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Reiserecht: Die verrücktesten Urlauberbeschwerden

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Die verrücktesten Urlauberbeschwerden: Unverschämt! Zu viele Russen im Hotel

27.12.2010, 10:04 Uhr | dpa, tmn, srt/Monika Reisner, srt, dpa, dpa-tmn

Reiserecht: Die verrücktesten Urlauberbeschwerden. Russen im Urlaub, ein Horror oder doch nicht? (Symbolbild: Reuters)

Russen im Urlaub, ein Horror oder doch nicht? (Symbolbild: Reuters)

Kein Jahr vergeht, ohne dass Reisende vor Gericht gehen. Manche von ihnen zaubern den Richtern lediglich ein Schmunzeln ins Gesicht, mit wenig Aussicht auf Minderung oder gar Erstattung des Reisepreises. Wie zum Beispiel ein Urlauber, der sich durch zu viele Russen im Ferienparadies gestört fühlte. Ein anderer musste eine Kurtaxe bezahlen, obwohl er nicht einmal in ein Taxi gestiegen sei, wie er empört beteuerte. Eine Familie war geschockt beim Anblick von Meeresbewohnern, und zwei Herren überschätzten eindeutig die Leistungen eines All-inklusive-Urlaubs - in unserem Artikel haben wir für Sie die kuriosesten Reiserechtsfälle gesammelt. Noch mehr Beschwerden finden Sie in unserer Klick-Show. Skurrile Reisemängel, in diesem Fall von unseren polnischen Nachbarn, gibt's in dieser Klick-Show.

Andere Nationalitäten sind kein Reisemangel

Was tun, wenn sich das Ferienparadies als Russenenklave entpuppt? Klagen, dachte sich ein deutscher Urlauber. Leider völlig erfolglos. Die Beschwerde des Klägers, er sei bei seinem Urlaub in der Türkei "ständig dem rüpelhaften, unmöglichen Benehmen zahlreicher russischer Gäste ausgesetzt gewesen", hatte aus Sicht des Gerichts keine Substanz. Sowohl rüpelhaft als auch unmöglich seien subjektive Werturteile ohne Tatsachenkern. Reiserechtliche Ansprüche ließen sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn 80 Prozent der Gäste Russen sein sollten, kann ein Pauschalreisender deswegen nicht einen verminderten Reisepreis einfordern. Mit Gästen anderer Nationen müsse ein Urlauber grundsätzlich rechnen.

Weißer Sand und Fische im Meer

Genauso aussichtslos entpuppte sich die Beschwerde über eine tierische Überraschung, die eine britische Familie erlebte: "Niemand hatte uns gesagt, dass im Meer Fische sein würden. Die Kinder waren geschockt." Andere Urlauber hatten Probleme mit dem Strand: "Der Sand sah ganz anders aus als im Prospekt. Ihr Bild zeigt gelben Sand, tatsächlich aber war er weiß." Auch Hitze kann ein Beschwerdegrund sein: "Wir mussten draußen Schlange stehen - ohne Klimaanlage!" Freizügigkeit sorgt ebenfalls gelegentlich für Probleme: "Oben-ohne-Baden sollte verboten werden", schimpfte eine erboste Ehefrau über ihren Urlaub: "Mein Mann hat den ganzen Tag damit verbracht, anderen Frauen hinterher zugucken."

Damen leider nicht inklusive

Dass ein Hotelaufenthalt nicht ohne Tücken sein kann, beweist die Beschwerde, "dass sich die Doppelbetten zu leicht verschieben ließen, dass dies wiederum sehr unangenehm beim Sex war und man ständig in die Besucherritze rutschte". Ein zweifelhaftes Problem mit einem "misslungenen Urlaub" hatte ein Paar in einem Hotel in Miami: "Das Zimmer war schlecht. Wir hatten keinen Balkon, sodass unser Kind bei uns im Bett schlafen musste." Auslegungssache scheint für diesen Kunden der Begriff Doppelzimmer zu sein: "... habe ich ein Doppelzimmer gebucht, aber nur ein Zimmer bekommen ..." Das Kleingedruckte in Sachen All-inklusive hätten diese beiden Herren besser gelesen: "Leider mussten wir im Hotel feststellen, dass längst nicht alle gewünschten Leistungen 'all-inklusive' waren! Für uns zwei ledige, junge Herren in den besten Jahren gab es in der gesamten Hotelanlage leider keine attraktiven Solo-Girls, die wir kennen lernen konnten, damit sie uns für einen perfekten Urlaub 'all-inklusive' zur Verfügung stehen. Insofern waren wir gezwungen, auf junge Damen außerhalb der Hotelanlage auszuweichen. Deren Leistungen waren logischerweise nicht 'all-inklusive' und wir waren trotz großem Verhandlungsgeschick gezwungen, jeweils 70 US-Dollar pro Mann die Nacht zu zahlen. Wir bitten Sie daher, uns den Betrag von 140 US-Dollar per Verrechnungsscheck zu erstatten."

