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Die Tricks der Reiseportale

12.04.2013, 08:35 Uhr | Lutz Kaulfuß, "Clever reisen!"

Reise buchen: Die Tricks der Reiseportale. Reisen online buchen: Hier ist Vorsicht geboten. (Quelle: imago/Jochen Tack)

Reisen online buchen: Hier ist Vorsicht geboten. (Quelle: Jochen Tack/imago)

Versteckte Gebühren, untergejubelte Versicherungen und unseriöse Behauptungen - die Tricks einiger Reiseportale sind dreist und vielfältig. Der Boom ist ungebrochen. Der Verkauf von Reiseprodukten, wie Flugtickets oder Hotelaufenthalte über das Internet nimmt ständig zu. Doch wer bei der Buchung am heimischen PC nicht aufpasst, zahlt schnell viele Euros obendrauf. Findige Portalbetreiber arbeiten nämlich recht trickreich, um ihren Umsatz und Gewinn auf Kosten der Kunden zu steigern. Die Zeitschrift "Clever reisen!" nennt die drei wichtigsten Fallen.

TRICK 1: Versteckte Servicegebühren

Sucht ein Kunde im Internet nach einem günstigen Flugticket, muss der Endpreis für das Ticket gleich von Anfang an, sprich mit der ersten Treffermeldung ausgewiesen werden. Laut EU-Verordnung (VO (EG) 1008/2008) muss dieser Endpreis "alle anwendbaren Steuern, Gebühren, Zuschläge und Entgelte" einschließen. Doch lange Zeit hielten sich einige Reiseportale nicht daran. Sie schlugen erst am Ende des Buchungsvorgangs eine Servicepauschale auf die Rechnung, womit sich der Endpreis erhöhte. In einigen, von Verbraucherschützern angestrengten Prozessen wurde klargestellt, dass die EU-Verordnung keineswegs nur für Fluggesellschaften gilt, die ihre Tickets direkt verkaufen. Die Regeln gelten für alle Vermittler von Flugleistungen im Internet. Daraufhin führten viele Portale eine gesetzeskonforme Ausweisung des Endpreises gleich mit der ersten Treffermeldung ein. Zum Umdenken führten wohl auch diverse "Clever reisen!"-Artikel, die diesen Umstand öffentlich machten. Doch zum Zeitpunkt der Recherche (25.2. bis 4.3.2013 Redaktionsschluss) für den vorliegenden Artikel fanden sich immer noch Portale, die sich nicht an die EU-Regel halten. Dies sind die Flugbuchungsportale Fluege.de, Billigfluege.de und Flug24.de. Will der Kunde dort buchen, wird erst am Ende des Buchungsvorgangs eine sogenannte Servicefee draufgeschlagen. Damit muss der Kunde am Ende deutlich mehr berappen, als ihm zu Beginn der Buchung suggeriert wurde. Tipp: Buchungswillige sollten den Buchungsvorgang abbrechen, sobald auf den anfänglichen Preis während des Buchungsvorganges noch weitere Summen, wie etwa eine Servicegebühr, aufgeschlagen werden.

"Clever reisen!" (Quelle: "Clever reisen!" (Quelle: "Clever reisen!")

TRICK 2: Kaufdruck erzeugen

Um den Kunden möglichst zum sofortigen Buchen zu bewegen, wird gerne ein Kaufdruck aufgebaut. Hierzu werden auf den einzelnen Übersichtsseiten unter anderem Logos und Hinweise eingeblendet, die behaupten, dass es beispielsweise nur noch ein oder zwei Zimmer bzw. wenige verfügbare Flugtickets zu diesem Preis gibt. Gerne praktiziert dies das Flugportal Fluege.de aber auch das Hotelbuchungsportal Hotelreservierung.de. Bei Fluege.de machte die Redaktion den Test: Gesucht wurde ein Flug von Frankfurt nach Bangkok für den Reisezeitraum August. Auf der Preisübersichtsseite wurde ein Emirates-Flug mit dem Label versehen: "Achtung! Dieser Preis ist nur jetzt gültig und kann sich kurzfristig ändern!". Das Emirates-Ticket sollte 828,34 Euro kosten. Doch zwei Tage später war der gleiche Flug zum gleichen Preis immer noch verfügbar. Auch bei Hotelreservierung.de machte die Redaktion den Test. Gesucht wurde ein 5-Sterne-Hotel in Berlin vom 04.-05.05. Für das "Marriott Hotel" wurde ein Preis von 59 Euro p.P./DZ ausgewiesen. Zudem wurde das Angebot mit dem Hinweis versehen: "Nur noch ein Zimmer verfügbar". Anschließend wurde die Gegenprobe gemacht. Diesmal wurden zwei Doppelzimmer angefragt. Auch hier machte das Portal das gleiche Angebot. Also gab es nicht nur ein Zimmer zu diesem Preis.

TRICK 3: Versicherungsfallen

Wer auf Reiseportalen einen Flug, eine Pauschalreise oder ein Hotel buchen will, bekommt häufig auch Zusatzleistungen angeboten. Meist sind dies Versicherungen oder gar ganze Versicherungspakete. Das mag für Kunden von Interesse sein, die eine derartige Zusatzleistung buchen möchten. Allerdings haben derartige Angebote mitunter einen gewaltigen Haken, wie zum Beispiel auf den Reiseportalseiten von Billigfluege.de, Fluege.de und Flug24.de. Beworben werden die Versicherungen beispielsweise mit der folgenden Beschreibung: "Spezialtarif: nur 2,42 Euro/mtl.; für alle Reisen innerhalb der nächsten 12 Monate gültig. Sonst und bei gewünschter Verlängerung im Folgejahr 4,92 Euro/monatlich". Diese Umschreibung suggeriert indirekt, dass sich die Versicherung nur auf ausdrücklichen Wunsch verlängert. Tatsache ist jedoch, dass sich die Versicherung ganz automatisch um ein Jahr verlängert, sofern nicht fristgerecht (1-3 Monate vor Vertragsende) gekündigt wird. Zudem wird in diesem Fall die Versicherung im Folgejahr wesentlich teurer. Der Preis kann sich je nach Police sogar mehr als verdoppeln. Wer das Kleingedruckte in den Versicherungsbedingungen nicht genau liest, hat schnell eine teure Dauerversicherung gekauft. Tipp: Wer eine Versicherung hinzubuchen möchte, sollte vor der Buchung die Vertragsbedingungen genau lesen. Unbedingt darauf achten, ob sich die Versicherung automatisch verlängert. Wenn sich die Versicherung automatisch verlängert, sind die Kündigungsfristen wichtig. Letztendlich sollte auch darauf geachtet werden, ob sich im Folgejahr die Prämie erhöht. Wem das verständlicherweise alles zu heikel ist, der findet auch schnell andere Reiseportale, die ohne Versicherungsfallen arbeiten.

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