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Reisekataloge: Die Geheimsprache der Tourismusbranche

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Katalog-Latein  

Baulärm am "aufstrebenden Ferienort"

23.02.2009, 10:54 Uhr

Katalog-Latein: Baulärm am "aufstrebenden Ferienort" (Foto: Imago)Katalog-Latein: Baulärm am "aufstrebenden Ferienort" (Foto: Imago) Die Reisekataloge schwärmen gern von "aufstrebenden Badeorten", die sich "noch viel Ursprünglichkeit bewahrt" haben. Solche Floskeln sind kein Zeichen von Einfallslosigkeit, sondern verraten Methode. Denn wer sich im Werbetext vom "einsamen Naturstrand" hat einlullen lassen, der darf hinterher nicht darüber klagen, dass der Müll tagelang liegen bleibt. Kenner beugen solch unliebsamen Überraschungen vor und studieren vor der Abreise etwas "Katalog-Latein". Klicken Sie sich durch die häufigsten Katalog-Floskeln.

Zum Durchklicken Katalog-Floskeln
Top oder Flop? Hotelbewertungen von Urlaubern lesen

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Schönfärberei ist erlaubt

Geschwindelt werden darf in deutschen Katalogen nicht - dem Reiserecht sei Dank. Was die Richter den Prospektmachern aber erlauben, ist Schönfärberei. Ein mündiger Reisender muss auch ein wenig zwischen den Zeilen lesen können. Eine Reklamation ist deshalb oft ausgeschlossen - es stand schließlich alles im Katalog, wenn auch sehr verblümt. Wenn also vor dem Hotel das Hafenbecken statt eine Badebucht zu sehen ist: Wer könnte behaupten, das Haus liege nicht "direkt am Meer"? Wer sich vor dem Urlaub genauer informieren will, sollte daher mindestens eine zweite Quelle zu Rate ziehen - etwa Hotelbewertungen im Internet.

Zum Durchklicken Skurrile Reiserechtsurteile
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"Direktflug" ist kein "Nonstopflug"

Hätten Sie es gewusst? Ein "Direktflug" ist noch längst kein "Nonstopflug". Wer mitfliegt, der muss sich auf Zwischenlandungen einstellen. Und er darf sich nicht wundern, wenn nach dem "kurzen Transfer vom Flughafen" das Hotel mitten in der Einflugschneise liegt. "Zentral gelegen" wiederum bedeutet auf gut Deutsch fast immer "ziemlich laut". Was kennzeichnet einen "aufstrebenden Ferienort"? Na klar: viele Baustellen. "Direkt am Meer" wird eine Steilküste oder ein Hafen sein, sonst hieße es "direkt am Strand". Der feine Unterschied zwischen "Meerseite" und "Meerblick" wiederum besteht oft in Hochhäusern, von denen die Aussicht versperrt ist. Die Unterkunft "an der Strandpromenade" schließlich garantiert hupende Autos und Straßenlärm. Mit all diesen Überraschungen könnten am ehesten noch die gewissen Extras versöhnen. Doch dabei stellt der Urlauber fest: Die Ankündigung "beheizbarer Swimmingpool" besagt längst nicht, dass auch geheizt wird. Und wer springt schon gerne bei sechzehn Grad ins Wasser, auch wenn der Katalog verspricht: "Zu dieser Jahreszeit können Sie dort schon baden".

"Verstärktes Frühstück" und Essen in "Sitzungen"

Doch damit nicht genug: So entpuppt sich das verheißene "kontinentale Frühstück" nicht selten als Minimalversion. Beim "verstärkten Frühstück" kommt ein hartgekochtes Ei obendrauf. Und "Abendbüffet" heißt oft: Wer nicht Punkt 19 Uhr erscheint, der steht vor leeren Schüsseln. Und "zwei Sitzungen" hat nichts mit Kongressen zu tun, sondern bedeutet: Nach einer Stunde Abendessen heißt es Platz machen für die nächste Schicht! Es kommt noch besser: Mit "internationaler Küche" umschreiben Prospektlyriker gern einfallslos zubereitete und tiefgefrorene Kost. Und wer sich mit den "abendlichen Tanzveranstaltungen" trösten will, der könnte schon bald die Nase voll haben vom Discolärm bis vier Uhr früh. Fehlt noch die "internationale Atmosphäre": Damit deuten Reiseunternehmen an, dass es Skandinavier und Briten im selben Hotel hoch hergehen lassen. Da tut es dann kaum noch etwas zur Sache, wenn das "Personal bemüht ist" - eben weil es schlecht ausgebildet und wenig effizient ist. Wie schön, dass es dazu noch den "unaufdringlichen Service" gibt: Darüber kann man dann nachdenken, während der Kellner auf sich warten lässt.

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