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Bahnhöfe des Jahres 2010: Darmstadt und Baden-Baden gewinnen

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Die Bahnhöfe des Jahres 2010

01.09.2010, 15:15 Uhr | t-online.de, dpa

Bahnhöfe des Jahres 2010: Darmstadt und Baden-Baden gewinnen . Der Hauptbahnhof in Darmstadt. (Foto: Allianz pro Schiene/Gerd Kittel)

Der Hauptbahnhof in Darmstadt. (Foto: Allianz pro Schiene/Gerd Kittel)

Es ist wieder soweit: Die Bahnhöfe des Jahres 2010 stehen fest. Zum siebten Mal in Folge zeichnet die Allianz pro Schiene die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands aus. In der Kategorie "Großstadtbahnhof" gewann der Darmstädter Hauptbahnhof, dessen Innen- und Außenauftritt bei der Jury eine "heiter gelassene Grundstimmung" erzeugte. In der Kategorie "Kleinstadtbahnhof" gewann Baden-Baden, das "seine Reisenden mit offenen Armen empfängt". Bewundern Sie die Gewinner in unserer Foto-Serie.

Darmstadt Hauptbahnhof: Deutschlands Grünster

Die beiden Bahnhöfe wurden von einer Jury nach Punkten wie Kundeninformation, Sauberkeit und Anbindung in die Stadt ausgewählt, wie die "Allianz pro Schiene" mitteilte. In Darmstadt gefiel vor allem das Grün vor dem Haupteingang. "Blumenbeete auf dem Vorplatz, das gibt es öfter, aber welcher Bahnhof liegt schon gleich an einem Park?" Deutschlands Grünster begeisterte die 5-köpfige Jury aus Vertretern des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Autoclub Europa (ACE) und der Allianz pro Schiene aber auch durch seine Innenansicht. Der Riese aus grauem Naturstein zeigte den Bahnhofstestern seine frisch modernisierte helle Halle, in der sich Glas und Jugendstillampen gut miteinander vertragen.

Auch Service überzeugte

Eine sehr persönliche Ansprache am Schalter, die roten Ledersessel im Reisezentrum und das sommerliche Rauschen der Kastanie am Restaurant Fürstenbahnhof gaben für Karl-Peter Naumann von Pro Bahn den Ausschlag: "Darmstadt, das ist eine Wohltat für Reisende", sagte Naumann und betonte, dass auch die Anschlüsse zur Stadt sehr gelungen seien: "Die strikte Trennung des Autoverkehrs von den Öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Bahnhofsvorplatz und die vorbildliche Information zu den weiterführenden Verkehrsmitteln haben aus dem Darmstädter Hauptbahnhof ein Paradebeispiel für Verknüpfung der Verkehrsmittel gemacht."

Baden-Baden: Vereint alles unter einem Dach

Baden-Baden ist ein Bahnhof der kurzen und trockenen Wege, befand die Jury, die unangekündigt und incognito reist. "Bahnhofscafé, Hotel, Busbahnhof, alles ist hier unter einem Dach", sagte Monika Ganseforth vom VCD. "Motorradabstellplätze, Mietfahrräder und ein großzügiger Haupttunnel beweisen, dass Baden-Baden mit jedem Großstadtbahnhof mithalten kann." Aber der ausgezeichnete Bahnhof hat noch mehr zu bieten. "Kunstvolle Schilder aus den Zeiten der Fürsten, denkmalgeschützte Trägersäulen, eine blitzeblanke Bahnhofshalle und freundliche Geschäfte und Gastronomie – Baden-Baden hat den berühmten Wohlfühlfaktor", sagte Ganseforth.

Sonderpreis "Der verlorene Sohn" an den Bahnhof Eschwege

Einen Sonderpreis für die Wiederkehr des Bahnhofs in die Stadt bekommt die hessische Stadt Eschwege. Nach 24 Jahren auf dem Abstellgleis eröffnete Eschwege im Dezember 2009 eine neue Strecke samt Bahnstation. "Wir möchten diese Rückkehr des verlorenen Sohnes auszeichnen", sagte Jury-Mitglied Naumann, "zumal die Integration in die Stadt gut gelungen ist und die kleine Station auch sonst den Expertencheck gut überstanden hat".

Hessen ist zum ersten Mal dabei

Mit Darmstadt gewinnt zum ersten Mal seit dem Start des Wettbewerbs ein hessischer Bahnhof den Titel "Bahnhof des Jahres". Baden-Württemberg setzt sich mit den drei Sieger-Bahnhöfen Mannheim, Karlsruhe und Baden-Baden an die Spitze der Bundesländer. Im Mittelfeld liegen Bayern, Thüringen und Niedersachsen mit je zwei Siegern. Leer gingen bisher etwa Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Rheinland-Pfalz aus. "Auch die Bundesländer stehen in der Pflicht", sagte Flege und betonte, dass die Jury eigene große Testausflüge nach NRW unternommen hätte. "Leider sind wir im bevölkerungsreichsten Bundesland bisher nicht fündig geworden."

Kein Personal? Ein K.-o.-Kriterium

Ausgezeichnet wird nur, wer nach einer festen Kriterienliste am besten auf die Bedürfnisse der Bürger eingeht: Objektive Erfordernisse wie Kundeninformation, Sauberkeit, Integration in die Stadt und Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln sind dabei ebenso entscheidend wie ein eher subjektiver Wohlfühlfaktor. Dass schmutzige Toiletten das Aus bedeuten, versteht sich. Weitere K.-o.-Kriterien: Ein Bahnhof, der kein Personal vor Ort hat, der Sicherheitsmängel aufweist oder nicht barrierefrei gestaltet ist, kann nicht gewinnen. "Die Kunden wollen keinen Bahnhof ohne Ansprechpartner", sagte Jury-Mitglied Ganseforth. Die Siegerbahnhöfe der vorigen Jahre waren 2009: Erfurt und Uelzen, 2008: Karlsruhe und Schwerin, 2007: Berlin Hauptbahnhof und Landsberg am Lech, 2006: Hamburg Dammtor und Oberstdorf, 2005: Mannheim und Weimar und 2004: Hannover und Lübben.

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