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Terror-Angst und Flüchtlingskrise: Weniger Reisebuchungen

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Flüchtlingskrise und Terror-Folgen  

Holpriger Start in die Sommerreisesaison

07.03.2016, 09:27 Uhr | dpa, dpa-AFX

Terror-Angst und Flüchtlingskrise: Weniger Reisebuchungen. Ziele wie dieser Strand in Kroatien sind derzeit besonders beliebt, während die Buchungen für die Türkei und Ägypten zurückgegangen sind.  (Quelle: imago/pixsell)

Ziele wie dieser Strand in Kroatien sind derzeit besonders beliebt, während die Buchungen für die Türkei und Ägypten zurückgegangen sind. (Quelle: pixsell/imago)

Die Konjunktur läuft rund, die Arbeitslosigkeit ist niedrig. Eigentlich beste Voraussetzungen für ein Top-Jahr in der Reisebranche. Doch bisher ist davon noch nicht allzu viel zu spüren. Die erfolgsverwöhnte deutsche Tourismusbranche bekommt die Verunsicherung der Kunden nach den Terroranschlägen in beliebten Reisegebieten zu spüren.

Urlauber zögern mit den Buchungen. Kurz vor dem großen Branchentreff, der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin, ist die Stimmung verhalten, auch wenn es zuletzt positive Signale gab.

"Insgesamt liegt der deutsche Reisemarkt im Minus bei den Buchungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum", sagte Tui-Deutschland-Geschäftsführer Oliver Dörschuck der "Welt am Sonntag". "Das liegt vor allen Dingen an einer schwächeren Nachfrage in Länden wie der Türkei, Ägypten und auch Tunesien. Spanien, Portugal, Italien und Kroatien wachsen hingegen überproportional."

Der Präsident des Branchenverbandes DRV, Norbert Fiebig, sagt: "In den letzten zwei Wochen sehen wir eine deutliche Erholung und eine insgesamt positive Buchungsentwicklung."Nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK haben bisher fast eine Million weniger Bundesbürger ihren Sommerurlaub gebucht als 2015.

Familien warten noch ab

Vor allem Familien warteten derzeit noch ab, heißt es in der Branche. Ein Teil der Kunden habe die Urlaubsplanung wegen der Unsicherheit vertagt, sagte der Chef des Reisekonzerns Thomas Cook, Peter Fankhauser bei der Vorstellung der Unternehmensbilanz.

Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, rechnet nicht mit lang anhaltenden negative Folgen des Attentats in Istanbul im Januar. Ein Attentäter hatte elf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. "Ich glaube, dass sich der Tourismus in der Türkei schnell wieder erholen wird. So wie wir das ja schon von früheren Vorfällen kennen", sagte er dem "Tagesspiegel".

Die Urlauber kommen schnell wieder zurück

"Zunächst verlagern sich die Urlauberströme stärker ins westliche Mittelmeer, dann schlägt das Pendel aber auch wieder zurück, vorausgesetzt die Sicherheitsmaßnahmen greifen." Dies sei sehr wichtig, da den Kunden Sicherheit heute viel wichtiger als früher sei. Wie sich der Anschlag in Istanbul konkret auf die Sommer-Saison auswirken wird, könne man erst in einigen Wochen sagen. "Die Buchungszeit hat ja gerade erst begonnen", sagte Frenzel.

Grundsätzlich ließen sich die Menschen nicht dauerhaft vom Reisen abhalten. "Die Briten und Iren kommen häufig schon nach zwei, drei Monaten zurück, die Deutschen brauchen etwas länger." 

Buchungsminus in der Türkei, Ägypen und Tunesien

Der Branche macht vor allem das deutliche Buchungsminus von bisher 40 Prozent für die Türkei zu schaffen. Die Türkei belegte im vergangenen Jahr Rang drei der beliebtesten Urlaubsziele der Bundesbürger.

Ein Buchungsrückgang in ähnlicher Größenordnung verzeichnen aktuell auch Ägypten und Tunesien. 

Sollte die Nachfrage nach Zielen im östlichen Mittelmeer nicht in Schwung kommen, dürfte es für die Branche schwierig werden, an das Topjahr 2014/2015 anzuknüpfen. Die deutschen Reiseveranstalter hatten einen Umsatzanstieg von fast vier Prozent auf 27,3 Milliarden Euro verbucht. Die stationären Reisebüros kamen mit einem Plus von drei Prozent auf den Rekordwert von 23,7 Milliarden Euro.

Trotz allem auch jetzt schon ein gutes Jahr

Nach GfK-Berechnungen liegen die bisher gebuchten Reiseumsätze für die Sommersaison acht Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, übertreffen aber die des Sommers 2014. "Die Verbraucher zögern derzeit vor allem bei Reisen ins östliche Mittelmeer, deswegen werden sie aber nicht auf Urlaub verzichten", sagt GfK-Experte Roland Gaßner.

Sie würden auf andere Ziele ausweichen, sich kurzfristig entscheiden, oder häufiger kürzere Reisen unternehmen, vermutet Gaßner. Ägypten, Tunesien und die Türkei machen nach seinen Angaben etwa 10 Prozent der Reisen am deutschen Reisemarkt aus und rund 30 Prozent des Flugurlaubsreisemarktes. Es dürfte nicht ganz einfach werden, diese unsicheren Kapazitäten schnell auf andere Reiseziele umzulagern, sagt Gaßner: "2016 wird demzufolge kein leichtes Jahr für die Veranstalter".

Beliebte Ziele könnten schnell ausgebucht sein

Wird 2016 also ein Jahr für Schnäppchenjäger, die sich auf viele günstige Last-Minute-Angebote freuen können? Diese Rechnung dürfte nicht immer aufgehen. Beliebte Urlaubsorte zum Beispiel in Spanien könnten wegen der großen Nachfrage schnell ausgebucht sein, heißt es.

Tourismusexperte Martin Lohmann vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung rechnet trotz des holprigen Starts damit, dass die Bundesbürger erneut mehr Geld für Reisen ausgeben. Das zögerliche Buchungsverhalten bedeute nicht, dass die Bundesbürger nicht in Urlaub fahren wollten.

Auch der Generalsekretär der UN-Tourismusorganisation (UNTWO), Taleb Rifai, ist grundsätzlich zuversichtlich. "Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre haben Terroranschläge für den Tourismus mittel- und langfristig keine größeren Folgen."

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