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Unruhen in Thailand: Touristen können nicht kostenlos stornieren

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Unruhen in Thailand  

Touristen können nicht zwingend kostenlos stornieren

22.05.2014, 16:21 Uhr | dpa

Unruhen in Thailand: Touristen können nicht kostenlos stornieren. Der Karon Beach auf Phuket: Thailand ist ein beliebtes Urlaubsziel (Quelle: imago/Arco Images)

Der Karon Beach auf Phuket: Thailand ist ein beliebtes Urlaubsziel (Quelle: Arco Images/imago)

In Thailand scheint sich die Lage zuzuspitzen, doch allein wegen des Militär-Putsches in Thailand können Touristen noch keine gebuchte Reise kostenlos stornieren. Darauf weist der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover hin. "Man muss jetzt und in den kommenden Tagen sehr genau darauf achten, welche konkreten Beeinträchtigung die Entwicklungen nach sich ziehen", sagt Degott.

Bislang sei es noch zu früh, um eine Prognose zu geben. "Erst wenn das Auswärtige Amt vor Reisen nach Bangkok oder in andere Landesteile warnt, müssen die Veranstalter reagieren." Auch wenn nächtliche Ausgangssperren, Blockaden oder Ähnliches den geplanten Ablauf der Reise massiv stören, kommt eine kostenlose Stornierung in Betracht - doch davon ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts bekannt.

Veranstalter im Zweifel kontaktieren

Degott rät zur Kontaktaufnahme mit dem Reiseveranstalter: "Gerade bei Reisen, die vom Nachtleben geprägt sind, bedeutet die Ausgangssperre schon eine erhebliche Einschränkung", gibt er zu bedenken. Das könne etwa Bangkok- oder Pattaya-Urlauber betreffen. Auch längere Ausflüge, die nun möglicherweise von Kontrollen behindert werden, heben die Urlaubsfreude nicht. "In diesen Fällen zeigt der Reiseveranstalter vielleicht Einsicht, wenn man sich nach Umbuchungsmöglichkeiten erkundigt." 

Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg empfiehlt Touristen ebenfalls, sich an den Veranstalter, das Reisebüro oder den Hotelbetreiber zu wenden, um aktuelle Informationen über das jeweilige Urlaubsgebiet zu erhalten. "Rucksacktouristen können sich auch an die Deutsche Botschaft in Bangkok wenden", empfiehlt die Verbraucherschützerin. Sie sieht die Veranstalter aber schon jetzt stärker in der Pflicht: "Für reine Bangkok-Urlauber stellt die aktuelle Situation einen erheblichen Mangel dar - hier muss eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung möglich sein." Individualtouristen empfiehlt sie, mit Hoteliers über eine mögliche Verschiebung des Aufenthalts zu verhandeln. Flugkosten bekämen sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht erstattet, da die Flüge normal durchgeführt würden. 

Auswärtiges Amt rät zu "erhöhter Wachsamkeit"

Das Auswärtige Amt rät Besuchern des Landes zu "erhöhter Wachsamkeit". Bislang verlaufe das öffentliche Leben in der Hauptstadt Bangkok weitgehend normal, doch die Lage könne sich rasch ändern, heißt es in den am Donnerstag aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. Darin wird auch auf die nächtliche Ausgangssperre hingewiesen. Bei Nachtflügen müssten die Reisenden deshalb spätestens um 22.00 Uhr am Flughafen sein. Aus Phuket berichten Touristen, dass sie von den Vorgängen im Land bislang kaum etwas mitbekommen. Aushänge in Hotels gebe es nicht, auch keine Kontrollen oder Militärpräsenz. Die Lage sei insgesamt sehr ruhig, es herrsche Normalbetrieb.

Neckermann und Thomas Cook reagieren noch nicht

"Unsere Mitarbeiter vor Ort melden uns, dass unsere Gäste bislang keine Einschränkungen hinnehmen müssen", sagt Anja Braun vom Veranstalter TUI. Dennoch bietet das Unternehmen die Möglichkeit kostenloser Umbuchungen an. Das Angebot gilt für Kunden, deren Thailand-Reise in den kommenden sieben Tagen gestartet wäre, die diese aber nicht antreten möchten. "Von der nächtlichen Ausgangssperre sind Urlauber, die sich in Bangkok-Stadt aufhalten, sicherlich am stärksten betroffen", so Braun. Für Badeurlauber gebe es bislang keine Einschränkungen, weshalb sie hier nicht mit Umbuchungen rechnet. 

Keine Einschränkungen sieht derzeit Mathias Brandes von Thomas Cook/Neckermann. Die beiden Reiseveranstalter reagieren deshalb bislang nicht auf die Entwicklungen in Thailand. Die meisten Touristen würden Bangkok ohnehin nur als Zwischenstopp nutzen, die große Zahl der Gäste befinde sich in Phuket. Kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen sind auch bei DER Touristik bislang nicht möglich. 

Momentan nur wenige Urlauber in Thailand

TUI spricht zum Beispiel von 59 TUI-Gästen in Bangkok. "Die Hauptsaison ist im Winter, jetzt, in der Nebensaison, befinden sich nur noch vergleichsweise wenig Touristen im Land", sagt Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV).

Weitere Informationen:

Website der Deutschen Botschaft in Bangkok

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