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Reise-Abzocke: Kostenfallen aufdecken und vermeiden

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Reise-Abzocke  

Kostenfallen aufdecken und vermeiden

07.10.2009, 11:23 Uhr | Viola Zwingenberg/Clever reisen!

Reise-Abzocke: Sommerurlaub sieht anders aus (Symbolbild: dpa)Reise-Abzocke: Sommerurlaub sieht anders aus (Symbolbild: dpa) Vorsicht Nepp! Viele Reisende gehen Betrügern auf den Leim. Angebliche Schnäppchen sind Geldschneiderei. Anstatt Sandburgen zu bauen hat man am Ende viel Geld in den Sand gesetzt. Clever reisen! deckt neue Urlaubsfallen auf und gibt Tipps, wie man sie umgeht.

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USA-Einreise: Abzocke mit dem ESTA-Formular

Ob Shopping-Trip in New York oder Sonne tanken in Los Angeles: Seit Januar müssen USA-Urlauber das so genannte ESTA-Formular beantragen damit sie in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen (ESTA = "Electronic System for Travel Authorization"). Die offizielle ESTA-Genehmigung ist zur Zeit kostenfrei. Gibt man den Begriff "ESTA" bei Google ein, werden jedoch zahlreiche Internetseiten angezeigt, die Informationen über den neuen Antrag anbieten. Darunter sind zum Beispiel esta-usa.de, estagermany.org, visa-esta.org, unitedstatesvisas.us, visaconnect.com sowie esta.us. Diese Seiten wirken durch ihre Aufmachung wie eine offizielle Regierungsseite. In Wahrheit jedoch wollen die Betreiber USA-Urlaubern das Geld aus der Tasche ziehen: Wer beispielsweise bei esta.us auf den roten Button mit der Aufschrift „ESTA ANTRAG“ klickt, um den "ESTA APPLICATION GUIDE" herunterzuladen, muss eine saftige Gebühr von 49,25 US-Dollar (ca. 36 Euro) zahlen, und dies für ein offiziell kostenloses Formular!

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Ausflüge vor Ort: Mehr Schein als Sein

In vielen Urlaubszielen bieten Reiseagenturen Touristen fantastisch klingende Ausflüge an. Egal, ob Traumstrand oder Tauchausflug: Die Touren werden mit schönen Fotos und tollen Versprechungen präsentiert. Doch Vorsicht: Oftmals stehen die hochgelobten Ausflüge unter dem Motto "Mehr Schein als Sein." Das "malerische Örtchen" ist eine Touristenfalle und der "Traumstrand" gleicht einer Müllhalde. Oft passiert es, dass die Eintritte für Museen und andere Sehenswürdigkeiten noch zusätzlich vor Ort kassiert werden. Vorsicht: Oft enden einige dieser Touren in einer Verkaufsveranstaltung, auf der den Touristen Teppiche, Schmuck und angebliche Designer-Kleidung zu völlig überteuerten Preisen aufgeschwatzt werden.

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Traumurlaub im Briefkasten: "Sie haben gewonnen!"

"Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine Woche Traumurlaub gewonnen!" Solche und ähnliche Gewinnbenachrichtigungen hat jeder schon einmal im Briefkasten oder im E-Mail-Fach gehabt: Die Einladungen zu "Gratis-Reisen", beispielsweise in die Türkei oder für eine Nilkreuzfahrt, werden von Verlagen, Buchclubs oder anderen Anbietern verschickt. Das Wort "gratis" ist aber mit Vorsicht zu genießen: Flug, Ausflüge und Mahlzeiten müssen extra gezahlt werden. Bei manchen Anbietern, so die Verbraucherzentrale Sachsen, sollen die "Gewinner" die Flughafensicherungsgebühr, den Kerosinzuschlag und andere Gebühren aus eigener Tasche zahlen. Zusammen kann dies schnell 200 Euro pro Person und Woche kosten. Teilweise zahlt man dann für einen Urlaub in der Nebensaison den Hauptsaisonpreis. Ein weiteres Problem: Häufig sind diese Reisen direkt mit "Butterfahrten" verbunden. Generell ist es daher sinnvoll, zuerst bei namhaften Reiseveranstaltern die Preise zu prüfen. Oft bieten sie für dasselbe Geld (oder sogar weniger) attraktive Angebote an. Der Vorteil: Es gibt keine nervigen Verkaufsveranstaltungen und auch die bei den "Gratis-Reisen" oft vorhandenen Hotelwechsel fallen weg.

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Reisetester: Gratis im Luxus-Hotels wohnen?

