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Terror kann Touristen nicht stoppen

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Bombenanschläge auf Mallorca  

Terror kann Touristen nicht stoppen

13.08.2009, 11:27 Uhr | dpa

Urlauber auf dem Düsseldorfer Flughafen auf dem Weg nach Mallorca (Foto: dpa)Urlauber auf dem Düsseldorfer Flughafen auf dem Weg nach Mallorca (Foto: dpa)

Der ETA-Terror wird nach Einschätzung von Reiseveranstaltern und spanischer Regierung den Touristen-Ansturm auf die Ferieninsel Mallorca vorerst nicht bremsen. Die touristische Infrastruktur sei durch die Anschläge der baskischen Terrororganisation nicht getroffen, sagte eine TUI- Sprecherin. Die Regierung in Madrid rechnet mit allenfalls geringen Folgen für die Reisebranche.




Bomben-Anschlag auf Mallorca Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Keine Reisewarnung für Mallorca-Urlauber

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin betonte, dass sein Ministerium weiter auf eine Reisewarnung für die Ferieninsel verzichtet. "Von einer Reisewarnung kann natürlich nicht die Rede sein. Das ist völlig abwegig", sagte Vize-Sprecher Andreas Peschke. Allerdings wurden auf der Internet-Seite des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) die Reisehinweise für Mallorca verschärft. Beispielsweise wird deutschen Touristen dort nun empfohlen, größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

Veranstalter rechnen nicht mit Buchungseinbrüchen

Die deutschen Reiseveranstalter rechnen nicht mit Einbrüchen im Mallorca-Geschäft. Die touristische Infrastruktur sei durch die Anschläge der ETA am 9. August nicht getroffen, sagte eine TUI-Sprecherin in Hannover. In der Tourismusbranche auf der spanischen Ferieninsel herrsche Normalbetrieb. Die Sorge, dass viele Deutsche nun andere Sonnenziele vorziehen könnten, gebe es nicht. Ähnlich schätzen auch andere Veranstalter die Lage ein: Viele Kunden erkundigten sich zwar nach möglichen Einschränkungen beim Urlaub, aber nur wenige überlegten, die Reise nicht anzutreten, sagte ein Sprecher von Neckermann in Oberursel.


Stornierungen sind nicht zu erwarten

Der spanische Staatssekretär für Tourismus, Joan Mesquida, sagte in Palma de Mallorca: "Die Auswirkungen werden sehr begrenzt sein. Seit 30 Jahren versucht die ETA, dem Tourismus in Spanien Schaden zuzufügen. Aber die Reisebranche hat ständig zugelegt". Die Informationen der spanischen Fremdenverkehrsbüros im Ausland und der diplomatischen Vertretungen deuteten darauf hin, dass eine größere Zahl von Stornierungen nicht zu erwarten sei, sagte er. Die Hoteliers auf Mallorca äußerten sich dennoch besorgt. "Die Auswirkungen für den Tourismus sind nicht absehbar", sagte Aurelio Vázquez, Präsident der Vereinigung der Hotelketten auf den Balearen, der Zeitung "Diario de Mallorca".

Verschärfte Sicherheitskontrollen

Urlauber auf Mallorca müssen sich nach den Anschlägen vom Sonntag auf verstärkte Sicherheitskontrollen einstellen. Das gelte zum Beispiel für den Flughafen von Palma, sagte Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin. "Sicherheitshalber sollte man etwas mehr Zeit mitbringen." Einen Anspruch darauf, Reisen nach Mallorca aus Angst vor möglichen weiteren Terrorakten der ETA abzusagen, gebe es aber nicht. Nach Einschätzung des DRV gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich das Buchungsverhalten der Deutschen spürbar ändern wird. "Die Anschläge auf Mallorca sind anders zu sehen als die auf Bali oder Djerba", sagte Zeuch. "In diesem Fall sind keine Urlauber zu Schaden gekommen." Es sei die Strategie der ETA, keine Anschläge auf Touristen zu verüben. Das Ziel sei zwar, Angst und Schrecken zu verbreiten, aber nicht, ausländische Urlauber zu treffen.


