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Knee Defender - Kleines Gerät für mehr Platz

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Enge im Flugzeug  

Knee Defender - fieses Gerät für mehr Platz

27.08.2014, 13:56 Uhr | Eva-Maria-Träger, Spiegel Online

Knee Defender - Kleines Gerät für mehr Platz. So sieht der Knee Defender aus. (Quelle: AscuroAG)

So sieht der Knee Defender aus. (Quelle: AscuroAG)

Weil sich ein Passagier unerlaubt Platz verschaffte, musste eine United-Airlines-Maschine ungeplant zwischenlanden. Der Mann hatte einen sogenannten Knee Defender benutzt. Doch was ist das überhaupt?

Was nicht passt, wird passend gemacht: Weil ein Passagier verhindern wollte, dass die Frau auf dem Sitz vor ihm ihre Lehne zurückstellt, musste eine United-Airlines-Maschine in den USA zwischenlanden. Der Sitzstreit an Bord war zuvor eskaliert, nachdem der Mann seinen sogenannten Knee Defender trotz mehrfacher Aufforderung der Crew-Mitglieder nicht hatte entfernen wollen. Doch was ist das überhaupt, so ein "Knie-Verteidiger" - und wie gehen deutsche Fluggesellschaften damit um?

Der US-Hersteller Gadget Duck, der das Produkt seit 2003 verkauft, preist den Knee Defender als "einzigartiges Reiseaccessoire" vor allem für "große Vielflieger" an sowie für Passagiere mit kleinen Kindern, "Road Warriors", die während des Fluges arbeiten müssen, und überhaupt alle, "die einfach nicht gerne von einem zurücklehnenden Flugzeugsitz getroffen werden".

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Klein wie ein Schlüssel soll das Produkt aus Plastik dem Nutzer mehr vom im Flugzeug raren Raum verschaffen: Beidseitig an den Befestigungen des heruntergeklappten Esstischchens angebracht, blockiert der Abstandshalter eine Verstellung des Vordersitzes.

Auch die Gefahr einer Thrombose soll der Knee Defender senken

Für das Unternehmen resultiert die Maßnahme offenbar aus einem Recht, das jedem zusteht, das Produkt scheint die einzige Rettung aus einer unzumutbaren Situation. Mit dem "Knieschützer fürs Flugzeug" sichere man sich den Platz, "den Sie brauchen, um Ihren Flug in Ruhe zu genießen", heißt es auf der Seite des Versands Simply Big, der einen "Knieschützer fürs Flugzeug" seit 2009 in Europa verkauft.

Auch aus gesundheitlichen Gründen sei der Einsatz sinnvoll, rät US-Hersteller Gadget Duck: Der Knee Defender helfe auch gegen Thrombosen, indem er für Beinfreiheit sorge. "Wenn die Fluggesellschaften die Menschen nicht davor bewahren, bedrängt, gequetscht und bewegungsunfähig gemacht zu werden", bräuchten die Menschen eben Möglichkeiten, sich selbst schützen zu können.

Die Fluggesellschaften sehen das anders - genau wie so mancher Vordermann. An Bord von United-Airlines-Maschinen wie jener, in der jetzt der Sitzstreit eskalierte, sind die kleinen Raumgreifer genau wie auf den Flügen anderer großer US-Fluggesellschaften verboten. "Wir erlauben keine Vorrichtungen, die verhindern, dass Sitze verstellt werden können", sagt United-Airlines-Sprecher Charles Hobart. Auch die Lufthansa lehnt die Produkte ab.

"Derartige Tüfteleien" sind laut Lufthansa "unnötig"

Selbst Passagiere, die sich sehr beengt fühlen, dürfen sich laut Sprecher Michael Lamberty über solche Geräte nicht einfach mehr Platz verschaffen. "Diese Art von Selbsthilfe ist nicht zu empfehlen", sagt er. "Vor allem weil sie auch die Bewegungsfreiheit eines anderen Fluggasts einschränkt." Wer mehr Raum braucht, müsse stattdessen ein entsprechendes Angebot buchen.

Dafür, dass die Crew-Mitglieder beim Star-Alliance-Partner United Airlines so hart durchgegriffen haben, hat Lamberty Verständnis. "Jeder Passagier muss den Anweisungen der Crew grundsätzlich Folge leisten, egal ob diese im ersten Moment logisch erscheinen oder nicht."

Bei Air Berlin waren die Knee Defenders bislang aber kein Thema, heißt es vonseiten des Unternehmens. Die Gäste an Bord hätten "bei allen Problemen" aber "jederzeit die Möglichkeit, die Kabinencrew anzusprechen". Und auch an Bord von Lufthansa hat es wegen der kleinen Knieschützer noch keine Auseinandersetzungen gegeben, sagt Sprecher Lamberty. "Bislang sind unsere Crews damit noch nicht in Berührung gekommen."

Bislang scheint die Verbreitung nur gering zu sein

Grundsätzlich sei "die Nutzung derartiger Tüfteleien" an Bord aber "unnötig und nicht gestattet", sagt Lamberty. Sollten Passagiere versuchen, einen Knee Defender zu nutzen, würden sie gebeten werden, das zu unterlassen, und das dann hoffentlich auch tun.

Besonders verbreitet scheinen die Knieschützer hierzulande bislang aber ohnehin nicht zu sein. Nach Auskunft vom Versand Simply Big, dem nach eigenen Angaben einzigen europäischen Verkäufer, ist die Nachfrage gering: Die Knieschützer würden "eher selten" gekauft, in Deutschland und auch im Rest von Europa.

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