Zu wenig Bier und keine Taxis

Und welcher Gastwirt hätte mit der Pingeligkeit jenes Urlaubers gerechnet, der beim Abendessen täglich drei Bier bestellte? Bedauerlicherweise war das Glas immer nur bis einen Zentimeter unter dem Einstrich gefüllt. Nach der Reise wurde der Reiseveranstalter mit einem Erstattungsanspruch konfrontiert - der Gast hatte die entgangene Biermenge haargenau ausgerechnet. Einem Missverständnis war dieser Urlauber erlegen, der einen Brief bezüglich seines Österreichurlaubs und der vor Ort zu zahlenden Kurtaxen schrieb: "Als erstes möchte ich mich bei Ihnen bedanken für den wunderschönen Urlaub...Wieso musste ich vor Ort Kurtaxe zahlen, obwohl ich keine Taxe in Anspruch genommen habe?" Aber nicht nur im Hotel, auch während der Reise lauern allerhand Fallstricke. So etwa bei diesen Kunden: "Diesmal hatten wir viel Pech mit dem Leihwagen... er war nicht gereinigt, nicht getankt und nicht verfügbar". Deutlich benachteiligt fühlte sich dieser Reisegast: "Wir haben neun Stunden gebraucht, um von Jamaika wieder zurück nach England zu kommen. Bei den Amerikanern hat es nur drei Stunden gedauert.

Mit Absicht Ins Ohr gepupst

So erreichte einen großen Veranstalter folgende Beschwerde eines Kunden, der nach einer Rundreise durch die USA zurückkehrte: "Während ich fotografierte wurde mir vom Reiseleiter mit voller Absicht ins Ohr gepupst. Meine Mitreisenden haben dies noch aus einiger Entfernung gehört." Mit anderen Urlaubern, diesmal an der spanischen Küste, hatte folgender Beschwerdeschreiber seine Probleme: "Ein Großteil der Häuser waren an einen Guru vermietet, der einen Workshop zum Thema 'Wie finde ich mein persönliches Glück!' durchführte. Die Leute waren teilweise nackt und irrten geistesabwesend herum."

Animateure für alle (Frauen)fälle

Auf eine milde Gabe hoffte dieser Urlauber in spe: "Ich bin Frührentner und bekomme Rente für einen x-Personenhaushalt (Kinder, Enkelkinder). Meine Bitte an Sie: Vielleicht können Sie mir in meiner Notlage helfen und uns einen Urlaub besorgen? Türkei, aber auch gerne woanders, eventuell auch nur die Kinder? Bin gerne bereit, dafür eine Leistung zu erbringen... Zum Wohl meiner Familie." Und dann gab es da noch die Dame, die sich in einen Animateur verliebte. Der traf sie daraufhin zu Hause in Deutschland und lud sie umgekehrt wieder ein, ihn doch im Hotel noch einmal zu besuchen. Als sie dort einige Wochen später eintraf, sah sie den Animateur in anderer weiblicher Begleitung - und forderte die Erstattung der Kosten für ihren zweiten Aufenthalt vor Ort.

Subjektive Werturteile haben vor Gericht keine Substanz

Oftmals sind die Mängel im Urlaub weit gewöhnlicher: Da ist zum Beispiel noch die Hälfte der Anlage im Bau oder im Zimmer wimmelt es nur so von sechsbeinigen Mitbewohnern. Der Reiseveranstalter hat dafür zu sorgen, dass der Gast das bekommt, was ihm zuvor versprochen wurde. Wenn nicht, gibt es Geld zurück. Doch in welchem Fall wie viel? Dieser Frage muss sich die 24. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts häufig stellen - und entwickelte aufgrund dieser Erfahrungen die sogenannte "Frankfurter Tabelle". Die Tabelle ist eine Orientierungshilfe, wie viel Geld ein Gast bei typischen Reisemängeln wie verdreckten Zimmern oder verspäteten Flügen zurück bekommt. Wie hoch die Rückerstattung dann wirklich ausfällt, entscheidet das zuständige Gericht im Einzelfall.

Richtig reklamieren

In jedem Fall muss ein Gast sich schon im Urlaub darum kümmern, dass Mängel der Reiseleitung gemeldet werden. Am besten im freundlichen, aber bestimmten Ton - um eventuelle Unannehmlichkeiten vielleicht schon während des Aufenthalts aus der Welt zu schaffen. Wer sich schon im Urlaubsland bei der Reiseleitung beschwert hat, kann zudem ein Beschwerdeprotokoll verlangen - oder einen Zeugen mit zum Reiseleiter nehmen. Wieder zurück in Deutschland, muss der Reisemangel innerhalb von vier Wochen detailliert reklamiert werden, sonst verfallen die Ansprüche. Der beste Weg ist dabei meist ein Einschreiben mit Rückschein. Der zuständige Ansprechpartner ist immer der Reiseveranstalter direkt und nicht etwa das Reisebüro, in dem gebucht wurde.

Schon im Urlaub Beweise sammeln

Wer nach einer Zahlungsverweigerung dann doch bis vor Gericht zieht, sollte den Grund gut dokumentieren können. Fotos oder eventuell Tonaufnahmen - beispielsweise bei Baustellenlärm - helfen als Beweise weiter. Bei eventuellen Zeugen gilt: Die Aussagen von fremden Mitreisenden sind in der Regel vor Gericht mehr wert als die von Verwandten und Bekannten. Wer jetzt denkt, sich auf diesem Weg mit ein bisschen Nörgelei den nächsten Urlaub zu vergünstigen, wird allerdings enttäuscht: Die Gerichte entscheiden sehr unterschiedlich, wann eine "erhebliche" Beeinträchtigung der Urlaubsfreuden vorliegt - und die ist Voraussetzung, um eventuell Geld zurück zu bekommen. Und selbst bei gewonnenem Prozess fallen Reisepreiserstattung und eventuell Schadenersatz oft gering aus. Der Gang vor Gericht will also gut überlegt sein - und schließlich ist ja auch der Urlaub viel schöner, wenn der Prozess gar nicht nötig wird.

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