Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Aktuelles >

USA: Ölteppich noch kein Grund für kostenloses Reisestorno

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Reiserecht  

Ölteppich noch kein Grund für kostenloses Reisestorno

03.05.2010, 16:43 Uhr | dapd

USA: Ölteppich noch kein Grund für kostenloses Reisestorno. USA: Der Ölteppich vor der Küste macht auch Urlaubern Sorge (Foto: Reuters)

USA: Der Ölteppich vor der Küste macht auch Urlaubern Sorge (Foto: Reuters)

Der größer werdende Ölteppich im Golf von Mexiko bietet Urlaubern derzeit keine Möglichkeiten zum kostenlosen Reiserücktritt. Angst vor höherer Gewalt sei für Pauschalurlauber kein Grund, jetzt zum Beispiel eine Reise nach Florida gebührenfrei stornieren oder umbuchen zu dürfen, erklärte der Reiserechtler Prof. Ernst Führich. Individualreisende, die ihren Aufenthalt nicht über Reiseveranstalter gebucht haben, könnten bei einer Absage sowieso nur auf die Kulanz der jeweiligen Hoteliers hoffen, erklärte der Experte von der Hochschule Kempten. Die großen Reiseveranstalter sehen derzeit keine Einschränkungen für ihre Gäste.

Der Ölteppich ist aus Sicht von US-Präsident Barack Obama eine "massive und möglicherweise noch nie dagewesene Naturkatastrophe". Um als Pauschalurlauber eine Reise kostenlos stornieren zu dürfen, müsse es jedoch eine erhebliche Gefahr für die Erbringung der Reiseleistung oder für Leib und Leben des Reisenden geben, sagte Führich. "Beides kann ich im Moment noch nicht sehen." Wer jetzt seinen Sommerurlaub an den Stränden West-Floridas absagen möchte, müsse mit den normalen Stornoregeln der Veranstalter leben. Diese sähen in der Regel vor, dass absagende Gäste bis einen Monat vor Reiseantritt ihre Anzahlung von 20 Prozent verlieren.

"Wer absoluter Badefan ist, kann nicht dazu gezwungen werden, Golf zu spielen."

Dass USA-Reisen aufgrund des Ölteppichs kostenlos gekündigt werden könnten, hält Führich grundsätzlich allerdings für möglich: "Man muss nicht zuwarten, bis die ganze Küste da vollgeschwemmt ist, sondern es reicht dazu eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 25 Prozent." Wann das an den Badezielen der Veranstalter der Fall sein wird, lasse sich im Moment allerdings noch nicht sagen. Und außerdem müsse es ja eine erhebliche Beeinträchtigung der Reiseleistung geben. Hier komme es auf die genauen Umstände im Einzelfall an: Viele Gäste könnten von den Veranstaltern darauf verwiesen werden, dass es neben den Stränden in den USA noch viele andere Möglichkeiten der Urlaubsgestaltung gibt. Auch hier gebe es aber Grenzen, sagte Führich: "Wer absoluter Badefan ist, kann nicht dazu gezwungen werden, Golf zu spielen."

Wenige Anfragen besorgter TUI-Urlauber

Führende deutsche Reiseveranstalter beobachten derweil die Entwicklung im Golf von Mexiko. "Unser Krisenmanagement hat das im Auge", sagte Antje Günther von Dertour in Frankfurt, dem größten Anbieter von USA-Reisen in Deutschland. "Bislang gibt es keine Einschränkungen für unsere Gäste", betonte Mathias Brandes vom Thomas-Cook-Konzern in Oberursel (Hessen), zu dem unter anderem Neckermann Reisen gehört. Bisher gebe es auch nur wenige Anfragen besorgter Touristen, erklärte Anja Braun von der TUI in Hannover. Für Urlauber sei es wichtig zu wissen, dass die touristischen Gebiete an Floridas Westküste wie Clearwater/St. Petersburg, Fort Myers und Naples alle mindestens 750 Kilometer von Pensacola in Nordwest-Florida entfernt sind, wo bereits ein Fischfangverbot ausgesprochen worden ist.

Individualurlauber müssen af Kulanz hoffen

Bei Individualreisenden, die eine Hotelbuchung wieder zurückziehen wollen, gebe es keine kostenlose Stornierungsmöglichkeit, erläuterte Prof. Führich. "Der Reisende muss also wie vereinbart Stornokosten zahlen. Oder er versucht eine einvernehmliche Vertragsänderung". Die könnte so aussehen, dass sich der Hotelier kulant zeigt, wenn der Gast ihm verspricht, für einen späteren Zeitpunkt erneut zu buchen. Der Reiserechtler hält solche Verhandlungen über Urlaubsreisen in den Sommermonaten derzeit allerdings noch für verfrüht. Die Erfahrung zeige: Je eher man kommt mit solchen Ansinnen kommt, "desto mehr trifft man auf Unverständnis bei den Anbietern", erklärte Führich.

Notstand in vier US-Staaten

Ursache des wachsenden Ölteppichs auf dem Golf von Mexiko ist die Bohrinsel "Deepwater Horizon". Sie explodierte und sank am 22. April. Seitdem sprudeln pro Tag knapp 700 Tonnen Rohöl ins Meer. Die US-Bundesstaaten Louisiana, Florida, Alabama und Mississippi haben deswegen inzwischen den Notstand ausgerufen. Das Fremdenverkehrsamt von Louisiana wies zugleich aber darauf hin, dass die bei Touristen beliebte Stadt New Orleans rund 160 Kilometer von der Küstenlinie entfernt sei. Dort gehe man davon aus, "dass es durch den Ölteppich zu keinerlei negativen Auswirkungen für die Besucher kommen wird".

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Reisethemen von A bis Z

Anzeige
shopping-portal