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Südafrika  

Paviane überfallen Touristen

25.11.2009, 17:21 Uhr | dapd

Südafrika: Paviane greifen Touristen ab (Foto: imago)Südafrika: Paviane greifen Touristen ab (Foto: imago) Touristen, die sich wegen der erheblichen Straßenkriminalität in Südafrika Sorgen machen, könnten einer speziellen pelzigen Variante begegnen: Paviane pflegen in der Gegend um Kapstadt Autos zu überfallen und den Proviant argloser Besucher zu plündern. Sie haben gelernt, Autotüren zu öffnen und durchs Fenster zu klettern, um den Picknickkorb zu erobern. Die Stadtverwaltung hat ihre liebe Mühe, die zunehmend vorwitzigen Primaten unter Kontrolle zu bekommen. Es wird befürchtet, dass das Problem mit dem erwarteten Besucheransturm in Kapstadt während der Fußball-Weltmeisterschaft nächstes Jahr noch größer wird.

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29 Paviane fallen über vier Autos her

Bei Simon's Town, einer kleinen Ortschaft an der Küste, fiel dieser Tage eine Horde von 29 Pavianen über vier Autos her. Der Anführer, ein Männchen mit dem Spitznamen "Fred", öffnete unverschlossene Türen und ging durch offene Fenster auf Futtersuche. Unbeeindruckt von der Panik der Besitzer, die um ihre Ausweispapiere bangten, fledderte er eine Tasche auf dem Rücksitz. Nebenan sprang ein Kumpan durchs Rückfenster und brachte ein Mädchen zum Kreischen, andere turnten auf Motorhauben und Autodächern herum und suchten einen Einstieg. Schaulustige, die anhielten und das Spektakel betrachteten, fielen der nächsten Affenbande zum Opfer. "Wir haben praktisch den ganzen Tag damit zugebracht, Touristen zu retten", berichtete Mark Duffels. Er gehört zu den Freiwilligen, die die Paviane beobachten in der Hoffnung, sie im Zaum halten zu können.

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Gefräßige Paviane verärgern Anwohner

Am Stadtrand, vor allem an den beliebten Aussichtspunkten an der Küste, treiben sich rund 420 Paviane in 17 Gruppen herum. Sie stehen in Südafrika unter Artenschutz, doch ihre nicht zu bremsende Gefräßigkeit macht die Anwohner allmählich ärgerlich. Die Tiere assoziieren Autos und Menschen mit Nahrung - obwohl Besucher nachdrücklich aufgefordert werden, sie nicht zu füttern. Justin O'Riain, Pavianforscher an der Universität Kapstadt, befürchtet, dass der Besucheransturm nächstes Jahr sie erst recht auf den Geschmack bringt. "Der Tourismus wird explodieren, und das bedeutet naive Menschen und reiche Beute", erwartet er. "Wer anhält, wird überfallen."

Touristen gehen Risiko ein

Einwohner von Simon's Town dringen darauf, an der Straße zum Naturschutzgebiet am Kap der Guten Hoffnung eine Schranke zu errichten. Dann müssten Autofahrer vor der Einfahrt ins Pavianland anhalten und bekämen eine Broschüre in ihrer Muttersprache mit Erklärungen, warum sie besser im Auto bleiben, die Türen verriegeln und die Fenster schließen sollten, wenn ein Pavian in Sicht ist. "Wir machen uns solche Sorgen um Touristen, die nicht Englisch lesen oder verstehen können. Sie gehen ein Risiko ein", erklärt Liz Hardman, die an der Spitze der Kampagne steht. "Man hat den Eindruck, dass Paviane harmlos sind. Das sind sie aber nicht. Das sind wilde Tiere."

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