahn keinerlei Anreiz, die Pünktlichkeitsrate ihrer Züge zu verbessern", sagte Mücke. Der Antrag der FDP, wonach Kunden bereits ab einer Verspätung von 30 Minuten Anspruch auf Entschädigung haben sollten, wurde mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition abgelehnt. Als "echten Rückschritt" bezeichnete Mücke die neuen Regelungen für Inhaber von Tages- oder Monatskarten. Nach der Verordnung besteht für sie erst dann ein Anspruch auf Entschädigung, wenn es wiederholt zu Verspätungen oder Zugausfällen gekommen ist. Bislang bestand nach der Kundencharta der DB ein einklagbarer Anspruch für jede einzelne Verspätung.

Kunden kaufen Tickets am liebsten online

Unterdessen ergab eine repräsentative Umfrage des Hightech-Branchenverbandes Bitkom, dass die Verbraucher ihre Tickets für Flüge und Bahnfahrten am liebsten online kaufen. Fast die Hälfte aller Internetnutzer, also rund 24 Millionen Bundesbürger, hat der Studie zufolge in Deutschland bereits eine Bahnfahrkarte oder ein Flugticket im Netz gekauft. "Die Verbraucher erhalten im Internet umfangreiche Informationen über Routen und Preise, sie können das Ticket online bezahlen und in der Regel sofort ausdrucken. Einfacher und bequemer geht es nicht," erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

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