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Pokémon Go: Der Pokémon-Hype erreicht den Urlaub

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Reiseziel Pokémon  

Der Pokémon-Hype erreicht den Urlaub

16.08.2016, 11:47 Uhr | Hans-Werner Rodrian/srt

Pokémon Go: Der Pokémon-Hype erreicht den Urlaub. Pokémon-Fans sind mittlerweile überall. (Quelle: dpa)

Pokémon-Fans sind mittlerweile überall. (Quelle: dpa)

Ein Computerspiel macht Furore: Pokémon Go. Viele Menschen wollen der neu gewonnenen Leidenschaft  im Urlaub weiter frönen. Reiseunternehmen und Ferienziele haben sich darauf eingestellt. Manche Nachbarn ächzen allerdings bereits unter dem Chaos.

Eiffelturm? Nein. Pikachu! Zahlreiche Urlauber würdigen die klassischen Attraktionen ihrer Ferienorte derzeit keines Blickes und sind statt dessen auf Monstersuche. Schuld ist natürlich der Hype um das aktuelle Computerspiel "Pokémon Go". Dabei versuchen Millionen von Spielern, weltweit möglichst viele der bunten Kreaturen einzufangen. Und weil gerade Urlaubszeit ist, jagen sie nun in ihren Ferienorten nach den Pokémons, besuchen "Kampfarenen" und schauen bei "Pokéstops" vorbei.

Im besten Fall lässt sich dabei ein Reiseziel mal aus einer ganz anderen Perspektive kennen lernen. Denn die kleinen Fantasywesen mit kuriosen Namen wie Pikachu, Taubsi oder Zubat treiben sich nicht nur am Louvre und am Buckingham Palace herum, sondern auch in den Vororten. Auf diese Weise treffen sich täglich Gleichgesinnte, aus Single-Urlaubern werden Cliquen bei der Suche nach den niedlichen Monstern. Und genervte Eltern haben eine neue Chance, ihren Nachwuchs ohne Protest vom Städtetrip zu begeistern.

Viele Plätze sind bereits zur Attraktion geworden

In Berlin ist es etwa der Lustgarten am Berliner Dom, in Düsseldorf die Girardet-Brücke. Der von "Pokémon Go"-Spielern belagerte Bau an der Kö wurde bereits mehrfach für den normalen Verkehr gesperrt. Der Oberbürgermeister ließ zudem Dixieklos aufstellen. Außerdem hat die Rheinbahn (die örtliche Stadtbahngesellschaft) Sonderfahrten für Pokémon-Jäger gestartet.

Und der Hype geht weiter: Einer aktuellen Umfrage des Portals Hotels.com zufolge haben derzeit 88 Prozent der 18- bis 30-Jährigen vor, in ihrem Sommerurlaub Pokémons zu jagen. Sie wollen im Schnitt täglich fast vier Stunden täglich Pokémon Go spielen. 56 Prozent würden ihr nächstes Reiseziel gar nach der Anzahl der Pokéstops auswählen. Dazu hat das Buchungsportal gleich eine Liste von zehn "Pokétels" erstellt, in denen angeblich besonders viele Pokémons gesichtet wurden und die selbstredend über den Anbieter buchbar sind.

Bislang ist die Pokémonsuche noch relativ unkommerziell. Wer auf Nummer sicher gehen und die kleinen Monster wirklich finden will, der kann Webseiten wie "Poketrading", "Pokévision" oder "Pokehound" besuchen. Dort zeigen Karten an, wo in der Umgebung sogenannte Nester zu finden sind - also Plätze, an denen bestimmte Pokémons zu fangen sind.

Werbliches Potenzial

Aber natürlich hat die Werbebranche bereits das Potenzial entdeckt. Manche Köder werben in Wirklichkeit nicht mehr nur für die Spielemonster, sondern auch für bestimmte Geschäfte und Unternehmen. So ist der Stadtpark von Wien seit Wochen im Ausnahmezustand, weil ein Telefonkonzern ihn zur "Superlockzone" gemacht hat: Dort gibt es Gratis-WLAN und im gesamten Park Lockmodule.

Hotels locken längst mit den bunten Tierchen - besonders natürlich solche mit online-affiner Kundschaft. So hat etwa der Pauschalreiseriese Thomas Cook bei seiner Hotelmarke Sun-Connect bereits die putzigen Monster als zusätzliche Urlaubsanimateure eingeführt. In drei der insgesamt 14 Hotels ergänzt Pokémon Go die klassischen Photowalks und GPS-Schnitzeljagden, mit denen die Reiseleiter vor Ort ihr Publikum bespaßen. 

Pokéstop im Hotel

Sogar Geschäftshotels nutzen den Trend. So hat zum Beispiel das Swissôtel in Basel freudig festgestellt, einen Pokéstop im Haus zu haben - es ist ausgerechnet eine Pferdestatue im zweiten Stock. Die Direktion fackelte nicht lang: Jeden Abend ab 17 Uhr gibt es seither an der Lobbybar spezielle Pokémon-Team-Drinks.

Nicht immer ist die Jagdleidenschaft der Urlauber freilich von Vorteil. Das musste das Heidelberger Luxushotel Europäischer Hof erfahren. Es erhielt neulich schlechte Bewertungen in einem Gästeforum. Einziger Grund: Die Gäste waren auf der Jagd nach einem bestimmten Pokémon ins Hotel gekommen, konnten ihn aber letztlich nicht fangen. 

Genervte Anwohner

Auch Anwohner sind nicht immer erfreut, wenn Hunderte von Spielern in ruhige Wohngegenden einfallen. In einem Vorort von Sydney in Australien riefen sie die Polizei und bewarfen die Pokémon-Gamer mit Wasserbomben. In Florida soll ein erboster Anwohner sogar schon auf Pokémon-Jäger geschossen haben. 

In Deutschland mehren sich ebenfalls die Beschwerden: In München rumort es um den Bordeauxplatz, in Homberg fühlten sich Anwohner auf dem Marktplatz belästigt. Auf einem Campingplatz in Polch (Rheinland-Pfalz) nervte ein aufdringlicher Pokémon-Jäger eine Wohnwagenbewohnerin, die daraufhin einen Polizeieinsatz auslöste. 

Den herbeigerufenen Beamten gelingt es immerhin meist schnell, den Streit zu deeskalieren. Im feinen Hamburger Viertel Eppendorf haben sie für die Anwohner einen einfachen Trost bereit. Er lautet: abwarten. Denn auch dieser Hype wird schnell wieder enden. Spätestens im Herbst - denn dann kommt das Regenwetter.

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