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Hai-Alarm am Strand: Wie Südafrika Badegäste schützen will

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Hai-Alarm am Strand  

Wie Südafrika Badegäste schützen will

09.02.2015, 10:55 Uhr | dpa

Hai-Alarm am Strand: Wie Südafrika Badegäste schützen will. Das Flaggenwarnsystem in Südafrika gibt verschiedene Gefährdungsstufen an (Quelle: dpa)

Das Flaggenwarnsystem in Südafrika gibt verschiedene Gefährdungsstufen an (Quelle: dpa)

Auch wenn es im Jahr nur wenige Zwischenfälle gibt: In Südafrika schwingt die Angst beim Baden oder Surfen vor einem Hai-Angriff oft mit. Für die Sicherheit der Touristen setzt das Land auf eine Reihe Strategien: Vom Flaggenwarnsystem bis zum (haifreundlichen) Elektrozaun.

Wer vor Kapstadt ins Wasser steigt, wirft vorher besser einen Blick auf die großen Schilder am Strand - und welche Fahne weht. An den beliebtesten Stränden der südafrikanischen Stadt lässt sich so nämlich ablesen, ob man im Wasser unerwünschte Gesellschaft zu befürchten hat.

Die schwarze Flagge mit dem weißen Umriss eines Hais ist nicht zu übersehen. Wird sie am Strand von Muizenberg gehisst, heißt das normalerweise "Vorsicht - die Beobachtungslage ist gerade schlecht", Haie sind schwer zu entdecken. Erfahrene Badegäste und Surfer gehen teils trotzdem ins Wasser. Schließlich weht ja keine rote Flagge samt weißem Raubfisch; dann nämlich heißt es "Hai-Alarm".

Shark Spotter überwachen die Strände

Die Shark Spotter, wie sie auf Englisch heißen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, Badegäste vor möglichen Hai-Attacken an einigen der beliebtesten Strände Kapstadts zu schützen. Hierzu nutzen sie unter anderem ein Warnsystem mit verschiedenfarbigen Flaggen, die sie je nach Lage hissen. Immerhin ist der Atlantische Ozean rund um Kapstadt Heimat der weltweit größten Population Weißer Haie. Die Hai-Art kann mehr als sechs Meter lang werden und ein Gewicht von mehr als 2000 Kilo auf die Waage bringen.

Jeden Tag sind die Shark Spotter zehn Stunden im Einsatz. Von Hügeln aus überwachen sie neun beliebte Strände, vor denen sie das Meer nach den Raubfischen absuchen. Entdecken sie eines der Tiere, alarmieren sie einen Kollegen am Strand, der eine Sirene auslöst und eine weiße Flagge mit schwarzem Hai hisst. "Hai gesichtet" heißt das für die Badegäste und Strandbesucher.

"Es ist ein sehr verantwortungsvoller Job. Es ist ziemlich stressig, vor allem an Tagen mit schlechter Sicht", sagt Hai- Beobachterin Liesel Lott, während sie die Wasseroberfläche mit einem Fernglas absucht. An einem Sommerwochenende können schon mal 500 Badegäste zugleich im Wasser sein - da ist es schwer, die Sicherheit aller zu gewährleisten.

Jedes Jahr etwa sechs Angriffe durch Haie

Hinzu kommt, wenn wie derzeit gerade auf der Südhalbkugel Sommer ist, dass die Haie dann gerne in Küstengewässern jagen. "Zu dieser Jahreszeit rechnen wir jeden Tag damit, Haie zu sichten", sagt Monwabisi Sikweyiya von den Shark Spottern. In den vergangenen zehn Jahren - so lange gibt es die Organisation schon - wurden mehr als 1700 Haie nahe den Stränden Kapstadts entdeckt. Die meisten waren Weiße Haie, von denen einige bis zu 50 Meter an den Strand heranschwimmen.

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Würden Sie an einem Strand baden, an dem immer mal wieder Haie gesichtet werden?

"Davon wusste ich nichts", sagt Glenda Gordon, Touristin aus London und gerade unterwegs am Strand von Muizenberg. In ihrem Reiseführer stehe nur etwas über Wale. "Ich werde jetzt ganz sicher nicht ins Wasser gehen", sagt sie. Jedes Jahr gibt es in Südafrika durchschnittlich sechs Hai-Angriffe auf Menschen, berichtet die Naturschutz- und Forschungsorganisation Sharks Board. Das klingt zwar nicht viel, doch jeder Zwischenfall sorgt für Aufsehen und löst Ängste aus.

Elektrischer Zaun soll künftig Tier und Mensch schützen

"Hai-Angriffe haben einen großen Einfluss auf den Tourismus", sagt der Forschungsleiter von Sharks Board, Geremy Cliff. An der südafrikanischen Ostküste behilft man sich deshalb mit Netzen, die verhindern sollen, dass die Raubfische zu dicht ans Ufer gelangen. Allerdings verheddern sich nicht nur Haie in den Maschen, wo sie bewegungsunfähig ertrinken, auch zahlreiche andere Meeresbewohner kommen in den Netzen zu Tode, darunter Delfine, Schildkröten und Rochen.

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Vor drei Jahren haben die Wissenschaftler vom Sharks Board mit der Entwicklung eines besseren Schutzes vor Haien begonnen. Entwickelt haben sie eine Art elektrischen Unterwasserzaun, der weder Menschen, noch Haien und anderen Meerestieren Schaden zufügt. Der Zaun besteht aus einem am Meeresboden befestigten Kabel, von dem vertikale Kabel bis zur Wasseroberfläche führen. Die Kabel geben niederfrequente Signale ab, die eine Art elektrischen Zaun entstehen lassen, vor dem Haie zurückschrecken. Schließlich reagiert deren Nase äußerst sensibel auf Elektrizität. Berührt ein Mensch versehentlich den Zaun, spürt er nur ein Kribbeln.

Derzeit testen die Forscher zwei jeweils 100 Meter lange Prototypen des elektrischen Unterwasserzaunes am Strand von Glencairn, etwa zwölf Kilometer von Muizenberg entfernt. Eine hochauflösende Kamera filmt die Bucht, damit die Wissenschaftler sehen können, ob der Zaun die Haie erfolgreich verscheucht. Bis Ende März hoffen die Forscher genügend Daten gesammelt zu haben, um die Zuverlässigkeit des neuen Schutzes belegen zu können. "Wenn wir erfolgreich sind, kann er weltweit installiert werden", sagt Paul Von Blerk, Projektmanager bei Sharks Board. Die ersten Ergebnisse seien jedenfalls vielversprechend.

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