Erhöhte Polizeipräsenz für Urlauber bemerkbar

Auch für die kommenden Wochen sei daher nicht von einem deutlichen Rückgang der Buchungen auszugehen. Bei den Gästen, die derzeit mit Neckermann auf Mallorca Urlaub machen, sei der Wunsch, vorzeitig abzureisen, überhaupt noch nicht zu hören gewesen. Ähnlich bewerten FTI in München und Alltours in Duisburg oder die Veranstalter der Rewe Touristik in Köln die Lage in den Ferienzentren auf der Baleareninsel. Beeinträchtigungen für Urlauber gebe es praktisch nicht, sagte eine Sprecherin von FTI. Allenfalls die erhöhte Polizeipräsenz sei für die Urlauber bemerkbar. Es sei daher unwahrscheinlich, dass sich viele Deutsche von Reisen auf ihre Lieblingsinsel abhalten lassen. "Anders wäre es sicher, wenn die Anschläge Touristen getroffen hätte."

Urlauber können nicht kostenlos stornieren

Urlauber haben derzeit keinen Anspruch, Mallorca-Reisen wegen der jüngsten Anschläge kostenlos zu stornieren. Bislang fehle dafür die rechtliche Handhabe, sagte der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover dem dpa- Themendienst. Pauschalurlauber könnten erst kostenlos vom Reisevertrag zurücktreten, wenn ihre Reise aufgrund von unvorhersehbarer höherer Gewalt erheblich gefährdet oder beeinträchtigt wird. Zwar gelte ein Bombenattentat auch als höhere Gewalt. "Dass Urlauber jetzt massive Einschränkungen fürchten müssen, kann man aber noch nicht sagen."

Tourismus ist Haupteinnahmequelle auf Mallorca

Mallorca gehört zu den beliebtesten Reisezielen im Mittelmeerraum. Vor allem deutsche und britische Touristen halten der mit 3624 Quadratkilometern größten Insel der Balearen seit Jahrzehnten die Treue. Allein rund 3,5 Millionen Deutsche im Jahr verbringen ihren Urlaub auf der zwischen Menorca im Nordosten und Ibiza im Südwesten gelegenen Insel, deren Haupteinnahmequelle mittlerweile der Fremdenverkehr ist. Doch auch an Spanien, dem nach Frankreich und den USA wichtigsten Reiseland der Welt, geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorüber, die Jahre des Booms scheinen erstmal vorbei zu sein. Angesichts rückläufiger Urlauberzahlen beschloss Spaniens Kabinett Ende Juli auf Mallorca, der Tourismusbranche mit rund einer Milliarde Euro unter die Arme zu greifen. Nach den jüngsten Anschlägen baskischer Separatisten fürchten mallorquinische Hoteliers nun weitere Umsatzeinbußen. Für die Tourismusindustrie wäre das ein Horrorszenario, denn der Fremdenverkehr steuert in Spanien etwa elf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und gibt etwa 1,5 Millionen Menschen Arbeit. Im ersten Halbjahr 2009 ging die Zahl ausländischer Besucher im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 Prozent zurück.

Die Anfänge des Tourismus

Vor allem die Landwirtschaft prägte Mallorca bis 1950, auch wenn es schon vor dem Bürgerkrieg 1935 erste Ansätze von Tourismus gab. Wie der Tourismus-Professor Karl Born (Wernigerode) zu berichten weiß, gab es 1934 dort 37 deutsche Urlauber. Der Aufschwung begann in den 50er und 60er Jahren, nicht zuletzt durch das deutsche Wirtschaftswunder und die ersten Charterfluggesellschaften. Allein zwischen 1950 und 1970 stieg die Zahl der Touristen um das 22-fache. Heute machen die Einnahmen aus dem Tourismus auf Mallorca 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Bombenanschlagsserie auf Mallorca

Die ETA hatte am 9. August in Palma drei Sprengsätze gezündet und damit Angst und Schrecken in der Inselhauptstadt verbreitet. Die Bomben hatten nur eine geringe Sprengkraft und richteten kaum Schäden an. Bereits vor zwei Wochen hatten ETA-Terroristen einen Anschlag auf eine Polizeikaserne auf Mallorca verübt. Dabei waren zwei Polizisten ums Leben gekommen. Auch danach war kein Einbruch im Reisegeschäft zu beobachten gewesen. Mallorca gilt als beliebteste Ferieninsel bei den Deutschen. Im vergangenen Jahr machten dort rund 3,5 Millionen Bundesbürger Urlaub.

Weitere Informationen Das Auswärtige Amt bittet Reisende werden gebeten, den Anweisungen der örtlichen Sicherheitsbehörden Folge zu leisten und sich umsichtig zu verhalten, insbesondere Menschenansammlungen zu meiden", heißt es in den am Sonntag aktualisierten Reisehinweisen für Spanien. Es müsse erneut mit Behinderungen durch Maßnahmen der spanischen Sicherheitsbehörden gerechnet werden. "Die touristische Infrastruktur der Insel ist im übrigen derzeit nicht betroffen."

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