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Krankheitserreger an zwei Nord- und Ostseestränden

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ADAC-Test  

Krankheitserreger an zwei Nord- und Ostseestränden

27.08.2009, 12:31 Uhr | ADAC, dpa

Strand in Kühlungsborn (Foto: Imago)Strand in Kühlungsborn (Foto: Imago)

Im Rahmen eigener Wasserqualitäts-Tests an Stränden der deutschen Ost- und Nordseeküste hat der ADAC an zwei Stellen alarmierende Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt, die nach hierzulande geltenden Verordnungen zu Badeverboten führen müssten. Die auffälligen Wasserproben wurden in definierten Spiel- und Badebereichen der überprüften Strände entnommen.

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Bakterien an Ostseestränden

Dabei zeigten sich an Stränden in Kühlungsborn an der Ostsee und im ostfriesischen Krummhörn starke Verunreinigungen des Badewassers mit Escherichia coli Bakterien und Intestinalen Enterokokken. Die Werte der E. coli Bakterien lagen an beiden Messstellen gerade noch im oder sogar über dem überhaupt messbaren Rahmen. Der Grenzwert liegt bei 1800 MPN je 100ml, in Kühlungsborn wurden 4564 MPN/100ml gemessen, in Krummhörn lag der Wert sogar oberhalb von 4564 MPN/100ml und damit über der messbaren Anzahl von Erregern. Im messbaren Bereich blieben die Werte für Intestinale Enterokokken mit dem Grenzwert 700 MPN/100ml. In Kühlungsborn lag der Wert bei 851 MPN, in Krummhörn sogar bei 2618 MPN/100ml.

Viele Kranke wegen Erregern im Wasser

Besonders anfällig für Infektionen sind dabei Kinder und ältere Menschen sowie krankheitsbedingt geschwächte Personen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lassen sich jährlich zwei Millionen Magen-Darm-Erkrankungen in Europa auf verunreinigte Badegewässer zurückführen. Ein Gesundheitsrisiko besteht, wenn Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien über Fäkalien aus Abwässern oder landwirtschaftlichen Eintrag ins Badegewässer gelangen. Die Gefahr im offenen Meer ist dabei geringer, wie auch die jüngsten Ergebnisse des EU-Berichts zur Badegewässerqualität zeigen. Viel mehr sind die gefährdeten Stellen in Spiel- und Badebereichen unmittelbar am Strand, wo sich Kinder oft aufhalten, an Bächen, Buhnen oder Einleitungen. Diese Gefahrenzonen hat der ADAC ins Visier genommen. Die aktuellen Messergebnisse sind Teil des ersten großen ADAC-Tests zur Wasserqualität an deutschen Stränden. Zum Schutze der Badegäste informiert der ADAC die zuständigen Gemeinden, sobald Laborwerte ermittelt wurden, die über dem Grenzwert liegen, und fordert diese dazu auf, geeignete Maßnahmen zur Behebung des Problems zu ergreifen.

Landesamt für Gesundheit will Werte nachprüfen

Der Leiter des Rostocker Landesamts für Gesundheit und Soziales, Heiko Will, sagte zu, die Messungen umgehend nachzuprüfen. "Falls sich die Werte bestätigen, wird nach der Ursache geforscht." Er frage sich jedoch, warum der ADAC seine Wasserproben offenbar nicht an einer der fünf anerkannten Badestellen in Kühlungsborn, sondern am sogenannten Freistrand gezogen hat. Ein Grund für den erhöhten Bakteriengehalt im Wasser könnten daher "Ausscheidungen von Tieren" sein. Zudem hätte er erwartet, über die Resultate früher informiert zu werden. "Die Beprobung war am 11. August, seither ist viel Zeit vergangen." Das Land stehe nach wie vor zu den guten Ergebnissen, die in der Badewasserkarte im Internet dokumentiert seien.

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