
24.11.2012, 08:49 Uhr | AFP, dpa
Wer dieser Tage die portugiesische Insel Madeira besucht, sollte besonders auf den Mückenschutz achten. Auf der portugiesischen Urlaubsinsel grassiert das Dengue-Fieber.Portugal hat bislang 1357 Fälle gemeldet. Die zuständige EU-Behörde European Centre for Desease, Prevention and Control (ECDC) sieht allerdings noch keinen Grund für Reise- oder Handelsbeschränkungen.
Europa erlebt damit erstmals seit den 20er Jahren einen großen Ausbruch des von Mücken übertragenen Dengue-Fiebers. Portugal habe bisher 1357 Fälle auf der Urlauberinsel Madeira gemeldet, berichtete die zuständige EU-Behörde ECDC. Bereits 669 Fälle davon seien im Labor bestätigt worden, der Rest seien bisher Verdachtsfälle. Unter anderem wurde den Angaben zufolge bei rund 25 Urlaubern aus Deutschland, Frankreich, Schweden und vom portugiesischen Festland nach der Heimreise von Madeira Dengue-Fieber diagnostiziert.
Obwohl es bislang keine Todesfälle gab, handele es sich angesichts der Vielzahl der Madeira-Urlauber um ein bedeutendes Ereignis für die öffentliche Gesundheit, erklärte die ECDC. Ein weiteres Einschleppen der Krankheit von Madeira aufs europäische Festland sei zu erwarten. Die Behörde empfahl Madeira-Urlaubern und Bewohnern der Insel "individuelle Schutzmaßnahmen" wie die Anwendung von Mückenschutzmitteln oder langärmelige Kleidung. Die Mücke, die den Erreger überträgt, ist tagaktiv. Laut ECDC sollte man außerdem einen Arzt aufsuchen, wenn sich innerhalb von 14 Tagen Fieber einstellt. Außerdem sollte auf Medikamente mit Acetylsalicylsäure (ASS) verzichtet werden. Neben Fieber macht sich die Tropenkrankheit durch meist starke Muskel- und Gelenkschmerzen bemerkbar. Hinzu kommen können Blutungen und Kreislaufversagen. Fluggesellschaften, Flughäfen und Häfen wurden aufgefordert, auf gute Desinfektion zu achten. Die Insel-Behörden führen außerdem Kontroll-Maßnahmen ein, um ein weiteres Ausbreiten der Krankheit zu verhindern.
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Das durch Stechmücken vom Typ "Aedes aegypti" übertragene Dengue-Virus führt zu hohem Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. In schweren Fällen kann ein hämorrhagisches Fieber mit Blutungen auftreten. Die Krankheit kann zum Tode führen. "Aedes aegypti"-Mücken wurden erstmals 2005 auf Madeira gesichtet. Die ersten zwei Fälle von Dengue-Fieber auf der Insel wurden Anfang Oktober gemeldet. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO infizieren sich weltweit alljährlich zwischen 50 und 100 Millionen Menschen mit Dengue-Fieber.
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Quelle: AFP, dpa
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