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Trinkgeld-Knigge im Urlaub: Was in welchem Land angemessen ist

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Trinkgeld-Knigge  

Was Urlauber an Trinkgeld geben sollten

05.06.2013, 13:47 Uhr | srt, AFP, dpa-tmn

Trinkgeld-Knigge im Urlaub: Was in welchem Land angemessen ist. Trinkgeld ist im Urlaub eine Frage des guten Tons (Quelle: imago)

Trinkgeld ist im Urlaub eine Frage des guten Tons (Quelle: imago)

Wenn der Taxifahrer hilfsbereit und der Service im Restaurant exzellent war, zeigen sich Urlauber gerne mit Trinkgeld erkenntlich. Dabei möchte kaum jemand als protzig oder geizig gelten oder es sich mit dem Personal verscherzen. Denn was in einem Land dankbar angenommen wird, ist andernorts vielleicht eine Beleidigung. Wir geben Ihnen eine Übersicht zu den Trinkgeldgepflogenheiten in beliebten Reiseländern, damit Sie nicht ins Fettnäpfchen treten.

So viel geben, wie man möchte

"Generell gilt: Der Aufschlag ist freiwillig und zusätzlich", erklärt Katharina Bauer vom ADAC. "Man gibt so viel, wie man mag und was einem der Service wert war", bestätigt auch Marco Montini, Direktor bei der Italienischen Zentrale für Tourismus (ENIT) in Frankfurt. "Trinkgeld gibt man für persönliche Dienstleistungen", betont Ilknur Bodur, Kulturattachée der türkischen Botschaft in Berlin - es gibt also nichts extra für Fahrrad- oder Bootsverleiher, wohl aber für Wander- oder Stadtführer, Taxifahrer, Kofferträger und Zimmermädchen.

Belohnung nach Kompetenz

Wander- und Stadtführer sollten ihr Trinkgeld abhängig von Einsatz und Fachkenntnis erhalten. "Da sammelt man in der Gruppe", empfiehlt Tourismusdirektor Montini. Im Taxi wird in fast allen Ländern weltweit auf den vollen Betrag aufgerundet. Dem Kofferträger gibt man von Kopenhagen bis Kairo einheitlich etwa einen Euro pro Gepäckstück und dem Zimmermädchen einen Euro pro Tag. Barkeeper werden je nach Aufwand entlohnt: Für den üppig dekorierten Cocktail ist es international anerkannt, einen oder zwei Euro springen lassen. "Gibt der Barmann bloß eine Flasche Cola raus, bekommt er kein Trinkgeld", erklärt Kulturattachée Bodur. Laut ADAC gilt in allen anderen Fällen die Faustregel: "Je weiter nördlich in Europa, umso geringer das Aufgeld." In Dänemark etwa ist Trinkgeld gänzlich unüblich, bestätigt Rainer Büchtmann von Visit Denmark in Hamburg. In Österreich, Frankreich und Spanien liegt man hingegen beispielsweise in Restaurants mit fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags richtig, in der Türkei fällt man mit "nur fünf Prozent" negativ auf.

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Lieber Scheine als Münzen

Trinkgeld ist zwar ein Dankeschön nach dem Abschluss einer Tätigkeit, doch bei längeren Aufenthalten empfiehlt sich oft ein Extra zwischendurch. Außerhalb des Euroraums ist Trinkgeld in Euro oder US-Dollar gern gesehen. Allerdings sollte es dann ein Schein sein. "Münzen lassen sich nicht in Landeswährung umtauschen", erklärt Martina Bier vom Ägyptischen Fremdenverkehrsamt. Da der Euro mit Fünf-Euro-Noten startet, empfehlen sich Ein-US-Dollar-Noten als Trinkgeldscheine. Diese übergibt man zum Beispiel in Ägypten persönlich. In Frankreich, Spanien und der Türkei gehört es sich hingegen, das Trinkgeld auf dem Rechnungsteller oder Restauranttisch liegen zu lassen. Nur in Österreich und Italien kann man wie in Deutschland aufrunden und "Stimmt so!" oder "Va bene cosi!" sagen.

