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Gefährliche Mitbringsel: Zoll warnt vor Souvenirs aus bedrohten Arten

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Gefährliche Mitbringsel  

Zoll warnt vor Souvenirs aus bedrohten Arten

02.11.2009, 14:19 Uhr | dpa

Eingelegte Kobras: Beliebtes Asien-Mitbringsel, aber illegal (Foto: Urbaniak/Zoll Frankfurt)Eingelegte Kobras: Beliebtes Asien-Mitbringsel, aber illegal (Foto: Urbaniak/Zoll Frankfurt)

Eine Kobra eingelegt in Alkohol, ein präpariertes Krokodil mit Pfeife im Maul oder Korallen: Exotische Urlaubssouvenirs aus artengeschützten Tieren oder Pflanzen stehen in der Urlaubszeit hoch im Kurs. Ob Kroko-Tasche, Koralle oder Orchidee - die Einfuhr ist streng verboten. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Düsseldorfer Zoll warnen Urlauber solche Souvenirs zu kaufen. "Das Argument, man habe nichts gewusst, zählt nicht vor Gericht", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Wer bei der Einfuhr solcher Mitbringsel erwischt werde, müsse mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro rechnen. Sehen Sie sich gefährliche Souvenirs auch in der Foto-Serie an.



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Artenschutz-Spürhund mit Nase für Exotisches

Amys liebstes Spielzeug ist Schlangenhaut. Aber auch bei Krokodilleder und Korallen wird die vierjährige Schäferhündin ganz wild. Um an das Ziel ihrer Gelüste zu kommen, kann sie 350 bis 400 Koffer in nur knapp 15 Minuten schaffen. Amy ist einer von zwei Artenschutz-Spürhunden in Deutschland. Ihr Arbeitsplatz ist der Frankfurter Flughafen. Amy ist dafür ausgebildet, verbotene exotische Souvenirs wie ausgestopfte Echsen und Schlangen, Krokoleder-Taschen oder Schildkröten aufzuspüren.



Auf bedrohte Arten getrimmt

Spürhunde für Sprengstoff, Waffen oder Bargeld gibt es schon seit Jahrzehnten. Dass Hunde aber auch auf bedrohte Tiere abgerichtet werden, ist noch relativ neu. Spürhunde für solche Exotensouvenirs gibt es inzwischen zum Beispiel auch am Düsseldorfer Airport. Das Besondere an Amy ist nach Angaben ihres Ausbilders Dieter Keller aber, dass ihre Nase allein auf bedrohte Arten getrimmt wurde. "Angefangen hat es mit der Vogelgrippe", sagt Keller. Um verbotene Lebensmittel im Gepäck zu finden, seien Zoll-Spürhunde zunächst auf das Erschnüffeln von Eiweiß und tierischen Erzeugnissen trainiert worden. Mit dem zunehmenden Problem des illegalen Handels mit bedrohten Arten ist nun ein weiteres großes Schnüffelfeld hinzugekommen.

Von Schlangenhäuten bis zu eingelegten Kobras

Gerade zu Beginn der Urlaubszeit warnen die Artenschützer wieder eindringlich davor, sich in Afrika oder Asien Andenken wie in Alkohol eingelegte Kobras, ausgestopfte Krokodile, Elfenbein, Fechterschnecken, Riesenmuscheln oder Orchideen aufschwatzen zu lassen. Ganze Schlangenhäute nageln sich manche Urlauber zu Hause an die Wand. Laut Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) ist die Einfuhr und der Handel mit bedrohten Arten streng eingeschränkt und oft ganz verboten.

Erhebliche Strafen drohen

Den Unwissenden bei der Zollkontrolle zu spielen, bringt da auch nichts. Wird ein Urlauber mit verbotenen exotischen Souvenirs im Gepäck erwischt, drohen ihm empfindliche Bußgelder, warnt die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN), Beate Jessel. "Wir leben in einer Informationsgesellschaft", sagt sie. Da könne sich niemand mehr auf das Argument zurückziehen: "Ich habe ja nichts gewusst." Brond-Hendrick Böttcher vom Düsseldorfer Flughafenzoll rät Reisenden, die Finger ganz von exotischen Souvenirs zu lassen. "Ein einfaches "Nein, Danke" im Geschäft erspart viel Ärger, Zeitverlust und möglicherweise Strafen." Oft werden auch nur Teile von geschützten Arten verarbeitet, etwa Elefantenhaar in einem Goldring oder Korallen in Ketten. Aber auch die Einfuhr solcher Souvenirs ist verboten.


Zusammengenähtes "Flamingoschwein"

Die Zahl der aufgedeckten Fälle lag mit 1000 im vergangenen Jahr relativ niedrig, könnte man meinen. Doch insgesamt stellten Zollbeamte mehr als 21.000 Exponate sicher. Manchmal sind es lebende Tiere wie Schildkröten, die sie in doppelten Böden von Koffern finden. "Der Tod einiger Tiere wird einkalkuliert", sagt Böttcher. Beliebt sind auch in Alkohol eingelegte Schlangen. "Es gibt Leute, die trinken das auch noch und finden das sehr chic", sagt BfN- Präsidentin Jessel. Viele Touristen bringen nach Angaben des Bundesamts geschützte Tiere und Pflanzen schlicht aus "Unkenntnis, Dummheit oder Ignoranz" als Andenken mit. "Wir machen uns aber keine Illusionen, dass wir das eindämmen können", sagt der Zollbeamte Böttcher. "Die Zahl bleibt gleich, nur die Mode wird anders." So stehen derzeit Korallen auf Platz eins der Hitliste verbotener Souvenirs. Besonders abstoßend aber war ein Fund des Düsseldorfer Zolls auf einem Großmarkt: ein "Flamingoschwein": Auf den Rumpf eines präparierten Schweins war der Kopf eines artengeschützten Flamingos genäht.

Weitere Informationen:

Auswärtiges Amt, Bürgertelefon 030/1817-44444, Internet:  www.auswaertiges-amt.de, E-Mail: über Homepage;

Zoll, Tel.: 0351/44834-510, Fax: -590, Internet: www.zoll.de, E-Mail: info.privat@zoll.de

Artenschutz www.artenschutz-online.de

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