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Skurrile Bahn-Erlebnisse

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Skurrile Bahn-Erlebnisse  

"Die Fahrkarten sind unschuldig!"

24.11.2010, 11:53 Uhr | Spiegel Online

An einem Samstag im April, am Ende der Osterferien, wartete ich mit meinen drei Kindern in Hamburg auf einen Zug nach Bonn. Wir hatten eine Reservierung für Wagen Nummer acht, doch bei der Einfahrt zeigte sich, dass genau der aus unerfindlichen Gründen fehlte.

In Wagen Nummer sieben, der natürlich völlig überfüllt war, betrieben wir in den nächsten Stunden von Halt zu Halt munteres Stehplatz-Hopping. Meine Tochter im Teenageralter und ich teilten uns schließlich und nach zwei Stunden Fahrzeit einen Sitzplatz (immerhin hatten wir einen ergattert!), mein zwölf- und mein sechsjähriger Sohn zunächst ebenfalls. Doch der sehr mitteilungsfreudige Jüngste bevorzugte recht bald den Schoß eines wildfremden Asiaten, der neben den beiden Jungs saß - ich war umzingelt von stehenden Fahrgästen und konnte ihn nicht zurückhalten.

Der arme Vietnamese hatte vermutlich die ganze Nacht gearbeitet - so sah er jedenfalls aus, denn ständig fielen ihm die Augen zu -, und wollte im Zug nur noch schlafen. Aber mein Kleiner kannte keine Gnade, zog sein buntes Seeräuberheft hervor und begann, dem Mann, der übrigens kaum Deutsch konnte, die Geschichte vorzulesen. Man muss wissen, dass unser Jüngster damals seit ungefähr drei Tagen zu lesen begonnen hatte, doch der Mann war zu müde, um sich zu wehren. "D-e-rr S-e-e-r-e-u-b-e-rrr...", für den ersten Satz brauchte mein Junge ungefähr fünf Minuten. Auch mein Großer erkannte, dass von dem Sitznachbar wenig Gegenwehr zu erwarten war, erspähte und erbat dessen Handy und spielte erst mal bis Duisburg die Batterie leer, da stieg der Mann dann aus.

Erst in Düsseldorf wurde der Zug deutlich leerer - nach knapp fünf Stunden Fahrzeit hatte endlich jeder von uns einen eigenen Sitzplatz.

Claudia Sica

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