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Kartellamt: HRS darf von Hotels keine Niedrigpreise verlangen

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Kartellamt  

HRS darf von Hotels keine Niedrigpreise verlangen

20.12.2013, 12:58 Uhr

Kartellamt: HRS darf von Hotels keine Niedrigpreise verlangen. Zentrale des Hotel-Buchungsportals HRS (Quelle: dpa)

Zentrale des Hotel-Buchungsportals HRS (Quelle: dpa)

Bislang wirbt das führende deutsche Hotelbuchungsportal HRS mit den niedrigsten Preisen im Wettbewerb - und lässt sich das von den Partnerhotels auch garantieren. Dieser Praxis schiebt das Kartellamt einen Riegel vor. Auch andere Online-Reiseportale nimmt das Amt wegen ähnlicher Klauseln unter die Lupe - nach eigenen Angaben zum Wohle der Verbraucher.

Das Bundeskartellamt geht massiv gegen die Bestpreisklauseln vor, mit denen sich die großen Buchungsportale HRS, Expedia und Booking von den Hotels die günstigsten Preise garantieren lassen. Die Wettbewerbsbehörde untersagte am Freitag dem führenden Hotelportal HRS derartige Meistbegünstigungsklauseln im Umgang mit deutschen Hotels, da sie den Wettbewerb beeinträchtigten. Gleichzeitig leitete die Behörde wegen vergleichbarer Klauseln Verfahren gegen die beiden wichtigsten Wettbewerber Booking und Expedia ein.

Auch andere Anbieter sollen billige Preise anbieten können

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, betonte: "Bestpreisklauseln bei Buchungsportalen im Internet sind nur auf den ersten Blick vorteilhaft für den Verbraucher. Letztlich verhindern die Klauseln, dass an anderer Stelle niedrigere Hotelpreise angeboten werden können." So werde der Marktzutritt neuer Anbieter erheblich erschwert, wenn diese aufgrund der Bestpreisklauseln Hotelzimmer nicht günstiger anbieten könnten als die Platzhirsche.

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HRS darf sich nach der Entscheidung des Kartellamts nicht mehr von den Hotels vertraglich die günstigsten Hotelpreise und die besten Buchungs- und Stornierungskonditionen im Internet garantieren lassen. Das Unternehmen kündigte unmittelbar nach Veröffentlichung der Entscheidung an, den Forderungen der Behörde nachkommen zu wollen. Gleichzeitig bekräftigte es aber, gegenüber den Kunden weiterhin an seiner Bestpreisgarantie festzuhalten. Sie ist von der Entscheidung des Kartellamtes nicht betroffen.

Hotelverband ist erleichtert

Der Hotelverband Deutschland (IHA) zeigte sich erleichtert über das Verbot. Dies könne ein "Befreiungsschlag für die Hoteliers in Deutschland" sein, sagte IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe. Denn die bisherige Praxis habe eine eklatante Wettbewerbsbehinderung dargestellt. Es dürften aber keine Schlupflöcher bleiben, die Praktiken durch die Hintertür wiedereinzuführen, verlangte Luthe. Die Wettbewerbshüter müssten die "intransparenten Rankingkriterien der Buchungsportale zukünftig besonders im Auge behalten".

HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge begrüßte, dass das Bundeskartellamt nun auch ein Verfahren gegen die Wettbewerber Booking und Expedia eingeleitet habe. "Ziel muss es sein, dass für alle Marktteilnehmer gleiche Rahmenbedingungen gelten, die einen fairen Wettbewerb zulassen." Von Booking und Expedia waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

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