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Mallorcas Partytourismus: Magaluf - schlimmer als der "Ballermann"?

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Mallorcas Partytourismus  

Partymeile bei Magaluf - schlimmer als der "Ballermann"?

18.07.2014, 12:00 Uhr | dpa

Mallorcas Partytourismus: Magaluf - schlimmer als der "Ballermann"?. Mallorcas Partymeile rund um den Ballermann ist berüchtigt für Saufgelage am Strand.  (Quelle: dpa)

Mallorcas Partymeile rund um den Ballermann ist berüchtigt für Saufgelage am Strand. (Quelle: dpa)

Teile der Playa de Palma, vielen auch als "Ballermann" bekannt, haben nicht den besten Ruf. Die Behörden versuchen mit neuen Benimmregeln, dies zu ändern. Doch glaubt man diversen Medienberichten, geht es im Nachbarort Magaluf noch viel wilder zu. Für Aufregung sorgt vor allem ein Sex-Video, das im Internet grassiert.

Für die deutsche Urlauberhochburg "Ballermann" hatte die Stadtverwaltung von Palma in diesem Sommer "Benimmregeln" erlassen - im vor allem bei Briten beliebten Magaluf gilt die Verordnung nicht, weil der Ort zur Gemeinde Calvià gehört.

Magalufs Vergnügungsmeile der Punta Ballena steht seit Jahren in einem schlechten Ruf. Dort reiht sich auf einer Distanz von etwa 400 Metern ein Lokal an das andere. Der Alkohol fließt in Strömen. Anwohner beklagen sich über den Gestank von Urin und Erbrochenem. Ab und zu stürzen betrunkene Party-Touristen aus ihren Hotelzimmern in die Tiefe, weil sie auf den Balkons Mutproben unternehmen. Die Strandpromenade wurde in der Nacht zu einem Tummelplatz von Kleinkriminellen und Prostituierten. Um die Kriminalität und nächtliche Sex-Orgien zu bekämpfen, ließ die Gemeinde dort eine Flutlichtanlage installieren.

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Krisensitzung wegen anstößigen Videos

Für besondere Aufregung sorgte in dieser Urlaubssaison ein Video, das nur etwas länger als zwei Minuten ist. Das im Internet verbreitete Filmchen zeigt eine junge Irin beim Oralsex mit mehreren Männern in einer Bar in Magaluf. Die Männer gehörten, wie an ihren T-Shirts zu erkennen ist, einer Gruppe an, die eine organisierte Tour durch die Kneipen der Partymeile "Punta Ballena" unternahm.

Die Zeitung "Ultima Hora" sprach von einem "Anschlag auf die Menschenwürde". In der Presse zirkulierten Berichte, wonach in bestimmten Bars Oralsex-Wettbewerbe abgehalten würden, bei denen den Frauen Gratisgetränke in Aussicht gestellt würden.

Darüber, was nachts in den Bars geschieht, wird am nächsten Tag nicht viel geredet. Von Reportern befragte Party-Touristen in Magaluf erklärten, von derartigen Exzessen nie etwas mitbekommen zu haben. Auch die Regionalregierung der Balearen meint, das Video zeige nur einen "isolierten Einzelfall". Dennoch hielten die Verantwortlichen der Regierung und der Tourismusbranche Krisensitzungen ab, weil sie um den Ruf Mallorcas fürchteten.

"Einen solchen Tourismus wollen wir hier nicht", lautete das Fazit. Allerdings räumte die Staatssekretärin im Madrider Tourismusministerium, Isabel Borrego, ein: "Strafen helfen nicht weiter. Wir müssen die betroffenen Unternehmen und die Touristen zur Einsicht bringen." Nun sollen in Großbritannien eine Informationskampagne gestartet und die Kontrollen in den Lokalen verschärft werden.

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Partymeile nur kleiner Teil von Magaluf

"Mit dem jüngsten Skandal um Lokale, die Frauen zu demütigenden Praktiken wie Oralsex für Gratisgetränke treiben, sind wir ganz unten angekommen", beklagte der Geschäftsführer der internationalen Hotelkette Melià, Gabriel Escarrer Jaume, in einem offenen Brief. "Alkohol-, Sex- und Drogenexzesse machen unser Reiseziel in den Augen der Welt zum Inbegriff eines widerlichen und schmutzigen Tourismus."

Die Kneipenwirte ließen die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. Sie bezeichneten das Video ebenfalls als "abscheulich", halten die Aufregung darüber aber für völlig überzogen. "Seit Jahrzehnten kommen junge Leute nach Mallorca, um sich eine Woche lang ohne Kontrollen zu amüsieren", sagte Pilar Carbonell vom Gastronomieverband Restauración-Caeb der Zeitung "Diario de Mallorca". "Ihre Eltern hatten dies vor 20 Jahren auch schon getan."

Jesús Sánchez vom Verband der Vergnügungslokale ergänzte: "Es wäre absurd, wenn wir nur noch Radurlauber oder Familien aufnähmen und junge Leute unter 30 Jahren ausschlössen." Die Partymeile Punta Ballena macht nur einen kleinen Teil von Magaluf aus. Nur wenige Häuserblocks entfernt gibt es schicke Lokale mit feinem Ambiente und Luxushotels, in deren Sanierung die Hoteliers viel Geld investiert haben.

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