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Ägypten: Veranstalter raten von Reisen ab

31.01.2011, 10:11 Uhr | Markus Roman, t-online.de, mro, dapd, dpa

Ägypten: Veranstalter raten von Reisen ab. Ägypten: Leere Strände am Roten Meer (Foto: imago)

Ägypten: Leere Strände am Roten Meer (Foto: imago)

Die großen Reiseveranstalter reagieren auf die verschärften Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für Ägypten und bieten kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an - auch für die weniger stark betroffenen Urlaubsregionen am Roten Meer. REWE Touristik bittet seine Kunden ausdrücklich, bis zum 7. Februar gebuchten Ägypten-Urlaub nicht anzutreten; TUI äußert sich ähnlich. Auch einige Kreuzfahrtreedereien ändern ihre Routen und verzichten auf Nilkreuzfahrten. Unterdessen sollen 140 Deutsche in Kairo mit einer Sondermaschine der Lufthansa ausgeflogen werden.

Reiseveranstalter bitten Urlauber, Ägypten zu meiden

Sowohl die Unternehmen der REWE Touristik (ITS, JAHN Reisen, Tjaereborg) als auch TUI und Thomas Cook bieten ihren Gästen für alle Ägyptenreisen bis zum 7. Februar an, kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. Bei FTI können derzeit Gäste mit Abflug bis zum 2. Februar kostenlos umbuchen oder stornieren. Alle Veranstalter betonen, dass die Lage rund um die Urlaubsgebiete des Roten Meers laut Auswärtigem Amt ruhig sei und dort auch genügend Flugkapazitäten zur Verfügung ständen. In einer Pressemitteilung der REWE Touristik empfiehlt man den Gästen, bis zum 7. Februar gebuchte Reisen nicht anzutreten, um die durch die Demonstrationen belastete Infrastruktur vor Ort zu entlasten. "Wir wollen die Versorgung unserer Gäste vor Ort auch weiterhin sicherstellen. Deshalb bitten wir alle Ägyptenurlauber, die sich noch vor dem Start in den Urlaub befinden, um Verständnis, dass nach unserer Überzeugung in den nächsten sieben Tagen keine weiteren Gäste nach Ägypten reisen sollten“, erklärte die REWE Touristik. Angesichts der verschärften Reisehinweise des Auswärtigen Amts hatte bis zum Wochenende bereits rund ein Fünftel der Kunden das Angebot der kostenfreien Umbuchung und Stornierung in Anspruch genommen und den geplanten Ägypten-Urlaub vorerst auf Eis gelegt, sagte ein REWE-Sprecher. Auch TUI empfiehlt, "Reiseabsichten zu überdenken und auf ein anderes Reiseziel umzubuchen". Sollte die Regierung eine landesweite Ausgangssperre verhängen, wäre die Bewegungsfreiheit der Urlauber eingeschränkt, begründete die TUI ihren Schritt. Tagesfahrten sind den Reiseveranstaltern zufolge im Moment nur begrenzt möglich - auch wegen der Ausgangssperren in manchen Orten. Alle Ausflugsprogramme nach Kairo seien mindestens bis zum 7. Februar gestoppt, TUI und FTI Group verzichten auch auf Fahrten nach Luxor - beliebter Abfahrtspunkt für Nilkreuzfahrten.

Kreuzfahrten abgesagt oder umgeleitet

Nach einem Bericht des Kreuzfahrtportals cruisetricks.de sagten einige Reedereien Hafenstopps in Alexandria ab. MSC Kreuzfahrten verzichtete auf Stopps der MSC Magnifica und MSC Splendida am Sonntag, bzw. Montag . Auch zwei Veranstalter von Nilkreuzfahrten, Uniworld und Avalon Waterways, sagten kommende Fahrten ab. Generell sollten sich Kreuzfahrtgäste mit Zielen in Ägypten bei ihrem jeweiligen Veranstalter vor Fahrtantritt informieren.

Kairo: Lufthansa-Sondermaschine fliegt Deutsche aus

Rund 140 Deutsche haben am Montag Kairo in Richtung Flughafen verlassen. Der Transport sei aus Sicherheitsgründen von der Botschaft organisiert worden. Ausreisen sollen vor allem Angehörige von Diplomaten und anderen Deutschen, die in der ägyptischen Hauptstadt arbeiten. Auf dem Flughafen Kairo herrschte in den vergangenen Tagen ein dichtes Gedränge, weil viele Ausländer die Stadt verlassen wollen, es aber keine ausreichende Zahl von Flügen gibt. Unterdessen startete von Frankfurt aus eine Sondermaschine der Lufthansa, um Menschen aus Ägypten auszufliegen. Der Jumbo-Jet startete kurz vor 8.00 Uhr nach Kairo, wie der Flughafenbetreiber Fraport und die Lufthansa mitteilten. Nach der Landung in Ägypten soll das Flugzeug am Nachmittag dort wieder abheben und zurückkehren.

Auch andere Länder fliegen Staatsbürger aus

Neben Deutschland warnten zahlreiche Regierungen - darunter die von Australien, Belgien, China, Frankreich, Finnland, Polen, Russland und Schweden - ihre Bürger vor Reisen in bestimmte Regionen Ägyptens. Die US-Botschaft kündigte an, sie werde von Montag an Flüge "zu sicheren Orten in Europa" organisieren. Neben den USA gingen Kanada, die Schweiz und die Türkei einen Schritt weiter und legten ihren sich in Ägypten aufhaltenden Staatsbürgern die Ausreise nahe. Auch das kanadische Außenministerium teilte mit, es werde Charterflüge nach Europa anbieten. Die australische Regierung hat angekündigt, seine Staatsbürger aus Ägypten auszufliegen. Ein Flugzeug soll dafür am Mittwoch in Kairo landen und Australier kostenlos nach London oder Frankfurt bringen.

Hotline der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale Berlin hat derweil eine Telefon-Hotline zu Reisen nach Ägypten und Tunesien für verunsicherte Bürger eingerichtet. Mit Fragen zu Umbuchung, Stornierung sowie Reiserücktrittsversicherung und den resultierenden Kosten können sich Urlauber am Mittwoch und Donnerstag, jeweils von 10 bis 12 Uhr, an die Nummer 030 / 214 85-180 wenden.

Die wichtigsten Hotlines und Hinweise der großen Veranstalter

Neckermann Reisen und Thomas Cook: 06171 65 65 190, www.thomascook.info
Bucher Reisen: 06171 65 65 400
Air Marin: 01805 36 66 36

FTI: 0800 25 25 444 (aus dem Ausland: +49 89 25 25 26 10), www.fti.de

REWE Touristik (ITS, JAHN Reisen, Tjaereborg): 02203 42 800, www.rewe-touristik.com

Reisehinweis des Auswärtigen Amts

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