Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Aktuelles > Ratgeber >

Rail & Fly-Tickets: Wer haftet, wenn der Zug zu spät ist?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rail & Fly-Tickets: Wer haftet, wenn der Zug zu spät ist?

28.10.2010, 15:38 Uhr | dpa, t-online.de

Rail & Fly-Tickets: Wer haftet, wenn der Zug zu spät ist?. Wenn der Zug zu spät kommt, wird es am Flughafen stressig. (Foto: imago)

Wenn der Zug zu spät kommt, wird es am Flughafen stressig. (Foto: imago)

Jeder kennt es: Man hat es eilig, aber die Bahn kommt mal wieder zu spät oder gar nicht. Besonders ärgerlich ist das, wenn man mit dem Zug zum Flughafen muss um seinen Flieger zu erwischen. Wer das Angebot Rail & Fly nutzt, kann sich in Zukunft zumindest etwas entspannen, wenn der Zug auf sich warten lässt.

Rechte der Kunden gestärkt

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Rechte von Kunden sogenannter Rail & Fly-Angebote gestärkt. Wenn Reisende mit einem solchen Kombi-Ticket aus Zug- und Flugkarte ihr Flugzeug verpassen, weil die Deutsche Bahn Verspätung hatte, muss das Reiseunternehmen für die Zusatzkosten aufkommen. Das entschied der BGH (Az.: Xa ZR 46/10). Geklagt hat eine Frau gegen ihren Reiseveranstalter. Sie forderte, dass er die zusätzlichen Kosten übernimmt, die ihr wegen eines verpassten Fluges entstanden waren - für eine Bahnfahrt, eine Nacht im Hotel sowie die Mehrkosten für den Alternativflug und eine Fähre. Dies lehnte der Reiseveranstalter ab.

Konkreter Fall: Zug hatte zweieinhalb Stunden Verspätung

Im konkreten Fall ging es um eine Urlaubsreise eines Paares in die Dominikanische Republik. Eine Frau hatte eine All-Inclusive- Flugpauschalreise für sich und ihren Partner gebucht. Für die Anreise kaufte sie ein sogenanntes Rail & Fly-Ticket des Reiseveranstalters "Meier's Weltreisen". Es bestand aus Bahnkarten von Köln nach Düsseldorf sowie Flugtickets von Düsseldorf in die Dominikanische Republik. Da ihr Zug mehr als zweieinhalb Stunden Verspätung hatte, erreichten die Reisenden den Flughafen jedoch erst eine halbe Stunde, nachdem das Flugzeug gestartet war. Nach Rücksprache mit ihrem Reiseveranstalter fuhren die beiden mit der Bahn nach München weiter und flogen von dort am nächsten Tag an ihr Ziel. Die Frau forderte, dass "Meier's" die zusätzlichen Kosten übernimmt: für die Bahnfahrt nach München, die Nacht im Hotel, die Mehrkosten für den Ersatzflug sowie eine Fähre zur eigentlichen Zielinsel. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf mehr als 1000 Euro. Dies lehnte "Meier's" aber ab.

Gericht: Bahnfahrt gehört zum Pauschalangebot

Die Begründung des Reiseveranstalters: Die Anreise gehört nicht zum Reiseumfang, sondern das Rail & Fly-Ticket berechtigt den Reisenden lediglich, die Bahn zu nutzen - ohne zusätzliche Kosten. Dass der Urlauber pünktlich am Flughafen ist, liege in seiner Verantwortung. Der Anwalt der Frau sah dies naturgemäß anders. Im Merkblatt zu dem Angebot stehe: "Starten Sie entspannt in den Urlaub mit dem Anreise-Service der Meier's Weltreisen". Dies sei ein deutlicher Hinweis, dass auch die Anreise eine Dienstleistung des Reiseveranstalters ist und nicht etwa eine eigene Leistung der Bahn. Schon Amts- und Landgericht in Frankfurt/Main hatten der Frau recht gegeben. Der Bahntransfer zum Flughafen gehört nach Ansicht des Landgerichts zum Pauschalangebot des Reiseveranstalters. Außerdem habe die Frau - gemäß der Hinweise von "Meier's" - einen Zug ausgewählt, der planmäßig zwei Stunden vor Abflug in Düsseldorf sein sollte und damit rechtzeitig. Ähnlich sah es auch der BGH. Der Vorsitzende Richter bemängelte die "Unklarheit" in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters. Das Reiseunternehmen vermittle mit seinem Angebot den Eindruck, dass es den Bahntransfer als eigene Leistung anbiete und damit auch für den Erfolg einstehen wolle.

Lufthansa sieht sich bei Bahnverspätungen nicht in der Pflicht

Vollständig Klarheit haben Rail & Fly - Ticketbesitzer dennoch nicht. Vor allem, wenn es sich bei dem Ticketvermittler nicht um einen Reiseveranstalter, sondern um eine Airline handelt, könnte der Fall anders liegen. So sieht sich die Lufthansa laut Sprecher Boris Ogursky bei Bahnverspätungen im Rail & Fly-Angebot trotz des BGH-Urteils nicht in der Pflicht. So sei der Vertrag zwischen einem Reiseveranstalter und einem Gast nach Einschätzungen des Unternehmens juristisch anders beschaffen als zwischen einer Airline und einem Fluggast. Ogursky verweist auf die Verpflichtung des Fluggasts, rechtzeitig am Flughafen zu sein.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

Shopping
Macht den Kaffeemoment zur besten Zeit des Tages

Siemens Kaffeevollautomat der EQ Serie: Erfahren Sie vollendeten Kaffeegenuss. von OTTO

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Reisethemen von A bis Z

Anzeige
shopping-portal