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Kuriose Reiserechtsfälle  

Einheimische sind kein Reisemangel

19.08.2008, 17:05 Uhr | M. Roman, t-online.de

Ein Alptraum: Urlaub auf der Baustelle (Foto: Imago)Ein Alptraum: Urlaub auf der Baustelle (Foto: Imago) Einheimische sind kein Reisemangel und auch ein Recht aufs Stehpinkeln gibt es für Reisende nicht. Gerät man allerdings an einen übereifrigen Flugkapitän, kann es schon mal Geld zurück geben. Wenn der wohlverdiente Urlaub zum Alptraum wird, entscheiden sich Urlauber oft für den Gang vor Gericht. Doch hin und wieder ist der Grund für die Klage kurios - und trotzdem kriegt der Kläger recht. Wir haben einige der kuriosesten Reiserechtsfälle für Sie in unserer Klick-Show zusammen gestellt.

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Zum Durchklicken Kuriose Reiserechtsfälle
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Klage wegen herunterfallender Klobrille

Hin und wieder weisen Gerichte andere Autoritätspersonen nachträglich in die Schranken. Wie den Flugkapitän, der einen Passagier nicht mitnahm, weil dieser offensichtlich alkoholisiert seine Partnerin anschrie. Das sei nicht genug, um jemandem am Boden zu lassen, entschied der Richter - es gab das Geld zurück. Doch manchmal ziehen Urlauber auch den Kürzeren. Sind Krabbeltiere gerade in besseren Hotels normalerweise ein Reisemangel, muss das für den Strand nicht gelten: Das Kölner Amtsgericht verweigerte einem Ehepaar die Rückzahlung, obwohl es am Karibikstrand von Sandflöhen zerbissen wurde. Wenig Glück mit seiner Klage hatte auch ein überzeugter Stehpinkler: Weil im Hotel die Klobrille nicht oben blieb, wollte er Geld zurück - vergeblich.

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Orientierungshilfe "Frankfurter Tabelle"

Oftmals sind die Mängel im Urlaub weit gewöhnlicher: Da ist zum Beispiel noch die Hälfte der Anlage im Bau oder im Zimmer wimmelt es nur so von sechsbeinigen Mitbewohnern. Der Reiseveranstalter hat dafür zu sorgen, dass der Gast das bekommt, was ihm zuvor versprochen wurde. Wenn nicht, gibt es Geld zurück. Doch in welchem Fall wie viel? Dieser Frage muss sich die 24. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts häufig stellen - und entwickelte aufgrund dieser Erfahrungen die sogenannte "Frankfurter Tabelle". Die Tabelle ist eine Orientierungshilfe, wie viel Geld ein Gast bei typischen Reisemängeln wie verdreckten Zimmern oder verspäteten Flügen zurück bekommt. Wie hoch die Rückerstattung dann wirklich ausfällt, entscheidet das zuständige Gericht im Einzelfall.

Jede Woche neue Urlaubsideen

Richtig reklamieren

In jedem Fall muss ein Gast sich schon im Urlaub darum kümmern, dass Mängel der Reiseleitung gemeldet werden. Am besten im freundlichen, aber bestimmten Ton - um eventuelle Unannehmlichkeiten vielleicht schon während des Aufenthalts aus der Welt zu schaffen. Wer sich schon im Urlaubsland bei der Reiseleitung beschwert hat, kann zudem ein Beschwerdeprotokoll verlangen - oder einen Zeugen mit zum Reiseleiter nehmen. Wieder zurück in Deutschland, muss der Reisemangel innerhalb von vier Wochen detailliert reklamiert werden, sonst verfallen die Ansprüche. Der beste Weg ist dabei meist ein Einschreiben mit Rückschein. Der zuständige Ansprechpartner ist immer der Reiseveranstalter direkt und nicht etwa das Reisebüro, in dem gebucht wurde.

Schon im Urlaub Beweise sammeln

Wer nach einer Zahlungsverweigerung dann doch bis vor Gericht zieht, sollte den Grund gut dokumentieren können. Fotos oder eventuell Tonaufnahmen - beispielsweise bei Baustellenlärm - helfen als Beweise weiter. Bei eventuellen Zeugen gilt: Die Aussagen von fremden Mitreisenden sind in der Regel vor Gericht mehr wert als die von Verwandten und Bekannten. Wer jetzt denkt, sich auf diesem Weg mit ein bisschen Nörgelei den nächsten Urlaub zu vergünstigen, wird allerdings enttäuscht: Die Gerichte entscheiden sehr unterschiedlich, wann eine "erhebliche" Beeinträchtigung der Urlaubsfreuden vorliegt - und die ist Voraussetzung, um eventuell Geld zurück zu bekommen. Und selbst bei gewonnenem Prozess fallen Reisepreiserstattung und eventuell Schadenersatz oft gering aus. Der Gang vor Gericht will also gut überlegt sein - und schließlich ist ja auch der Urlaub viel schöner, wenn der Prozess gar nicht nötig wird.

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