Trinkgeld nicht über Kreditkarte geben

In den USA wäre das bloße Aufrunden des Betrages ein Fauxpas: In den Vereinigten Staaten erwartet das Service-Personal mindestens 15 Prozent des Netto-Rechnungsbetrages an Trinkgeld. "In einem guten Restaurant sind sogar 20 Prozent Minimum", erläutert Rita Hille, Präsidentin des in Frankfurt ansässigen Visit USA Commitee. "Selbst bei miesem Service wäre alles unter 10 Prozent eine Beleidigung." Außerhalb der USA macht sich unbeliebt, wer bei Zahlungen per Kreditkarte den Rechnungsbetrag einfach um das Trinkgeld erhöht. Der ausgewiesene Betrag muss versteuert werden und kommt oft nicht beim Kellner an. "Lassen Sie lieber Bargeld liegen", raten die Experten.

Bakschisch an jeder Ecke

In Ägypten wird "Bakschisch an jeder Ecke gefordert", sagt Martina Bier vom Ägyptischen Fremdenverkehrsamt. Doch für nichts oder nur für Auskünfte nach dem Weg sollte man auch nichts geben. Den Servicekräften in All-inclusive-Anlagen hingegen gebührt ein Extra - aber nicht einzeln. "In allen Anlagen gibt es dafür Tip-Boxen", so Martina Bier. Diese Trinkgeld-Kästen stehen am Eingang aller Hotelbereiche, "vom Beachboy bis zum Oberkellner bekommt daraus jeder etwas ab." In vielen Urlaubsländern finden Touristen Posten wie "Coperto" in Italien und "Kuver" in der Türkei auf ihren Restaurantrechnungen. Damit zahlt der Gast eine Pauschale dafür, dass der Tisch aufgemacht wird. "Trinkgeld gibt man zusätzlich", erklärt Ilknur Bodur von der türkischen Botschaft in Berlin. Auch "Service compris" - zu Deutsch "Bedienung enthalten" - auf einer französischen Rechnung sollte man nicht wörtlich nehmen. Was nach der Rechnung kommt, geht dagegen aufs Haus. Dafür gibt es nur ein Danke - am besten in Landessprache. Auch das Wasser und die Zeitung zum Kaffee in Österreich und Frankreich oder das Gratis-Brot und Oliven in Spanien kosten nichts extra.

Einige Berufsgruppen bekommen kein Trinkgeld

Wichtig: Bei einigen Berufsgruppen ist Trinkgeld verpönt. So sollten Reisende keinesfalls Polizisten, Beamten oder Ärzten ein Trinkgeld anbieten; außer in afrikanischen Ländern ist es auch nicht ratsam, Chefs ein Trinkgeld zu geben. Ganz gegen die internationalen Gepflogenheiten sollten Urlauber weder Taxifahrern noch Friseuren in Norwegen ein Extra-Servicegeld aufdrängen. Auch Flugbegleiter bekommen nichts. "Wir haben eine Dienstanweisung, dass wir nichts annehmen dürfen", sagt Dagmar Fischer von der Flugbegleiter-Vereinigung KabineKlar. Besteht ein Fluggast auf Trinkgeld, muss er es spenden.

Nicht auf Trinkgeld bestehen

In China kennt man Trinkgeld - aus ideologischen Gründen - gar nicht. Allerdings: Im Zeitalter der Globalisierung gehen viele Servicemitarbeiter mit internationalen Trinkgeld-Gepflogenheiten mittlerweile gelassen um. Immer häufiger wird der Obolus inzwischen erwartet. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist dabei vor allem im Nahen Osten gefragt: "Wird der Tip jedoch einmal abgelehnt, sollte man es kein zweites Mal versuchen, um den Stolz des Gegenüber nicht zu verletzen", warnen Kenner Jordaniens. Auch in der Türkei bietet man Trinkgeld höchstens drei Mal an - danach steckt man die geplante Zuwendung besser wieder weg.

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