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Nach Hai-Attacken: Scharm al-Scheichs Strände bleiben gesperrt

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Nach Hai-Attacken: Scharm al-Scheichs Strände bleiben gesperrt

07.12.2010, 09:15 Uhr | dpa, AP

 Nach Hai-Attacken: Scharm al-Scheichs Strände bleiben gesperrt. Haie griffen vor Ägypten Menschen an. (Symbolbild: imago)

Haie griffen vor Ägypten Menschen an. (Symbolbild: imago)

Nach einer Serie von Hai-Attacken auf Touristen bleibt das Baden an den Stränden des ägyptischen Badeorts Scharm al-Scheich auf unbestimmte Zeit untersagt. Amerikanische Experten sollen zunächst klären, warum die Haie in Küstennähe auftauchen und wann ein sicherer Badebetrieb wieder möglich ist. Die ägyptische Tourismusbranche fürchtet um eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen. Am Wochenende verletzte ein Hai eine deutsche Urlauberin tödlich, bereits in der vergangenen Woche griff offenbar ein anderes Tier drei Russen und einen Ukrainer an.

Reisevideo Haie 
Angst vor Hai-Angriffen

In Ägypten traut sich derzeit kaum jemand, im Roten Meer zu baden oder zu tauchen. Video

Zwei unterschiedliche Haie griffen an

Der Schweizer Haiforscher Erich Ritter, der die Bisswunden der Opfer analysiert hat, sagte, die Frau aus Baden-Württemberg sei definitiv von einem anderen Tier gebissen worden als die vier Urlauber zuvor. "Das Tier ist massiv größer", sagte er. Die Deutsche sei geschnorchelt und habe damit auf den mindestens drei Meter langen Hai als ideale Beute gewirkt: "Für Haie ist alles, was an der Oberfläche herumschwimmt, potenziell verletzt." Die Art der Bisswunden ließe klar darauf schließen, dass der Hai die Frau fressen wollte und es sich um keine Probe- oder Verteidigungsbisse gehandelt habe, sagte Ritter.

Drei Erklärungsansätze für Angriffe

Warum die angreifenden Haie - vermutlich Weißflossenhaie, die normalerweise nicht in Strandnähe kommen - sich so aggressiv verhielten, sollen die US-Experten Geoerge Burgess, Marie Levine und Ralph Collier klären. Burgess ist Direktor einer internationalen Datenbank für Hai-Angriffe, dem International Shark Attack File, Levine ist Direktorin des Haiforschungsinstituts in Princeton und Collier Autor des Buchs "Shark Attacks of the Twentieth Century" ("Hai-Angriffe im 20. Jahrhundert"). Sie sollen nach Angaben der ägyptischen Kammer für Tauchen und Wassersport entscheiden, wann es für Touristen wieder sicher ist, im Rotem Meer zu schwimmen.
Es gibt drei Erklärungsansätze für die Hai-Angriffe: Umweltschützer vertreten die Theorie, die Überfischung treibe die Haie auf der Suche nach Nahrung in Küstennähe. Es gibt aber auch Vorwürfe gegen die Veranstalter von Bootsausflügen, die bei ihren Exkursionen Fleisch ins Meer werfen sollen. Damit sollen Haie in die Nähe der Boote gelockt werden, so dass die Touristen sie fotografieren können. Drittens soll ein Frachter, der Scharm el Scheich passiert hatte, kürzlich Tierkadaver ins Meer geworfen haben. Gerhard Wegner, Präsident der Initiative Sharkproject International, sprach von einer "Verkettung unglücklicher Umstände". Mehrmals im Jahr drücke die Strömung im Roten Meer Plankton an die Küste - und damit auch Fische und ihre Jäger, große Hochseehaie. Auch Wegner sieht eine zumindest indirekte Anfütterung mit Abfällen und Kadavern als mögliche Ursache. "Die Haie riechen Futter, sie schmecken Futter, und nun spüren sie die hektischen Bewegungen der Badenden, die sich damit wie Beute verhalten", sagte er. Abdullah Hijawi, Umweltexperte aus der Region, sieht einen Zusammenhang mit der globalen Erwärmung und dem geänderten Verhalten der Haie: "Der Klimawandel hat einen großen Einfluss auf das Verhalten von Haien und großen Fischen im Roten Meer, er bringt sie dazu, ihre angestammten Gebiete zu verlassen."

Besorgte Nachfragen bei Reiseveranstaltern

Für die ägyptische Tourismusbranche sind die Unfälle ein harter Schlag: Denn nicht Pyramiden und Pharaonen, sondern vor allem Strandurlaube sorgen nach amtlichen Angaben für die meisten Einnahmen aus dem Tourismus. Auf zwei Drittel der 9,3 Milliarden Euro des im Juni abgeschlossenen Haushaltsjahrs bezifferte Tourismusminister Sohair Garanah den Anteil, wie die Zeitung "Al Gomhurija" berichtete. Eine Sprecherin des deutschen Reiseveranstalters L'Tur, Nina Meyer, sagte, bislang habe ihr Unternehmen keine Rücktritte von Urlaubsreisen nach Ägypten verzeichnet. Es gebe aber viele besorgte Anrufe mit den Fragen "kann ich noch schwimmen, was ist sicher und was nicht." Die britischen Reiseunternehmen Thomson und First Choice empfehlen ihren Kunden, bei Scharm El-Scheich nicht ins Rote Meer zu gehen. Die Strände um Scharm El-Scheich sind seit dem tödlichem Angriff am Sonntag von den Behörden für unbestimmte Zeit für den Badebetrieb geschlossen worden. Nur noch Berufstaucher dürfen ins Wasser. Ein Mitarbeiter einer Tauchschule in Scharm el Scheich, Jochen van Lysebettens, sagte, trotz der geschlossenen Strände habe es wenig Absagen gegeben: Sein Unternehmen sei auf andere Badeorte an der Sinai-Halbinsel ausgewichen. Scharm el Scheich mit seinen Riffs ist aber eine wichtige Attraktion Ägyptens; jährlich kommen hunderttausende Touristen hierher.

Ägypten-Reisende sollten Veranstalter kontaktieren

Wer zur Zeit eine Reise in die Region gebucht und Bedenken hat, sollte sich mit seinem Reiseveranstalter auseinander setzen. Nach Ansicht des Reiserechtsexperten Prof. Dr. Ronald Schmid, könnte das Badeverbot auch eine Stornierung rechtfertigen. "Wenn tatsächlich die Strände auf einer Küstenlänge von 30 oder 50 Kilometern gesperrt sind, könnten Reisende eventuell einen erheblichen Reisemangel anmelden", sagte Schmid dem Online-Reisemagazin gloobi.de.

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