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Australien: Massenmörder-Touren im Belanglo-Wald gestoppt

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In australischem Wald  

Mörder-Touren nach Protesten gestoppt

15.07.2015, 09:29 Uhr | dpa, t-online.de

Australien: Massenmörder-Touren im Belanglo-Wald gestoppt. Mitarbeiter des Gerichts untersuchen den Tatort im Jahr 1994: Im Belanglo-Wald vergrub ein Massenmörder seine Opfer. (Quelle: AP/dpa)

Mitarbeiter des Gerichts untersuchen den Tatort im Jahr 1994: Im Belanglo-Wald vergrub ein Massenmörder seine Opfer. (Quelle: AP/dpa)

Für die einen Nervenkitzel, für andere schlicht geschmacklos: Als "Horrortrip" hat ein australischer Reiseveranstalter Ausflüge in einen Wald vermarktet, in dem ein Massenmörder in den 90er Jahren sieben seiner Opfer verscharrt hatte. Nach heftigen Protesten stoppte Goulburn Ghost Tours die erst seit Juni angebotenen Touren.

Auf seiner Website warb das Unternehmen mit einer "extremen Horrorerfahrung". "Komm mit uns nach Belanglo, wo Ivan Milat seine Opfer vergrub. Wer in den Wald geht, kommt vielleicht nie zurück", hieß es weiter. Umgerechnet rund 100 Euro kosteten die nächtlichen Ausflüge. Der Anbieter nahm die Website inzwischen vom Netz.

Anwohner und Opferverbände liefen gegen die Touren Sturm. Sie beklagten das magelnde Mitgefühl gegenüber Angehörigen der Opfer. Auch der Ministerpräsident des Bundesstaates New South Wales, Mike Baird, zeigte sich empört. Er habe es nicht glauben können, als er von den Touren erfahren hätte.

Auch 2010 Mord im Belanglo-Wald

Zwischen 1989 und 1992 tötete Ivan Milat sieben Rucksacktouristen. Darunter waren drei Deutsche, zwei Briten und zwei Australier. Ihre Leichen verscharrte er im Belanglo-Wald, rund 130 Kilometer südöstlich von Sydney. 1996 verurteilte ein Gericht Milat zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Ivan Milat tötete Anfang der 90er sieben Menschen. Seit 1996 sitzt er im Gefängnis.  (Quelle: AP/dpa)Ivan Milat tötete Anfang der 90er sieben Menschen. Seit 1996 sitzt er im Gefängnis. (Quelle: AP/dpa)

2010 tötete ein Großneffe Milats einen Bekannten an derselben Stelle, an der der Großonkel in den 90ern die Leichen seiner Opfer vergraben hatte. Außerdem fanden im gleichen Jahr Radfahrer eine weitere Leiche.

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