Findig ist die Masche der Webseite reisetester.com. Hier werden Urlauber mit dem Versprechen geködert, sie könnten "gratis in den teuersten 5-Sterne-Hotels logieren" und dabei "Spaß & Abenteuer erleben". Dafür soll der Kunde aber, entgegen jeder "Gratis"-Ankündigung, erst einmal einen Mitgliedsbeitrag zahlen: 89 Euro für die erste und 45 Euro für eine weitere Person werden fällig, bei Kindern bis zu 16 Jahren sind es 25 Euro pro Person. Zusätzlich müssen Urlauber für Frühstück oder Halbpension zahlen, denn die Reisetester sind zum Mindestverzehr verpflichtet. Als Gegenleistung erhalten Mitglieder pro Person nur drei Gutscheine pro Jahr für jeweils drei Übernachtungen. Wer also 14 Tage Urlaub bucht, zahlt die zusätzlichen Tage aus eigener Tasche. Rechnet man alles zusammen, also die Mitgliedsgebühr, die Zusatztage und den Mindestverzehr, kann von Gratisurlaub überhaupt keine Rede mehr sein.

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Discount-Clubs: Willkommen im Zahl-Club!

Das Angebot klingt verlockend: "Buchen Sie Hotels zum Großhandelspreis!" So genannte Ferien- oder Discount-Clubs werben mit tollen Urlaubsschnäppchen, die damit erklärt werden, dass der Anbieter Zugriff auf angebliche Handelsbörsen der Reiseveranstalter hat. Der Haken: Um diese Schnäppchen buchen zu können, muss man erst Clubmitglied werden. Für einen Jahresmitgliedsbeitrag von beispielsweise 169 Euro könne man hohe Preisnachlässe auf Ferienunterkünfte bekommen. Aber lohnt sich dieses Angebot wirklich? Clever reisen! hat den Test gemacht und kommt zu dem Ergebnis: Nein! Hinter den angeblich exklusiven Webseiten des Discount-Clubs stehen Reiseportale, die von jedermann unter einer anderen Webadresse besucht werden können, und zwar ohne eine Gebühr dafür zu berappen. Den Jahresmitgliedsbeitrag kann man sich folglich sparen. Außerdem bieten diese Clubs wohl nicht die preiswertesten Hotelangebote. Renommierte Hotelpreis-Metasuchmaschinen finden hier wesentlich günstigere Preise, und das kostenlos. Weitere Nachteile: Das Clubmitglied bucht nur das Hotel, also keine Pauschalreise und ist somit rechtlich schlechter bei Reisemängeln (zum Beispiel Überbuchung, Service) gestellt als der Pauschalurlauber. Der Club-Reisende hat vor Ort keine deutschsprachige Reiseleitung und muss sich um Flug und Transfer selbst kümmern. Er erhält auch keinen Reisesicherungsschein, denn der Club ist selbst nur Vermittler der Hotelunterkunft.

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Hotel-Flatrates: 1x zahlen, weltweit übernachten?

So genannte Hotel-Flatrates klingen verlockend: Für einen Jahres-Pauschalpreis, beispielsweise 150 Euro, kann man kostenlos in 25.000 Hotels weltweit übernachten. Tatsächlich kostet dann aber oft das Frühstück, das man zahlen muss, so viel wie der ursprüngliche Zimmerpreis. Außerdem sind meist nur wenige Hotelzimmer wirklich verfügbar. Viele Hotels liegen meist nicht zentral. Zusatzkosten für Taxen oder öffentliche Nahverkehrsmittel sind da fällig.

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Timesharing-Kundenfang: "Gratis-Geschenke können ein Vermögen kosten"

Besonders auf den Kanarischen Inseln werden Urlauber oft von jungen Leuten mit Gratistickets für Freizeitparks, einem Konzert oder einem Restaurantbesuch für Timesharing-Verkaufsaktionen geködert. Eine andere Masche ist die Teilnahme an Meinungsumfragen. Als Belohnung dürfen die Touristen anschließend ein Los ziehen - und siehe da, sie haben den Hauptpreis gewonnen: eine Woche Gratisurlaub auf Gran Canaria. Den Preis bekommen die Urlauber immer auf einer Party überreicht. Diese entpuppt sich dann als knallharte Verkaufsveranstaltung für das so genannte Timesharing (Ferienwohnrechte auf Zeit) in Hotels oder Apartments. Psychologisch geschulte Verkäufer stellen hier eine "völlig neue Urlaubsidee" vor und preisen die finanziellen Vorteile der auch "Holiday-Packs" oder "Travel Discount Clubs" genannten Timesharing-Modelle an. Die Touristen werden dabei mit Fotos, Präsentationen und Rabattversprechen bearbeitet. Wer mit der Vertragsunterschrift zögert, den setzen die Verkäufer unter Druck. Durchschnittlich 10.000 Euro werden den Urlaubern auf diese Weise durch ihre vorschnelle Unterschrift aus der Tasche gezogen. Die Apartments gibt es teilweise gar nicht und wenn, wurden die Wohnrechte meist völlig überteuert verkauft.

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Hotlines: Teure Leitung

Haben Reisende Fragen zu ihrem Flug, können bei einer Nutzung der entsprechenden Hotline hohe Kosten entstehen. Je nach Fluggesellschaft kann ein 10-Minuten-Gespräch zwischen 1,40 Euro und 10,30 Euro kosten.

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